Löwe Leitner für Deutschland!

Sportchef Stevic erklärt, wie er das Talent mit der „angeborenen Schlitzohrigkeit“ an 1860 binden will.
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Muss sich in Augsburg durchsetzen: Moritz Leitner
sampics/Augenklick Muss sich in Augsburg durchsetzen: Moritz Leitner

Sportchef Stevic erklärt, wie er das Talent mit der „angeborenen Schlitzohrigkeit“ an 1860 binden will.

AZ: Herr Stevic, lassen Sie uns mal über etwas Positives beim TSV 1860 sprechen. Moritz Leitner feierte sein Zweitliga-Debüt. Er ist der neue Stern, der gerade bei den Löwen aufgeht. Hätten Sie damit gerechnet?

MIKI STEVIC: Wenn wir nicht an seine Qualitäten geglaubt hätten, dann wäre er nicht im Profikader, sondern in der A-Jugend. Wir wussten, welche Qualitäten dieser Junge hat und wissen aber auch genau, welche Gefahren in seiner Entwicklung stecken.

Welche?

Dass er zu schnell in den siebten Himmel gehoben wird. Aber wir werden alles dafür tun, dass diese Gefahr nicht eintritt, sondern dass die positive Seite in seiner Entwicklung siegt.

Befürchten Sie nicht, dass ein Talent wie Leitner dem TSV 1860 bald verloren geht – wie zuletzt schon Paniel Mlapa und womöglich ja auch noch Stefan Aigner?

Nein. Ich habe mit dem Berater schon Gespräche geführt, wir sind uns fast einig. Der Junge wird sich nirgendwo auf dieser Welt momentan besser fühlen als bei 1860. Das ist entscheidend für seine Entwicklung. Dass er sich wohl fühlt und sein Können zeigen kann.

Was für ein Typ ist Leitner denn, wie tickt er als Mensch?

Er ist so, wie er Fußball spielt. Das ist ein frecher, höflicher und schlauer Junge der weiß, wie er sich in jeder Situation verhalten soll. Und genauso ist Leitner auf dem Platz. Da trifft er Entscheidungen auch sofort. Er weiß auch im Privatleben, zu wem er höflich und zu wem er arrogant sein soll. Das ist seine Schlitzohrigkeit, die ihn ausmacht und die bei ihm angeboren ist.

Wann bekommt er seinen ersten Profivertrag?

Wir sind sehr weit. In den nächsten Tagen wird Leitner einen Vertrag bis mindestens 2013 unterschreiben. Ob er bis dahin bleibt, das kann ich nicht sagen. Ich kann nicht in die Zukunft schauen.

Haben Sie schon mit DFB-Sportdirektor Sammer gesprochen? Konnten Sie ihn überzeugen, dass Leitner, der auch einen österreichischen Pass hat, im Juniorenbereich für Deutschland spielt?

Da sind wir ein Stück weiter. Der Auswahltrainer (Ralf Minge, d. Red.) hat schon Kontakt aufgenommen mit dem Berater von Leitner. Natürlich ist es auch in unserem Interesse, dass Moritz für Deutschland spielt. Und der Spieler selbst möchte das auch.

Wie geht es weiter bei Stefan Aigner, an dem der VfB Stuttgart dran ist? Wie groß ist Ihre Hoffnung, dass er bleibt?

Meine Hoffnung, dass er bei uns bleibt, ist sehr groß. Wir arbeiten daran, dass Aigner bleibt.

Trotzdem braucht 1860 noch Transfererlöse. Sind Sie in diesen schweren Tagen der ärmste Hund bei 1860?

Nein, ich wusste, was mich erwartet. Ich wusste, dass ich nicht zu Chelsea komme. (lacht) Ich wollte das Abenteuer 1860 mit ganzem Herzen angehen, also beschwere ich mich keine Sekunde.

Haben Sie die letzten schweren Wochen verändert?

Nein. Das ist keine schwere Phase, sondern eine normale Phase bei 1860. Ich bin ein realistischer Mensch. Ich kann mich auf die Straße legen und weinen – oder das bestmögliche aus der Situation machen. Und ich habe mich für die zweite Variante entschieden.

Interview: Reinhard Franke

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