Lienen droht den Löwen

Kiralys Verpflichtung dient dem Coach als Anlass, altgediente Spieler wie Hofmann zu warnen: „Wer beleidigt ist, kann sich einen neuen Verein suchen.“
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Michael Hofmann wird sich wohl mit einer Reserverolle abfinden müssen.
Philippe Ruiz Michael Hofmann wird sich wohl mit einer Reserverolle abfinden müssen.

Kiralys Verpflichtung dient dem Coach als Anlass, altgediente Spieler wie Hofmann zu warnen: „Wer beleidigt ist, kann sich einen neuen Verein suchen.“

MÜNCHEN Groß ist sie, die neue Nummer 1 der Löwen. Und eher schmächtig. Viel schlanker jedenfalls als die Bilder, die man von ihm im Kopf hat, weismachen wollen. Womit bewiesen wäre: Jogginghosen gehören nicht gerade zu den vorteilhaftesten Kleidungsstücken. Aber die Löwen haben Gabor Kiraly nicht als Dressman verpflichtet. Sondern: „Als Führungspersönlichkeit in der Kabine, im Training und auf dem Platz. Als Führungsspieler, der die gleichen Ziele hat wie wir", wie 1860-Trainer Ewald Lienen gestern bei der Präsentation des neuen Torhüters sagte.

„Gabor ist unsere neue Nummer 1“, meint der ob seiner ersten Spielerverpflichtung stolze Geschäftsführer Manfred Stoffers. Und damit meinte er nicht nur die Trikotnummer des früheren ungarischen Nationalkeepers. Wenn es nach den Löwen geht, soll Kiraly nur der erste sein in einer Reihe hochkarätiger Verpflichtungen. Fünf bis sechs Spieler wollen sie in dieser Sommerpause, möglichst bis zum Trainingsstart am 25.Juni, nach Giesing locken. Spieler, die „uns sofort verstärken“, wie Lienen präzisiert.

Dass da auch bisherige Stammspieler um ihre Position bangen müssen, ist klar. Dass Stoffers, Lienen und Sportdirektor Miki Stevic dabei auch auf Vereins-Koryphäen keine Rücksicht nehmen, haben sie spätestens mit der Verpflichtung Kiralys bewiesen. Schließlich wird der 33-Jährige den Rekordlöwen Michael Hofmann – seit 13 Jahren im Klub – mindestens aus dem Kader drängen. Lienen plant offenbar mit Kiraly als Nummer1 und dem jungen Philipp Tschauner als Ersatz.

Hofmann: "Ich bin weiter ein Teil von 1860"

Möglicherweise muss sich Hofmann auf seine alten Tage sogar nach einem neuen Klub umsehen. Zum 30. Juni läuft sein Vertrag aus. Stevic versprach ihm im April zwar öffentlich einen neuen Vertrag, aber bisher hat sich da wenig getan. Hofmann ahnt, dass er, sollte er noch mal einen Kontrakt erhalten, wohl nur noch im Amateurteam zum Einsatz kommen würde. „Vielleicht wird es so sein, dass ich bei den Profis mittrainiere und dann in der U23 spiele“, sagt er – und ergänzt: „Mich überrascht die Art und Weise der Verpflichtung. Aber es gibt die Vereinbarung, dass ich auch nächstes Jahr hier bin. Und vielleicht hat das ganze ja auch etwas Gutes. Vielleicht pusht uns Torhüter dieser Konkurrenzkampf noch mehr. Ich bin weiter ein Teil von 1860 und werde alles geben.“

Tatsächlich tut Hofmann gut daran, so zu denken. Denn Lienen nutzte Kiralys Präsentation, um sich in Rage zu reden. „Wenn ich einen Spieler erwische, der sich aufgibt, beleidigt ist oder schlechte Stimmung schürt, nur weil wir auf seiner Position einen neuen geholt haben, dann kann er sich gleich einen neuen Verein suchen“, sagte er mit beißender Stimme. Ob er damit auch Michael Hofmann meinte? Der gilt in der Kabine schließlich als Meinungsführer.

„Es geht nicht um Einzelschicksale, die sind mir, gelinde gesagt, egal. Einzelschicksale interessieren mich nur in Bezug auf 1860“, so Lienen. „Wir wollen Erfolg haben. 1860 spielt seit fünf Jahren in der zweiten Liga, davon ging es vier Jahre nur um Platz 12 oder dreizehn. Da ist es doch klar, dass wir fünf, sechs neue Spieler holen müssen.“ Man wolle schließlich aufsteigen. Zur Not auch ohne die etablierten Kräfte.

Filippo Cataldo

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