Leitner, das Lorant-Opfer

Heute ist Moritz Leitner der Hoffnungsträger beim TSV 1860 – als er neun Jahre alt war, warf ihn der damalige Löwen-Trainer Werner Lorant vom Platz. In der AZ geben er und die Kollegen Stahl, Bell & Kaiser Geheimnisse preis.
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Muss sich in Augsburg durchsetzen: Moritz Leitner
sampics/Augenklick Muss sich in Augsburg durchsetzen: Moritz Leitner

Heute ist Moritz Leitner der Hoffnungsträger beim TSV 1860 – als er neun Jahre alt war, warf ihn der damalige Löwen-Trainer Werner Lorant vom Platz. In der AZ geben er und die Kollegen Stahl, Bell & Kaiser Geheimnisse preis.

MÜNCHEN Tatsächlich ist die Handschrift des Trainers schon zu erkennen: Reiner Maurer will seine Löwen in dieser Saison attraktiven, begeisternden Offensivfußball spielen lassen. Beim 3:1 im ersten Heimspiel gegen den VfL Osnabrück sah das schon ganz gut aus. Und der 50-jährige Maurer, der im Training so gerne zwischen Härte und Harmonie changiert, baut hierfür nicht nur auf gestandene Profis wie Benny Lauth, Daniel Bierofka oder Stefan Aigner. Er vertraut auch auf junge Talente, die so mancher Experte vor Beginn der Saisonvorbereitung nicht wirklich kannte.

Mittlerweile sind die Namen von Reiner Maurers Rasselbande geläufig: Stefan Bell, Sandro Kaiser, Dominik Stahl und insbesondere Mittelfeldmann Moritz Leitner.

In der AZ verraten die vier ihre kleinen Geheimnisse rund um 1860:

Dominik Stahl

„Meine Freundin Julia studiert in Regensburg Medizin. Wir sind seit fünf Monaten zusammen und können uns aufgrund der Entfernung leider nicht so oft sehen. Letzte Saison beim Heimspiel gegen Oberhausen in der Rückrunde überraschte sie mich mit einer süßen Idee. Ich hatte mir sehr gewünscht, dass sie auch mal auf der Tribüne sitzt und beim Spiel dabei ist, wenn ich spiele. Doch sie meinte, dass sie nicht kommen kann. Wir haben vorm Spiel noch telefoniert, und sie wünschte mir Glück. Aber dann hat sie eben eine ganz süße Aktion gemacht. Mit meinem Spezl und Ex-Löwen-Kollegen Julian Leist (jetzt Bayern II, d.Red.) hatte Julia ausgemacht, dass er ihr eine Karte für das Spiel besorgt. Julian holte sie dann am Bahnhof ab und brachte sie zum Stadion. Nach dem Spiel beim Auslaufen traute ich meinen Augen nicht, als ich Julia auf der Tribüne sah. Das war schöner als ein Sieg. Sie war dann bis zum nächsten Morgen bei mir. Ich war total happy.“

Stefan Bell

„Vor vier Jahren hab’ ich meinen Spezl Niklas aus Solidarität ein paar Mal zu den Heimspielen von Kaiserslautern begleitet. In voller Montur natürlich. Mit FCK-Trikot und Schal standen wir in der Westkurve und haben die Mannschaft angefeuert. Und das, obwohl ich Mainz-Fan bin. Witzig war aber, dass ich damals die Lauterer Daniel Halfar und Mathieu Béda angefeuert habe – und ich jetzt mit den beiden zusammen spiele. Das ist krass. Ich habe das Daniel beim Training erzählt, und wir haben beide gelacht. Auch Mathieu musste schmunzeln, als er die Geschichte hörte.“

Moritz Leitner

„Ich kann mich an einen sehr witzigen Moment erinnern. Ich spielte in der U9 und bin da einmal versehentlich auf den Platz der Profis gelaufen, weil ich dachte, das Training sei schon längst zu Ende. Aber die hatten nur Pause. Mein Pech war, dass der Löwen-Trainer damals ein gewisser Werner Lorant war. Egal, dachte ich mir. Ich bin also ganz frech und mutig zu Lorant hin und meinte nur: ,Hallo, ich bin der Moritz. Ich spiele auch bei Sechzig.’ Lorant drehte sich um und schaute grimmig. Er war offenbar völlig überfordert und sagte nur, dass ihm das sch… egal ist. Er brüllte mich an: , Schleich dich, ich muss jetzt trainieren.’ Dann sagte er noch, dass ich mich in zehn Jahren nochmal melden soll. Und genauso ist es ja nun gekommen. Ich bin da, nur der Werner Lorant nicht mehr.“

Sandro Kaiser

„Als ich bei Sechzig noch in der Jugend spielte, habe ich mal etwas ganz Witziges gebracht. Ich hatte damals denselben Berater wie der Benny Lauth, der damals gerade zum HSV gewechselt war. Schon damals war ich ein Fan von ihm und fand ihn cool. Ich habe dann einfach irgendwann meinen Berater gefragt, ob er mir nicht ein Paar unterschriebene Fußballschuhe vom Benny besorgen kann. Und siehe da: Heute spiele ich mit ihm zusammen. Die Schuhe von Benny habe ich immer noch.“

Reinhard Franke

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