"Leider wie 1860": So steht es um Ex-Vizepräsident Sitzberger

Wenn nach der Insolvenz der Profifußballabteilung der Löwen auch ein langjähriger Funktionär des TSV 1860 seine Firma dichtmachen muss: Hans Sitzberger, zwischen November 2015 und Februar 2024 Vizepräsident der Sechzger, musste für sein Unternehmen AHD - Allgemeiner Hausmeisterdienst Sitzberger GmbH Insolvenz anmelden.
"Das Insolvenzverfahren über das Vermögen der Schuldnerin wird wegen Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung am 01.07.2026 um 09.00 Uhr eröffnet", heißt es in einer entsprechenden Veröffentlichung mit dem Aktenzeichen "1542 IN 1444/26". Der Insolvenzantrag war bereits am 16. April 2026 beim Amtsgericht München eingegangen.
Sitzberger wundert sich über 1860
Die AZ fragte bei Sitzberger nach. "Mir geht es leider wie Sechzig, wobei die Vereinsbosse der Löwen offensichtlich lieber eine neue Spielbetriebsgesellschaft gegründet haben, als die alte KGaA zu retten", sagte Sitzberger in Anspielung auf den forcierten Neustart ohne Investor Hasan Ismaik. Sitzberger bedauert, seine Firma zusperren zu müssen: "Es hat sich einfach nicht mehr rentiert. Die Einnahmen sinken schon seit vier, fünf Jahren kontinuierlich, bei gleichzeitig steigenden Kosten."
Sitzbergers Unternehmen, das mit einem ganzen Fuhrpark an Kehr- und Räumfahrzeugen für Sicherheit und Sauberkeit auf den Straßen sorgte, hatte zuletzt noch 40 Angestellte. "Es tut mir leid für die teils langjährigen Mitarbeiter", so Sitzberger.
Sitzberger wurde 2024 zum Rücktritt bewegt
Vor allem der Winterdienst sei schwieriger geworden: "Die Schneelage im Winter ließ zu wünschen übrig - und bei plötzlichen Wintereinbrüchen hatten wir für die Schneeräumungsarbeiten kaum verfügbare Fahrer." In Kürze soll der sitzbergersche Fuhrpark im Rahmen von Versteigerungen aufgelöst werden.

Sitzbergers Firma ist auch den Löwen aufgrund eines langjährigen Sponsorings sowie Arbeiten rund um das Grünwalder Stadion ("Mir kehrn zam") bestens bekannt. Sitzberger galt bei 1860 lange Jahre als beliebter Funktionär, der selbst kräftig anpackt. 2024 war der 73-Jährige nach Verwerfungen mit Ex-Präsident Robert Reisinger und dem Verwaltungsrat, denen er in einem AZ-Interview Mobbing vorgeworfen hat, zum Rücktritt bewogen worden.