Lehner gibt Wildmoser Kontra: "Er will andere mit reinziehen"

In der AZ gab Ex-Löwen-Boss Karl-Heinz Wildmoser dem späteren Präsidenten Alfred Lehner die Mitschuld an der jetzigen Misere um die Allianz-Arena. Lehner wehrt sich nun: "Das stimmt nicht. Nie im Leben".
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Von März 2006 bis März 2007 war er Präsident der Löwen: Alfred Lehner.
Sampics/Augenklick Von März 2006 bis März 2007 war er Präsident der Löwen: Alfred Lehner.

In der AZ gab Ex-Löwen-Boss Karl-Heinz Wildmoser dem späteren Präsidenten Alfred Lehner die Mitschuld an der jetzigen Misere um die Allianz-Arena. Lehner wehrt sich nun: "Das stimmt nicht. Nie im Leben".

AZ: Herr Lehner, Karl-Heinz Wildmoser, der Ex-Präsident der Löwen, hat in der AZ behauptet, Sie hätten damals die Arena-Verträge gemeinsam mit den beiden ehemaligen Stadion-Geschäftsführern Fritz Scherer und Heinz Wildmoser aufgesetzt: Stimmt das?

ALFRED LEHNER: Ich habe das auch schon gelesen, aber das stimmt nicht. Nie im Leben. Ich war erst in den Runden dabei, als es um die Kreditierung ging. Nun schiebt es Wildmoser auf mich. Aber so ist das wahrscheinlich, wenn man andere mit reinziehen will.

Dennoch ist wohl unstrittig, dass Sie als ehemaliger Aufsichtsrat-Chef des TSV 1860 dem Vertrag mit der Arena zugestimmt hatten.

Ja, das stimmt. Aber da waren wir noch in der Ersten Liga, keiner hat gedacht, dass wir jemals absteigen. Wir waren alle euphorisiert, ein eigenes Stadion zu bekommen. Noch dazu so ein gigantisches Bauwerk mit immenser Infrastruktur in Höhe von 200 Millionen Euro, die von der öffentlichen Hand bezahlt wurden. Aber im Nachhinein ist man immer schlauer.

Warum wurde für den Abstiegsfall keine Klausel verankert, die das Projekt günstiger für 1860 gemacht hätte?

Ich denke nicht, dass das Bayern überhaupt mitgemacht hätte. Billiger als jetzt geht die Arena nicht mehr: Nachdem wir die Arena-Anteile verkauft haben, hat ja auch eine Reduzierung der Mietkosten stattgefunden. 1860 zahlt statt drei Millionen Euro Miete nur noch eine Million. Ich finde, mehr ist von den Bayern nicht mehr zu erwarten.

Die Löwen zerbrechen möglicherweise dran, die Arena samt Catering kostet die Löwen pro Jahr insgesamt 5,3 Millionen Euro.

Problematisch ist eben der Catering-Vertrag: Wir zahlen genauso viel wie die Bayern, unabhängig wie viele Fans im Stadion sind. Daran gehst du kaputt. Diesen Vertrag haben wir im Aufsichtsrat erst gesehen, als er schon unterschrieben war. Leider.

Wer hat den gezeichnet?

Das damalige Präsidium um Karl Auer. Ohne unseres Wissens.

Soll 1860 aus der Allianz Arena aussteigen?

Nein, niemals! Wir haben keine andere Chance als die Arena, es gibt kein anderes Stadion in München, das uns am Leben hält. Das kann man nicht ändern.

Interview: Oliver Griss

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