Lauth: „Wir sind die Deppen“

1860 verliert nach einer desolaten Vorstellung 0:1 in Cottbus. Es droht ein dunkler Spätherbst. „Wir müssen da schnell wieder rauskommen“, sagt Trainer Maurer
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Die Löwen nach ihrer Pleite bei Energie Cottbus
dapd Die Löwen nach ihrer Pleite bei Energie Cottbus

1860 verliert nach einer desolaten Vorstellung 0:1 in Cottbus. Es droht ein dunkler Spätherbst. „Wir müssen da schnell wieder rauskommen“, sagt Trainer Maurer

Cottbus - Und jetzt, etwa doch noch eine Chance? Die Löwen hatten es am Freitagabend 92 Minuten lang nicht geschafft, sich auch nur eine einzige Torchance zu erspielen. Doch jetzt gewannen sie noch einmal den Ball, rannten energisch vor, spielten ihn nach rechts – doch bevor eine Flanke hätte geschlagen werden können, pfiff der Schiedsrichter den traurigen Auftritt der Löwen lieber ab. Beim in dieser Höhe schmeichelhaften 0:1 bei Cottbus hatten die Sechzger schlichtweg keine Chance mehr verdient gehabt. „Wir hätten sehr gerne nach diesem Spiel vom Aufstieg reden wollen. Aber jetzt sind wir erst mal wieder eine Woche lang die Deppen“, sagte Kapitän Benny Lauth gleichsam frustriert wie zurecht.

„Unser Anfang war brutal schlecht“, sagte Lauth weiter. Doch das war untertrieben: Die erste Halbzeit war wohl die schlechteste der Löwen seit Reiner Maurer wieder Trainer ist an der Grünwalder Straße. „Wenn wir gewonnen hätten, wäre alles gut gewesen. So aber ist die Stimmung bei uns im Umfeld am Boden. Was wir geboten haben, war eine Riesenenttäuschung. Wir haben keinen Fußball gespielt und viel zu lange nicht die Initiative übernommen“, so Lauth weiter. Daniel Halfar ergänzte: „Jede Niederlage tut weh, diese tut besonders weh. Ich habe keine Erklärung. Wir waren heute katastrophal.“

Als „richtungsweisend“, hatte Maurer das Spíel nach zuvor schon nur einem Punkt aus zwei Partien bezeichnet. „Wegweisend“ fand es Verteidiger Necat Aygün, und Halfar hatte sogar versichert: „Unsere Stimmung kippt nicht.“ Nach dem bitteren 1:1 daheim gegen Aue am Montag war man sich sicher gewesen, eine überzeugende Reaktion zu zeigen. Doch genau das Gegenteil war der Fall. Und wenn man mitansah, wie hilflos 1860 in der Lausitz unterging, dann muss man sich nun ernsthaft sorgen; es scheint, als stünde 1860 nun vor einem dunklen Spätherbst. „Wir müssen da ganz schnell wieder rauskommen“, sagte Maurer, „wir haben jetzt drei Mal überhaupt nicht die Leistung gezeigt, die ich erwartet habe.“ Maurer schob die Schuld in seiner ersten Reaktion auf die Spieler, dabei scheinen auch seine taktischen und personellen Entscheidungen nicht ganz glücklich. In Cottbus fehlte den Löwen jegliche Sicherheit, sie liefen lange nur hinterher und leisteten sich einen Fehlpass nach dem anderen. Maurer hatte auf den am Montag nach neun Wochen Verletzungspause zurückgekehrten Grigoris Makos verzichtet, in der Lausitz wurde der Grieche, der eigentlich ein Führungsspieler werden soll, nicht mal eingewechselt. Die Entscheidung überraschte. Makos’ Vertreter Stahl enttäuschte.

Besonders bitter für die Blauen: Der Mannschaft von Ex-1860-Trainer Rudi Bommer reichte am Freitag sogar nur eine mäßige Leistung, um die harmlosen Sechzger im Griff zu halten. Hätten sich die Cottbuser bei ihren Konterchancen nur etwas cleverer angestellt, ein hoher Sieg wäre möglich gewesen. Zudem mussten sich die Löwen auch noch an der Nase herumführen lassen: Torschütze Ivica Banovic zückte nach seinem Treffer ein blaues Mini-Spielzeugauto aus seiner Hose und hielt es stolz in die Kameras. Wochenlang hatte er das Teil bei den Spielen angeblich in seiner Hose eingeklebt mit sich getragen, immer wieder wartete er auf einen Treffer, um so beim Jubeln sein Söhnchen zu grüßen. Nie klappte es – bis die Löwen kamen.


Mit dem Blick der Sechzger nach oben zu den Aufstiegsplätzen ist es nun erst mal vorbei. Am Sonntag könnten sie auf Platz sieben purzeln. Halfar: „Das müssen wir schnell ändern.“
 

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