Konkurrenzkampf bei den Löwen: „Der Druck ist gut“

Coach Maurer gibt den Bossen, die die Spielweise kritisiert hatten, teilweise recht – und erhöht den Konkurrenzkampf
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Wieder in der Erfolgsspur: Löwen-Coach Reiner Maurer.
dpa Wieder in der Erfolgsspur: Löwen-Coach Reiner Maurer.

MÜNCHEN - Coach Maurer gibt den Bossen, die die Spielweise kritisiert hatten, teilweise recht – und erhöht den Konkurrenzkampf

Als Reiner Maurer Montagmorgen vom Duschen kam und sich anschließend draußen im Schneetreiben zu den Reportern stellte, suchte er erst mal ein schützendes Dach über dem Kopf. Es war schon genügend auf ihn eingeprasselt in den letzten Tagen, jetzt wollte er wenigstens das gewaschene Rest-Haar vor dem Schnee bewahren. Krank werden wäre derzeit auch eher ungünstig – auf die Löwen warten gleich vier schwere Gegner nacheinander.

Nacheinander müssen die Löwen gegen Duisburg (Tabellendritter), Düsseldorf (13 Punkte aus den letzten sechs Spielen), Aue (punktgleich mit Duisburg) und Augsburg (Zweiter) ran. „Wir sind froh, dass diese schweren Spiele jetzt anstehen“, sagt Maurer, „Druck ist gut. Und wir können jetzt beweisen, dass wir diesem Druck standhalten. Mit einem Sieg über Duisburg wären wir schon wieder im Geschäft.“ Die AZ zeigt, worauf es in den kommenden Wochen beim TSV 1860 ankommt.

Konkurrenzkampf: Nach dem hart erkämpften 1:0 von Osnabrück rief Maurer einen neuen Wettbewerb um die Startplätze aus. Der AZ sagte er: „Die Positionen sind offen, ich will die Entscheidung auch im Team lange unter Verschluss halten", sagte er. Bei seinen Chefs dürften diese Worte gut ankommen, denn Geschäftsführer Robert Schäfer, der letzte Woche das Spiel der Löwen im AZ-Interview kritisiert hatte („Es ist keine Spielphilosophie erkennbar) findet: „Es geht auch darum, eine Streitkultur zu entwickeln, die einen nach vorne bringt. In der man nichts persönlich nimmt, sondern sich bewusst mit dem anderen auseinander setzt." Sportdirektor Miki Stevic meint dazu: „Ohne Reibungen kann man im Leben nicht erfolgreich sein. Wir haben noch zu viel Harmonie im Kader."

Balance: Maurer sieht sich zwar als Jugendförderer und wurde in Osnabrück für seinen Mut, Kevin Volland (18) und Tarik Camdal (19) beginnen zu lassen, belohnt, doch jetzt muss er auf die richtige Mischung achten. „Mir geht es um die Balance zwischen jungen und erfahrenen Spielern", erklärt er. Von den bewährten Kräften spielen nur Stefan Buck, Gabor Kiraly und Benny Lauth konstant. Florin Lovin, Antonio Rukavina, Alexander Ludwig, Stefan Aigner und auch Kapitän Daniel Bierofka wackeln hingegen.

Willen: In Osnabrück gewannen die Löwen vor allem, weil sie kämpferisch ans Limit gingen. Ähnlich war es bei ihren Siegen gegen die Hertha und in Augsburg. „Auch der Letzte hat kapiert, dass wir nur mit viel Kampf Erfolg haben können. Es gab keinen besseren Beweis als das Spiel in Osnabrück“, sagte Stevic, „Es muss immer unsere Philosophie sein, dass wir dem Gegner kämpferisch überlegen sind. Wenn das gegeben ist, können wir auch Fußball spielen.“

Spielstärke: Nur vier Tore haben die Löwen in den letzten sechs Spielen geschossen. Das hat auch Maurer nicht gefallen, der daher Schäfers Kritik („ich wünsche mir ein modernes, spektakuläres Spiel") „nicht unberechtigt“ hielt. Nun denkt Maurer darüber nach, eine offensivere Ausrichtung zu wählen. Ihm schwebt das „Berliner Modell“ mit zwei Stürmern und nur einem Sechser vor, mit dem 1860 gegen die Hertha gewann. Mittelfeldmann Lovin müsste dann auf die Bank. Auch Spielmacher Ludwig ist gefährdet, Maurer: „Er ist im Moment leider von seiner Bestform entfernt“. Marco Plein

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