"Können überhaupt nicht zufrieden sein": Der TSV 1860 und der Remis-Kater
Liebe AZ-Leser, liebe Löwenfans, Sie kennen das doch auch: Sie haben viel vor, freuen sich schon wie ein Schnitzel - hoch die Hände, Wochenende!
Am nächsten Tag aber, oh weh. . . man sortiert sich erst einmal, der Schädel brummt – vielleicht war’s doch ein bisserl zu viel!?
1860-Stürmer Hobsch: "Wir wollten unbedingt gewinnen"
Der TSV 1860 erlebt gerade auf seine eigene Weise auch ein solch böses Erwachen, obwohl er sich doch so viel vorgenommen hat. Ein Heimsieg sollte her im Drittliga-Duell gegen die abstiegsbedrohte Alemannia auch Aachen, endlich wieder ein Sieg, endlich wieder was zu Feiern! Am Ende wurde es wieder so ein mickriger Punkt. Der große Unterschied zu den beiden wöchentlichen Highlights der letzten 14 Tage? Nach zwei Achtungs-Erfolgen gegen Rot-Weiss Essen und beim VfL Osnabrück (je 1:1) schmeckte den Löwen das 2:2 gegen Aachen überhaupt nicht.
Pfui Teufel – Sechzigs Remis-Kater.
"Das ist sehr enttäuschend. Wir wollten unbedingt gewinnen, gerade zuhause, gerade nach den beiden Unentschieden", sagte Torjäger Patrick Hobsch, der einem Tor wie in den Vorwochen vergeblich hinterherjagte und nach der Punkteteilung fand: "Das ist sehr ärgerlich."
Kauczinski mit dem Auftritt der Löwen nicht zufrieden
Selbst Cheftrainer Markus Kauczinski, der im Normalfall zumeist routiniert und sachlich, aber durchaus optimistisch auf die Dinge blickt, wurde angesichts der Leistung seiner Löwen eher übel. "Wir können mit dem Spiel überhaupt nicht zufrieden sein", urteilte der TSV-Trainer frustriert: "Von einzelnen Spielphasen abgesehen haben wir viel zu viel nach hinten gespielt, wir haben viel zu kompliziert und verspielt agiert, uns das Leben selbst schwer gemacht."

Nix mit Giesinger Euphorie, wie sie ein Heim-Dreier wieder hätte entfachen und die zwei Anfangs-Remis veredeln sollen. Stattdessen musste Kauczinski etwas griesgrämig urteilen, dass einmal mehr engagierte Sechzger nicht einmal "die Basics komplett gut auf den Rasen gebracht" haben. Im Vergleich mit Essen und Osnabrück sei es "von den drei Auftritten, die wir gezeigt haben, wahrscheinlich der schlechteste" gewesen."
TSV 1860 noch kein Tor aus dem Spiel im Jahr 2026
Schlecht deshalb, weil den gesammelten Giesinger Erwartungen im dritten Duell 2026 schon wieder ein jäher Dämpfer in Form des dritten 0:1-Rückstands folgte. Suboptimal auch, weil 1860 das Spiel zwar drehte, aber seit Sigurd Haugens Kieferbruch Mitte Dezember kein einziges Tor aus dem Spiel heraus erzielte: diesmal waren es eine Ecke, die 0:1-Übeltäter Philipp Maier mit Glück und Gegenspieler ins Tor lenkte und ein von Vizekapitän Thore Jacobsen verwandelter Elfmeter.
Nachvollziehbar, dass der Torschütze selbst grantelte: "Nach dem 2:1-Führungstreffer dürfen wir uns das nicht mehr nehmen lassen." Ließen sie aber, denn Schroers’ Sonntagsschuss traf die aufstrebenden Giesinger mitten ins weiß-blaue Herz. Laut Torjäger Hobsch, der einen insgesamt frustrierend-einsamen Nachmittag an vorderster Front erlebte, habe man "schlecht verteidigt" und selbst in der Schlussphase, als Kauczinski mit Top-Torjäger Sigurd Haugen und Stürmer Justin Steinkötter aufs Ganze ging, "zu wild" agiert und "den Faden nicht mehr wiedergefunden" habe.
1860 hat bereits zehn Zähler Abstand auf Tabellenführer Cottbus
Das Tabellenbild weist den taumelnden TSV nun weiter im Mittelfeld aus, anstatt das erhofften Ranpirschen an die Spitzenplätze zu zeigen: 1860 hat 33 Punkte auf dem Konto, Tabellenführer Energie Cottbus bereits satte zehn Zähler mehr eingeheimst.
Kein Wunder also, dass den Blauen nicht nach Feiern zumute war, sondern eher nach Wundenlecken. Was man eben so treibt nach einem fiesen Unentschieden-Kater.
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