Kölschkranz-Befehl: Volland feiert 1860-Auswärtssieg mit Familie

Genau für solche Spiele hat der einstige Junglöwe, der in die große weite Fußballwelt hinausgezogen ist, den Weg zurück zu seinen Löwen gefunden. Genau für solche Spiele haben sie ihr großes Idol heimgeholt, die Sechzger. Am Freitagabend im Sportpark Höhenberg spielte sich zum ersten Mal überhaupt in der laufenden Saison folgendes Traum-Szenario ab: Sechzig? Eins! Köln? Null! Torschütze? Kevin Volland!
Es lief die 38. Spielminute im Auswärtsspiel des TSV 1860 bei Viktoria Köln, da fing Kapitän Thore Jacobsen einen kapitalen Fehlpass von Torhüter Timo Schulz ab und leitete direkt weiter zu Volland. Der Ex-Nationalspieler legte sich die Kugel gekonnt auf den linken Fuß, schloss trocken ab – und schoss seine Löwen zum Sieg. Der Volland-Faktor.
Ein passenderes Spiel, in dem sich Volland mit dem Titel "Siegtorschütze" schmücken durfte, hätte sich der 33-jährige Spielmacher der Sechzger zumindest auswärts kaum aussuchen können. "Meine Schwester wohnt in Köln, ihr Mann ist Kölner – und sie sitzen zu zwölft auf der Tribüne", sagte Volland lachend bei Magentasport über sein ganzes Dutzend familiärer Volland-Ultras auf den Rängen.
Volland feiert den Löwen-Sieg mit seiner Familie in Köln
Was da natürlich nicht fehlen darf? Richtig, ein Siegerbierchen. Der Matchwinner der Blauen erklärte in die TV-Kameras, dass seine unmissverständliche Geste Richtung Ränge seiner Familie gegolten habe, denn die könne nun "den ein oder anderen Kölschkranz noch trinken." Und Volland selbst? "Ich bleibe natürlich auch da!" Nicht nur er, auch Teile der Mannschaft sollen in Kölle geblieben sein und die perfekte Englische Woche (drei Siege) und sogar den fünften Dreier in Folge gebührend zelebriert haben.
Ein Lohn, der auch bei Volland persönlich in die Kategorie wohlverdient passt, denn wohl jeder Löwenfan dürfte die Entwicklung des Ex-Nationalspielers mit dem Löwen auf der Brust genaustens verfolgt haben. Dabei dürfte vielleicht nicht jeder Anhänger hochzufrieden mit der anfänglichen Durststrecke der Giesinger gewesen sein, doch erkannt haben: Volland ist ein Garant dafür, dass es bei 1860 derzeit läuft und läuft und läuft.
Auch Coach Markus Kauczinski lobte seinen Siegbringer: "Kevin setzt sich durch, da merkt man dann natürlich auch seine Erfahrung, seine Abgezocktheit, die Coolness zu haben, den Ball reinzuschieben."
Vollands Wichtigkeit schlägt sich nicht nur in der Statistik nieder
Es mag zwar der erste Siegtreffer gewesen sein, doch der Denker und Lenker des Offensivspiels hat insgesamt schon 13 Scorerpunkte. Dazu kommen unzählige vorletzte Pässe, die in den gängigen Statistiken nicht auftauchen. Wie etwa beim 2:1 bei der TSG Hoffenheim II, seinem alten Arbeitgeber. Im Kaacuhau hatte Volland eben nicht "nur" den Siegtreffer durch Sigurd Haugen mustergültig vorbereitet, sondern auch vor dem 1:0 den entscheidenden Traumpass gespielt. Der Mann ist und bleibt, auch zwei Ligen tiefer und bei seiner letzten Bundesligastation Union Berlin lange verletzt, ein Unterschiedsspieler.
Und das, obwohl die Sechzger schon so gut wie weg vom Fenster waren, was das Aufstiegsrennen angeht. Selbst Kauczinski hatte vor der Siegesserie erklärt, dass der Aufstieg bei derartigen Leistungen kein Thema mehr sein könne. Volland meinte nun über die Anfangskrise 2026: "Wir waren vor ein paar Spieltagen noch gefühlt die schlechteste Mannschaft, jeder hat uns durch den Kakao gezogen. Es waren auch alles Spiele, die Spitz auf Knopf waren. Jetzt ziehen wir sie und sind dran."
Und zwar so nahe dran, dass der Anschluss an Relegationsrang drei unmittelbar hergestellt ist und selbst Energie Cottbus auf Platz zwei nur noch fünf Zähler voraus liegt. Fazit: Ein paar Kölschkränze auf die Siegesserie, Beine hochlegen, am Samstag im Kracher gegen Wehen Wiesbaden (14 Uhr) nachlegen.
Mit einem Volland in Topform – und zwar nicht (nur) am Glas ...