Knall-Alarm! Bayern- und Löwen-Fans mit brisanter Reiseroute

Am Samstag reisen Fans des FC Bayern und des TSV 1860 zu Auswärtsspielen gen Norden, ein Aufeinandertreffen beider Lager ist kaum zu verhindern. Das sagt die Bundespolizei.
von  Bernhard Lackner, Bernhard Lackner
DFB und DFL haben mit Auswärtsspielen für Bayern und 1860 am kommenden Samstag für brisante Ansetzungen gesorgt.
DFB und DFL haben mit Auswärtsspielen für Bayern und 1860 am kommenden Samstag für brisante Ansetzungen gesorgt. © Sven Leifer/Imago

Was haben sich denn DFL und DFB bei dieser Ansetzung gedacht? Am kommenden Samstag geht es für die beiden großen Münchner Fußballklubs FC Bayern und TSV 1860 gen Norden: Die Bayern treten um 15.30 Uhr im Weserstadion beim SV Werder Bremen an, 90 Minuten zuvor wird das Auswärtsspiel der Löwen gegen den TSV Havelse im Eilenriedestadion in Hannover angepfiffen.

Heißt: Die rivalisierenden Fanlager beider Vereine müssen ziemlich genau zur selben Zeit dieselbe Reiseroute nehmen, vor allem auf dem Schienenweg ist ein Aufeinandertreffen kaum zu verhindern. Da ist Ärger so gut wie vorprogrammiert – und das auch noch am Valentinstag!

So bereitet sich die Bundespolizei auf Fan-Reiseverkehr vor

Bei der Bundespolizei, die unter anderem für die Sicherheit im Bahnverkehr zuständig ist, ist man sich der Brisanz bewusst. "An nahezu allen Spieltagen gibt es Überschneidungen reisender Fußballfans. Diesem sogenannten Kreuzungsverkehr schenkt die Bundespolizei grundsätzlich sehr viel Aufmerksamkeit", teilt Wolfgang Hauner, Sprecher der Bundespolizei und ehemaliger Vize-Präsident des TSV 1860, auf AZ-Anfrage mit. "Je nach Kenntnislage werden die jeweiligen Einsatzmaßnahmen vorbereitet und abgestimmt", sagt der Sprecher weiter.

Die problematische Ansetzung durch DFL (verantwortlich für den Bundesliga-Spielplan) und DFB (3. Liga) will Hauner nicht kommentieren. Viel mehr werde "insbesondere an vielen Wochenenden – übrigens bundesweit, von verschiedenen Bundespolizeidirektionen – auf einen friedlich verlaufenden Fan-Reiseverkehr durch ganz Deutschland hingewirkt. Dabei erfolgt ein steter Informationsaustausch untereinander."

Szenekundige Beamte spielen eine wichtige Rolle

Ob für die Auswärtsfahrer am Samstag Sonderzüge im Einsatz sein werden, ist aktuell noch unklar. Unabhängig davon nehme die Trennung beider Fanlager einen hohen Stellenwert ein. "Wie zu allen Spieltagen, verfolgt die Bundespolizeiinspektion München auch hier, immer in Zusammenarbeit mit den jeweiligen Sicherheitspartnern Deutsche Bahn und Landespolizei, das geplante Reisegeschehen und bewertet die Sicherheitslage stets nach allen im Vorfeld, oft auch kurzfristig gewonnen Erkenntnissen", erläutert Hauner das Vorgehen der Sicherheitsbehörden.

So haben Anhänger des TSV 1860 den Zug nach dem Auswärtsspiel in Regensburg im vergangenen November hinterlassen. Es war leider nur eines von mehreren Malen, an denen sich Teile der Fans danebenbenommen haben.
So haben Anhänger des TSV 1860 den Zug nach dem Auswärtsspiel in Regensburg im vergangenen November hinterlassen. Es war leider nur eines von mehreren Malen, an denen sich Teile der Fans danebenbenommen haben. © Bundespolizei

Dabei komme "dem Kontakt der szenekundigen Beamten zu den Vereinen, der übrigens in München zu beiden Klubs sehr gut ist, eine hohe Bedeutung zu", betont der Sprecher.

Fans benehmen sich bei Auswärtsreisen immer wieder daneben

In den vergangenen Monaten hatten insbesondere die Löwen-Fans bei Auswärtsreisen immer wieder für Negativ-Schlagzeilen gesorgt, wenn auch nicht durch körperliche Auseinandersetzungen. Stattdessen kam es gleich mehrfach zu teils heftigen Vandalismus-Vorfällen in Zügen.

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