"Mehrere Themen"": Kloss erklärt seinen Abschied vom TSV 1860

AZ: Herr Kloss, am Freitag gastiert Ihr Ex-Klub im Sportpark Höhenberg. Wie blicken Sie auf das Wiedersehen mit den Löwen?
TIM KLOSS: Grundsätzlich ist es immer ein spannendes Spiel für mich, gegen den Ex-Klub zu spielen. Wie auch schon in der Hinrunde freue ich mich dann einfach auf meine ehemaligen Mitspieler und denke auch, dass es aufgrund der aktuellen Situation in der Tabelle und auch in der Saison ein sehr spannendes und auch umkämpftes Spiel wird. Insofern blicke ich da mit viel Vorfreude drauf.
Besondere Rückkehr ins Grünwalder: Punktverlust hat wehgetan
Im Hinspiel gab es in Giesing ein 2:2. War damals ein wenig Genugtuung dabei, an der alten Wirkungsstätte so ein gutes Spiel mit Assist hingelegt zu haben, auch wenn am Ende kein Sieg trotz der frühen 2:0-Führung stand?
Genugtuung weiß ich jetzt nicht. Es fühlt sich für mich immer gut an, wenn ich ein gutes Spiel mache und auch zu Toren beitragen kann. Für mich hat es dann aber doch auch ein bisschen mehr geschmerzt, dass wir da nicht mehr als den einen Punkt mitnehmen konnten, auch durch die unglückliche Gelb-Rote Karte damals natürlich. Insofern hat eher so ein bisschen der Schmerz überwogen.
Wie emotional war es damals im Grünwalder Stadion aufzulaufen? Wie groß war das Thema auch im Ihrem Umfeld als gebürtiger Münchner?
Zu groß wollte ich das Thema auch nicht machen. Klar, es waren dann viele Freunde und auch Familie im Stadion. Es war natürlich etwas Besonderes, die ehemaligen Teamkollegen zu sehen und auch in dem Stadion zu sein, wo man viele Jahre gespielt hat oder auch als Balljunge unterwegs war. Trotzdem konnte ich mich auf meine Aufgaben fokussieren und war froh, dass wir mit Viktoria ein ordentliches Spiel hinbekommen haben.

Nach 1860-Abschied: Zufrieden mit Entwicklung, Ambitionen in Köln weiter hoch
Wie ist es zum Abschied von 1860 gekommen? Nach AZ-Informationen gab es ein Vertragsangebot, Sie tendierten zum Verbleib und auch die Löwen wollten Sie behalten. Wieso kam es dann nicht dazu?
Im Endeffekt hat mir das Angebot oder haben mir die Themen, die mir Viktoria Köln anbieten konnte, auch was meine Entwicklung angeht, dann mehr zugesagt und so kam der Wechsel letztendlich zustande.
Wie blicken Sie auf ihren bisherigen Weg mit der Viktoria? Sie sind unter anderem schnell zu einem der torgefährlichsten Kopfballspieler der Dritten Liga geworden.
Ich blicke sehr positiv auf dieses halbe, dreiviertel Jahr zurück. Ich glaube, für mich war das Entscheidende, Spielzeit zu sammeln in der Dritten Liga. Das wurde mir in München teilweise nicht so ermöglicht, wie ich es mir gewünscht hätte. Daher bin ich vor allem froh, dass ich jetzt in Köln viel Spielzeit sammeln konnte und kann. Und natürlich macht es mich dann auch glücklich, wenn ich Tore schieße.
Ihr habt einige sehr knappe Niederlagen erlitten. Traut man denen so ein bisschen hinterher, weil man natürlich jetzt im Frühjahr in einer anderen Position sein könnte?
Wir gehen in jedes Spiel mit dem Anspruch rein, es zu gewinnen und für uns zu entscheiden. Trotzdem, und das ist bei uns auch intern immer wieder ein Thema, ist es normalerweise so, dass der Spielstand, der am Ende auf der Anzeigetafel steht, auch das ist, was wir uns verdient haben. Und ich glaube, dass wir auch in einigen Spielen einfach nicht zu 100 Prozent über 90 Minuten da waren. Es macht jetzt in der aktuellen Situation keinen Sinn, da hinterher zu trauern. Wir nehmen die Situation an und versuchen, für den Rest der Saison das Beste rauszuholen. Ich glaube, davon lebt auch die Mannschaft, einfach jeden Tag die 100 Prozent zu geben.

"Lauf weiterhin nutzen": Kloss traut Sechzig den Aufstieg zu
Die Löwen befinden sich in einem guten Lauf, haben jetzt viermal in Folge gewonnen, auch wenn sie spielerisch nicht immer glänzen. Was sagt das aus und was erwarten Sie für eine Mannschaft?
Ich glaube, das war zu Beginn der Saison schon klar, dass Sechzig dieses Jahr mit vielen guten Einzelspielern bestückt ist und einen sehr guten Kader zusammengestellt hat. Wir erwarten eine Mannschaft mit viel Wucht, mit viel Energie, so wie man es von Sechzig gewohnt ist. Natürlich wird auch wieder viel Energie von der Fanseite und von den Tribünen kommen. Darauf freuen wir uns. Wir nehmen den Kampf an.
Glauben Sie, dass die Löwen den Aufstieg noch schaffen? Drücken Sie ihnen dafür die Daumen?
Klar schaut da ein Auge noch nach München. Ich glaube, in der Dritten Liga ist es immer schwer, zum aktuellen Zeitpunkt da irgendwas zu sagen. Im Endeffekt müssen sie diesen Lauf weiterhin nutzen und schauen, dass sie auch in der restlichen Saison gut punkten. Und dann ist sowas immer möglich.
Parallelen zu Maskenmann Haugen: Lief in Hinrunde mit Maske auf
Löwen-Stürmer Sigurd Haugen hat einen Kieferbruch erlitten. Seit er mit Maske spielt, läuft es bei ihm richtig gut. Sie hatten in der Hinrunde auch eine Masken-Erfahrung nach einem Nasenbeinbruch.
Bei mir hat es mit Maske damals auch funktioniert. Grundsätzlich ist Sigurd Haugen ein sehr körperlicher Stürmer, der sehr viel Energie auf den Platz bringt. Und ich gehe aber davon aus, dass die Maske keinen großen Unterschied macht. Er hat gute Stürmerqualitäten, auch für die Dritte Liga. Insofern bringt er immer viel Energie auf den Platz und wurde in letzter Zeit auch mit Toren dafür belohnt.
Ist diese Umstellung auf das Spiel mit Maske also gar nicht so schwer?
Klar ist es ein bisschen ungewohnt. Bei Haugen scheint es nicht so das Thema mit der Sicht zu sein, dadurch, dass es eben nur diese Kiefermaske ist. Bei mir war es dann teilweise auch eine Beeinträchtigung, was die Sicht angeht. Deswegen ist es schon eine gewisse Umstellung, aber man gewöhnt sich dran und kommt dann auch damit klar.