"Keine Begründung": Maier packt über seine schwere Zeit beim TSV 1860 aus

Unter Trainer Markus Kauczinski reifte Philipp Maier beim TSV 1860 wieder zum Stammspieler. Im Trainingslager in Belek spricht der Mittelfeldakteur erstmals über die schwere Zeit unter Coach Patrick Glöckner.
Kilian Kreitmair
|
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
0  Kommentare
lädt ... nicht eingeloggt
Teilen
Ragt im Trainingslager in Belek heraus: Abräumer Philipp Maier.
Ragt im Trainingslager in Belek heraus: Abräumer Philipp Maier. © sampics

Lange hat es gedauert, bis Philipp Maier das sagen konnte. Genauer gesagt: zwölf Monate. "So wie es aktuell läuft, kann man schon davon sprechen, dass das ein Zustand ist, mit dem ich sehr zufrieden bin", betont er am Mittwochabend in der Lobby des Teamhotels in Belek. Und damit meint Maier nicht seine Bilanz am Billardtisch, die übrigens mehr als solide ist. 

Maier will in der Rückrunde sein Torkonto aufbessern

Nein, der Mittelfeldspieler ist ein Jahr nach seinem Wechsel vom SSV Ulm zum TSV 1860 endlich angekommen. Stammspieler beim Herzensklub. Maier strahlt in den Einheiten Präsenz aus. Die Löwenbrust ist breit. Und er zeigt eine bisher nicht gekannte Qualität: das Toreschießen. Mit Kopf und Fuß. Sogar der Seitfallzieher sitzt im Training. Auch wenn Maier freilich bei Sechzig nicht fürs Toreschießen zuständig ist, gegen einen Treffer in der zweiten Saisonhälfte hätte er nichts einzuwenden. 

"In der Rückrunde ist es schon mein Ziel, das ein oder andere Mal richtig zu stehen", verrät der gebürtige Kienberger, als ihn die AZ auf seinen Torriecher anspricht. Solche Vorsätze für 2026 wären beim Abräumer vor vier Monaten noch utopisch gewesen. Maier war unter Trainer Patrick Glöckner Bankdrücker, Reservist für die linke Innenverteidigerposition und zwischenzeitlich sogar Tribünengast. "Fußball ist ein Tagesgeschäft", kann er jetzt sagen. Und trainerabhängig. 

In der Rückrunde ist es schon mein Ziel, das ein oder andere Mal richtig zu stehen.

Philipp Maier

Mitteldabräumer will nicht gegen Glöckner nachtreten

Sein Aufschwung beim TSV 1860 beschreibt wohl kein Sprichwort besser, als: Totgeglaubte leben länger. Oder wie es Maier formuliert: "Ich war schon auf dem Punkt da." Ende November beim 2:0 gegen Saarbrücken erstmals in dieser Saison in der Startelf, seitdem gesetzt. Trotz der schweren Zeit unter dem Vorgänger von Coach Markus Kauczinski möchte Maier nicht nachtreten: "Ich will kein böses Blut waschen." Glöckner habe seine Ideen gehabt, das habe der 31-Jährige laut eigenen Angaben akzeptiert. 

"Wir hatten darüber auch keine Gespräche und es gab keine Begründung", gibt Maier Einblicke in seine persönlichen Horror-Monate bei den Blauen: "Das habe ich aber auch nicht eingefordert. Ich habe einfach versucht, aus dieser Zeit das Maximum herauszuholen." Nicht nachdenken, weitermachen. "Sich darüber groß Gedanken zu machen, macht es dir nur noch schwerer", sagt er. Geholfen hat dem Abräumer, dass er wusste, welche Qualitäten er hat. 

Zeigt bisher versteckte Qualitäten: Dieser Seitfallzieher von Philipp Maier landete im Tor.
Zeigt bisher versteckte Qualitäten: Dieser Seitfallzieher von Philipp Maier landete im Tor. © sampics

Maier will seinen Vertrag beim TSV 1860 verlängern

Immerhin wurde Maier 2024 noch als Stammspieler mit Ulm Drittligameister, sammelte Erfahrung in der 2. Bundesliga. "Wenn ich auf den Platz gegangen bin, habe ich mir gesagt: Ich bin hier bei Sechzig, ich wollte immer hierher", erzählt er. Schon alleine deshalb stand laut Maier ein Sechzig-Abschied im vergangenen Sommer nie wirklich zur Debatte: "Man macht sich natürlich seine Gedanken, aber mir war relativ schnell bewusst, dass ich bei Sechzig bleiben will." 

Das gilt auch für die Zeit nach dieser Saison. "Das wäre meine Wunschlösung", gibt er offen zu. Allerdings läuft sein Arbeitspapier am Saisonende aus. "Die Hinrunde hat aber doch gezeigt, dass ich das Niveau spielen kann und ein wichtiger Faktor sein kann", betreibt Maier Eigenwerbung für einen neuen Vertrag. Ob der Routinier mit seiner Liebeserklärung Geschäftsführer Manfred Paula imponieren kann? Klar ist: Der 61-Jährige, der bei jeder Einheit auf dem Platz steht, dürfte auch wahrgenommen haben, dass Maier willig ist. Ein weiterer Pluspunkt: Paula steht auf Spieler, die sich mit dem TSV 1860 identifizieren. Maier ist ein Symbolbild dafür. 

Die Hinrunde hat aber doch gezeigt, dass ich das Niveau spielen kann.

Philipp Maier

Maier wünscht sich die Drittligameisterschaft

Aber nicht nur einen weiteren Kontrakt beim Löwen wünscht sich Maier in diesem Jahr. Seinen zweiten Wunsch kann er sich allerdings nicht alleine durch starke Leistungen erfüllen. Dieser ist achteinhalb Kilogramm schwer und hat einen Wert von rund 40.000 Euro: der Meisterpokal der Dritten Liga. "Ich würde ihn schon nochmal gerne in der Hand halten", träumt er. Ob die Wünsche auch wahr werden, wird sich in den nächsten Monaten zeigen. 

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
 
Noch keine Kommentare vorhanden.
merken
Nicht mehr merken
X

Sie haben den Inhalt der Merkliste hinzugefügt.