Kein Trainer, kein Sportdirektor, aber viele Probleme

Eine Entlassung folgt der nächsten: Die Münchner Löwen stehen nach dem angekündigten Abschied von Trainer Friedhelm Funkel einmal mehr vor einer ungewissen Zukunft.
| SID
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Der Löwe steht im Regen.
sampics / Stefan Matzke Der Löwe steht im Regen.

München - Kein Trainer, kein Sportdirektor und noch keine schlagkräftige Mannschaft, dafür umso mehr Probleme: 1860 München kommt auch unter Präsident Gerhard Mayrhofer nicht zur Ruhe. Fünfeineinhalb Wochen vor Saisonende stehen die Löwen nach der bevorstehenden Trennung von Coach Friedhelm Funkel einmal mehr vor einer ungewissen Zukunft.

Derzeit befindet sich der krisenerprobte Traditionsverein ohne sportliche Führung in einem Vakuum. Vorrangig ist deshalb nun die Suche nach einem Geschäftsführer, der den Sport bei den Sechzigern verantwortet.

Der Posten ist seit der Entlassung von Florian Hinterberger im März unbesetzt, Spekulationen gibt es genügend. Von Jens Lehmann über Frank Baumann bis hin zu Lothar Matthäus reicht die Liste. Der Rekordnationalspieler wird auch als Coach gehandelt. Als Funkel-Nachfolger fällt zudem immer wieder der Namen von Holger Stanislawski.

Das Problem ist: Erst einmal muss der jordanische Investor Hasan Ismaik einen Sportdirektor absegnen, der sich dann wiederum um einen neuen Coach kümmern kann. Ungewiss ist aber auch noch, wie viel Geld in der kommenden Saison bei den dauerhaft klammen Münchnern überhaupt zur Verfügung steht.

Noch hat sich Ismaik dazu nicht geäußert.

Lesen Sie hier: Funkel:

Die Zeit wird immer knapper, um für den erneut angestrebten Aufstieg in der nächsten Spielzeit gerüstet zu sein. Zumal auch bei einigen Spielern längst nicht klar ist, wie es weitergeht.

Vor allem droht nach dem erneut verpassten Sprung in die erste Liga der Abgang des erst im Winter verpflichteten japanischen Torjägers Yuya Osako.

Offen ist auch die Zukunft der Routiniers Benjamin Lauth und Daniel Bierofka, der sich zuletzt schon beschwert hatte, dass es aktuell in Vertragsfragen keinen Ansprechpartner gibt. Neue Spieler: bisher Fehlanzeige.

Dafür gibt es die seit dem Abstieg 2002 üblichen Durchhalteparolen und Sprüche. Die Trennung von Funkel würde es den Sechzigern "ermöglichen, in Zukunft ein sportliches Konzept umzusetzen, das die Identität von 1860 widerspiegelt und hinter dem alle stehen. Wir wollen unsere Fans und Sponsoren wieder begeistern", sagte Mayrhofer. Der Präsident, seit acht Monaten im Amt, muss sich daran messen lassen.

Lesen Sie hier: Funkel-Aus beim TSV 1860: Tabula rasa in blau

Bisher ist auch der Nachfolger von Dieter Schneider an den Ansprüchen ("Wieder mehr Rock'n'Roll, weniger Löwen-Blues") krachend gescheitert. Eine Linie ist nicht zu erkennen. Die Rauswürfe von Trainer Alexander Schmidt, von Geschäftsführer Robert Schäfer und Hinterberger sowie die Verpflichtung von Funkel, zehnter Coach in den vergangenen zehn Jahren und von Mayrhofer vor einem halben Jahr noch als "großes Geschenk" bezeichnet, zeigten bislang wenig bis keine Wirkung. Platz neun und elf Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz sind die bittere Realität.

SID tn rd

 

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