Kein Sportchef, kein Chefscout: Der blaue Hilferuf

Löwen-Trainer Bierofka fordert einen Sportchef, einen Scout und neue Spieler. Die AZ erklärt den Appell des Einzelkämpfers. An diesen Baustellen muss der TSV 1860 München arbeiten.
| Matthias Eicher
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Daniel Bierofka macht vieles im Verein selber, ist aber eigentlich nur Trainer.
Rauchensteiner Daniel Bierofka macht vieles im Verein selber, ist aber eigentlich nur Trainer.

München - Rückblick: "We need a new sportchef", erklärte Hasan Ismaik im April 2013. Zu Deutsch: "Wir brauchen einen neuen Sportchef." Der amtierende 1860-Sportdirektor Florian Hinterberger hatte damals nach dem Gusto des Geldgebers seine Schuldigkeit getan, wenngleich dieser letzten Endes noch fast ein Jahr durchhielt, bevor er im Unfrieden mit Ismaik endgültig ging.

Zurück in die Gegenwart: Daniel Bierofka startete nach der 0:1-Pleite gegen den FC Bayern II und wenige Wochen vor der Winterpause einen Hilferuf. Zwar unter völlig anderen Voraussetzungen, aber fast mit demselben Wortlaut und unter anderem mit der deutlichen Botschaft: Ich brauche einen Sportchef! "Im Sommer war alles Harakiri, der ganze Verein musste neu aufgestellt werden", erklärte Bierofka über den schmerzhaften Absturz seiner Löwen. Biero anstelle von Abstiegstrainer Vitor Pereira, Robert Reisinger für Präsident Peter Cassalette, eine runderneuerte Mannschaft – zahlreiche Positionen von Spielern und Funktionsträgern wurden bereits neu besetzt.

Gewachsene Strukturen gibt es nicht

Für weitere notwendige Personalien sieht der 38-Jährige dagegen dringenden Handlungsbedarf: Bierofkas Appell, in erster Linie an KGaA-Geschäftsführer Markus Fauser, aber auch in Richtung Vereinsobere und Ismaik: "Jetzt hätten wir die Zeit – jetzt müssen wir handeln!" Die AZ zeigt Bierofkas Forderungen:

Strukturen: Zu Zweitligazeiten? Trainer- und Sportchef-Schleudersitze. Gewachsene Strukturen? Fehlanzeige. Ebenjene fordert Bierofka jetzt: "Ich würde mir wünschen, dass wir klare Strukturen schaffen. Die braucht es, um gut arbeiten zu können. Wir müssen uns professionell aufstellen."

Übergeordnetes Problem: Von Vereinsoberen und Ismaik (oder möglichen weiteren Geldgebern) gibt es nach wie vor keinerlei Signale der künftigen Strategie. Auch die Kommunikation zwischen den Gesellschaftern, bei wichtigen Entscheidungen stets vonnöten, gestaltet sich traditionell schwierig. Bierofka hatte sich im Falle eines Aufstiegs in die Dritte Liga zuversichtlich gezeigt, obwohl Sechzig eine Insolvenz laut Fauser nur haarscharf abwenden konnte. Das zarte Struktur-Pflänzchen muss nun wachsen – und ist auf Mithilfe aller Beteiligten angewiesen.

Die Löwen haben keinen Sportchef

Sportchef: Zurück zu Bierofkas Eingangs-Wunsch. "Es ist ja niemand da. Ich bräuchte aber jemanden", stellt der 38-Jährige klar, "ich habe das Herrn Fauser ja schon vorgeschlagen." Bisher habe sich nichts getan, weil die Sechzger-Sanierung wichtiger war. Nun müsse man sehen, "den Richtigen zu finden. Sportdirektoren gibt es viele, aber man braucht jemanden, der zu Sechzig passt." Wie Bierofka bei "Sky90" erklärte, sei Sechzig "gefühlt der FC Bayern der Regionalliga", mit einer Aufmerksamkeit "wie in der Champions League", wobei vieles "an mir hängen bleibt" – das soll sich nun ändern.

Chefscout: Im Sommer kam Jürgen Jung vom FC Bayern als stellvertretender Leiter des Nachwuchsleistungszentrums zurück – und Bierofka auf Jung zu, damit dieser zusätzlich auch die Funktion als Scout übernimmt. Bierofka dazu: "Seit drei Monaten bin ich schon dran, dass er nur diese Aufgabe als Scout erfüllt. Das ist auch ins Stocken geraten." Bierofkas Forderung: Entweder die ganze Arbeitskraft von Jung im Scouting-Bereich und einen neuen NLZ-Vize, oder eben einen neuen Chefscout – eine der beiden Lösungen soll her.

Winter-Neuzugänge: Last but not least in Bierofkas Aufzählung: Neulöwen. "Wir halten die Augen offen, aber es ist einfach schwierig", erklärt er über den Wunsch nach Winter-Verstärkungen. "Es ist nicht so einfach in der Regionalliga, Spieler zu kriegen. Die Berater sagen immer: In die Vierte Liga will er nicht." Daher müsse man auf junge Spieler und Löwen-Rückkehrer wie Markus Ziereis und Phillipp Steinhart bauen. Apropos Rückkehrer: Nach AZ-Informationen hat Hinterberger noch keinen Anruf von Bierofka erhalten.

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