Kein großes Fressen der Löwen

Sie sollten „Blut geleckt“ haben, wollten „reißen und fressen“. Das hatte der 1860-Coach vollmundig versprochen. Beim 1:1 gegen Frankfurt spielte Uwe Wolfs Löwenrudel so, als sei ihm der Appetit vergangen.
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So richtig wirkten die Löwen nicht nach dem 1:1 gegen Frankfurt.
M.i.S./Bernd Feil So richtig wirkten die Löwen nicht nach dem 1:1 gegen Frankfurt.

MÜNCHEN - Sie sollten „Blut geleckt“ haben, wollten „reißen und fressen“. Das hatte der 1860-Coach vollmundig versprochen. Beim 1:1 gegen Frankfurt spielte Uwe Wolfs Löwenrudel so, als sei ihm der Appetit vergangen.

Es sollte das große Fressen werden. Wegputzen wollten die Löwen die Gäste aus Frankfurt. So hatte es Trainer Wolf angekündigt. Man habe „Blut geleckt", wolle die hessischen Gäste „reißen und fressen". Doch es wurde ein hartes Stück Arbeit – und bisweilen ein Gewürge. Und lange sah es nach einer Niederlage aus. Erst Benny Lauths Treffer zum 1:1 in der 80. Minute bewahrte Wolf und sein Rudel vor der ersten Niederlage im dritten Spiel (seit dem Rauswurf von Marco Kurz). So wurde es ein Remis. Es wäre mehr wäre drin gewesen.

In Frankfurt übrigens war den Löwen in der Hinrunde ein klarer 3:0-Sieg geglückt. Offensiv und mutig richtete der Löwen-Coach sein Team aus: Wintereinkauf Sascha Rösler rückte als Offensivkraft für den defensiven Mathieu Beda in die Startelf. Eine taktische Rochade, deren Effekt nicht richtig viel Wirkung entfaltete.

Zwölf Minuten waren da gespielt, und schon lagen die Löwen zurück: Manuel Schäffler ließ Frankfurts Markus Husterer passieren und der wiederum ließ Löwen-Keeper Michael Hofmann mit einem wuchtigen Kopfball aus kurzer Distanz keine Chance.

So mussten die Löwen einem frühen Rückstand hinterherlaufen. Der wäre zwar wenig später egalisiert gewesen, doch Schiedsrichter Thomas Frank sah Sven Bender bei dessen Tor (22.) im Abseits. Eine Fehlentscheidung. Dem umworbenen Nachwuchstalent (siehe Seite 31) wurde ein reguläres Tor aberkannt.

Dennoch: Wo war es, das große Fressen, das Wolf beschworen hatte? Tatsächlich machte Wolfs Löwenrudel vor allem in der ersten Halbzeit einen eher gesättigten Eindruck. Hatte es ihnen nach dem frühen Rückstand etwa den Appetit verschlagen? Bis auf zwei gute Möglichkeiten von Markus Thorandt kurz vor der Pause schafften es die Löwen nicht, im Strafraum der gut organisierten Frankfurter für Gefahr zu sorgen. Ein Pfeifkonzert begleitete den Gang der Löwen in die Kabine. Das Bild änderte sich jedoch nach der Pause. Gleich nach dem Seitenwechsel kamen die Hausherren zu Chancen im Minutentakt. Der Appetit war offenbar zurückgekehrt. Sven Bender vergab aus kurzer Distanz (46.), Benny Lauth zwang mit einem Fernschuss (47.) FSV-Schlussmann Patric Klandt zu einer Glanzparade. Und Markus Thorandt hätte drei Minuten später erneut per Kopf ausgleichen können. Die Löwen waren plötzlich die aktivere Mannschaft, schnürten den FSV in der eigenen Hälfte ein. Allein, es mangelte an der Treffersicherheit und letzter Konsequenz vorm Tor. Gerade diese Eigenschaften hatte Wolf in seinem Team geweckt, was zu spektakulären Ergebnissen beim 5:1-Heimsieg gegen den FC St. Pauli und beim 3:2-Derbysieg in Ingolstadt führte. Und so mussten sich die Löwen bis zur 80. Minute gedulden, bis Benny Lauth endlich zum 1:1 ausglich. ]

Reinhard Keck, Oliver Griss

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