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Rückkehr von 1860-Aufstiegsheld perfekt: "Er ist eine Identifikationsfigur"

Aufstiegs-Kapitän Felix Weber kehrt zum TSV 1860 zurück. Die Löwen basteln weiter an einem Team, dessen Zusammenstellung langsam aber sicher an die legendäre Saison 2017/18 erinnert.
von  Matthias Eicher
Erfahrene Aufstiegslöwen in der Saison 2017/18: Sascha Mölders, Phillipp Steinhart, Felix Weber und Jan Mauersberger (v.l.)
Erfahrene Aufstiegslöwen in der Saison 2017/18: Sascha Mölders, Phillipp Steinhart, Felix Weber und Jan Mauersberger (v.l.) © Sven Leifer

"Sechzig ist pure Tradition, pure Leidenschaft. Das Herz des Vereins sind die vielen Fans. Ohne die würde es Sechzig nicht mehr geben. Ich bin natürlich immer noch ein Sechzger."

Diese Gänsehaut-Aussagen, die aus einem AZ-Interview vom 29. Oktober 2022 stammen, gehören zu einem gewissen Felix Weber. Damals war der Ex-Löwe mit Eintracht Bayreuth gegen seine alte Liebe angetreten und hatte sie sogar mit 1:0 geschlagen. Jetzt, wo knapp vier Jahre später eigentlich am 4. August das Duell seines aktuellen Vereins DJK Vilzing mit Sechzig anstehen würde, dachte sich der inzwischen 31-jährige Abwehrspieler: Da wechsle ich lieber die Seiten!

1860-Boss Probst: "Felix Weber ist mehr als nur ein Top-Neuzugang für die Defensive"

Als die AZ den gebürtigen Weilheimer am Dienstagvormittag im Auto am Telefon erreichte, meinte Weber mit einem verräterischen Lachen: "Kein Kommentar! Schau' ma mal, was passiert!" Ob er sich gerade auf den Weg an die alte Wirkungsstätte machte, um seinen neuen Vertrag zu unterschreiben? Fakt ist: Um 14.01 Uhr verkündete die 1860 Spielbetreibs-GmbH den Weber-Deal.

"Felix Weber ist mehr als nur ein Top-Neuzugang für die Defensive", sagt Thomas Probst, Geschäftsführer der TSV München von 1860 Spielbetriebs-GmbH. "Er ist eine Identifikationsfigur für die Fans, ein gebürtiger Oberbayer, ein echter Löwe. Er wird mit seiner Erfahrung auf dem Platz die Defensivreihe verstärken und auch in der Kabine ein wichtiger Teil der Gruppe sein."

Im Trikot der DJK Vilzing liefert sich Felix Weber in der vergangenen Spielzeit einen Zweikampf mitGuido Della Rovere vom FC Bayern II.
Im Trikot der DJK Vilzing liefert sich Felix Weber in der vergangenen Spielzeit einen Zweikampf mitGuido Della Rovere vom FC Bayern II. © IMAGO/BEAUTIFUL SPORTS/Goldberg

Überliefert ist, was sich in den vergangenen Tagen und Woche zwischen Weber und Sechzig abgespielt hat: Nach dem Zwangsabstieg der Blauen hat der Ex-Löwe, der zwischen 2011 und 2020 für die U17 (24 Spiele), die U19 (42), die U21 (80) und die Profis (94) aufgelaufen war und dem TSV den eingangs geschilderten Aussagen zufolge ohnehin immer treu verbunden geblieben ist, bei den Giesingern aktiv seine Mithilfe beim Neustart angeboten. Nach einigem Tauziehen mit Webers Noch-Arbeitgeber Vilzing, für den er seit Sommer 2024 insgesamt 58 Spiele (zehn Tore, ein Assist) absolviert hat und der ihn gerne behalten hätte, wurde eine Einigung erzielt. 1860 muss nach AZ-Infos für den beinharten Verteidiger eine kleine Ablöse berappen.

Die Löwen-Jahre waren für Weber "die schönste Zeit!"

Weber, der ausgerechnet am Ende der Abstiegssaison 2016/17 Zweitligaluft schnuppern durfte, die damalige Wiedergeburt unter Vereinsikone Daniel Bierofka mitmachte und sich schließlich als Aufstiegsheld verewigt hat, macht's also nochmal. Damals war Weber noch grün hinter den Ohren und hat seinem Förderer Bierofka eigenen Aussagen zufolge viel zu verdanken. Neben Weber hatte damals Jan Mauersberger, der den Weg nach dem Doppel-Absturz ebenfalls mitgegangen war, den Fels in der Brandung gegeben. Jetzt kehrt Weber selbst als gestandener Dritt- und Regionalliga-Haudegen zurück.

Felix Weber feiert mit Bier den Aufsteig mit dem TSV 1860 in die Dritte Liga im Sommer 2018.
Felix Weber feiert mit Bier den Aufsteig mit dem TSV 1860 in die Dritte Liga im Sommer 2018. © IMAGO/Ulrich Wagner

"Es war unglaublich, wie der Biero damals die neue Mannschaft aufgebaut hat. Auch, wenn es 'nur' die Regionalliga war – das war für mich die schönste Zeit!", schwelgte Weber bereits 2022 im Gespräch mit der AZ in den zurückliegenden Aufstiegsträumen: "Ich erinnere mich sehr gerne daran: Wir sind Meister geworden und haben in Pipinsried gefeiert – da waren 5.000 Fans mit dabei. Das war der Hammer! Und dann der ganze Wahnsinn von Giesing."

Trauriger Abschied vom TSV 1860 anno 2020 – jetzt die Rückkehr

Nach der frenetischen Aufstiegsfeier im und ums Grünwalder Stadion, nach 54 Drittligaeinsätzen (vier Tore) war für Weber auf traurige Art und Weise schließlich Schluss bei Sechzig. "Ich habe dann von meinem Berater erfahren, dass mein Weg bei Sechzig zu Ende ist. Das war schon bitter", so Weber über sein unfreiwilliges Aus: "Es war schon eine schwierige, wenn nicht die schlimmste Zeit für mich als Fußballprofi. Aber was soll man dazu sagen: So ist das Geschäft. Am Anfang war es hart für mich, auch vom Kopf her. Keiner hat mir gesagt warum und weswegen."

Weber ist wohl auch deshalb für den aktuellen Vintage-Weg der neuen Fußballfirma neben dem reaktivierten Keeper Vitus Eicher und Torjäger Florian Niederlechner (beide 35) genau der richtige Rückkehrer, weil sich der Kurvenliebling trotz der damaligen Enttäuschung auf unnachahmliche Weise zum TSV bekannt hat: "Ich bin und bleibe ein Sechzger. Der Verein ist immer größer als die Verantwortlichen."

Na dann, Herr Weber: Willkommen zurück in der Zukunft!

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