Kauczinski-Klartext an die Löwen: "Jetzt darf es keine Ausreden mehr geben"

Samstagnachmittag, 16.30 Uhr: WIRmachenDruck-Arena in Aspach: Ist jetzt endlich alles angerichtet für den ersten Löwen-Sieg 2026?
Geht es nach Markus Kauczinski, ist der im Duell des TSV 1860 beim VfB Stuttgart II fällig, längst überfällig. "Wir sind jetzt an dem Punkt angekommen, an dem wir liefern müssen", stellte der 55-Jährige klar: "Wir sind an einem Punkt, an dem wir dranbleiben und verkürzen wollen."
"Aachen war nicht okay": Kauczinski hadert mit Punkteteilung gegen die Alemannia
Als wären diese Worte des TSV-Trainers nicht schon klar genug gewesen, legte Kauczinski vor dem Aufeinandertreffen mit dem Drittliga-13. (29 Punkte) mantraartig nach: "Jetzt darf es keine Ausreden mehr geben."
Also, Löwen: kämpfen, siegen – dranbleiben.
Und nicht jammern wie nach den ersten drei Duellen der Rückserie gegen Rot-Weiss Essen, beim VfL Osnabrück (jeweils 1:1) und gegen Alemannia Aachen (2:2). "Die Unentschieden gegen Essen und Osnabrück konnten wir noch abhaken unter: ‘okay’, aber Aachen war nicht okay!"
Kauczinski erwartet Erfahrung und Körperlichkeit von Hobsch und Co.
Eine der Ausreden, die 1860 beim 1:1 im Hinspiel (spätes Jokertor durch Sigurd Haugen) und erst recht beim 1:5 gegen Hoffenheim II unter Ex-Coach Patrick Glöckner bedient hatte: Die sind aber ganz schön schnell, diese Talente! Damit diese jungen, talentierten Wilden den alten Löwen-Hasen um Abräumer Philipp Maier (31), Spielmacher Kevin Volland (33) und Torjäger Patrick Hobsch (31) nicht nochmal den Schneid abkaufen, meinte Kauczinski: "Das Alter spielt keine Rolle, wir haben auch junge Spieler. Und von den Alten erwarte ich, dass man einen Tick mehr Erfahrung und Körperlichkeit sieht."
Haugen in der Startelf? Niederlechner wieder im Kader
Auch das von Angreifer Hobsch als "eklig" bezeichnete anstehende Duell im engen Stadion von Großaspach, wo es unangenehm zu spielen sei, lässt Kauczinski nicht gelten: "Ob das Stadion jetzt kleiner ist und nur sieben oder achttausend Zuschauer da sind? Sowas dürfen wir nicht im Kopf haben, aber das glaube ich auch nicht."

Zu guter Letzt ist auch mit der Relativierung Schluss, der TSV habe so viele Verletzte, die den dezimierten Löwen stets ein Alibi verschaffte: Top-Torjäger Haugen sei laut Kauczinski nach seinem Aachen-Comeback "eine Überlegung" für die Startelf. Kollege David Philipp fehlt erkrankt, dafür stehe Torjäger Florian Niederlechner nach muskulären Problemen "wieder im Kader". Joker-Comeback?
Damit 1860 die von Kauczinski geforderte Marschroute ohne Ausreden und endlich mit einem dreifachen Punktgewinn im Gepäck aufgeht, gilt für den TSV-Tross folgendes: "Wir müssen den Schlüssel bei uns suchen." 1860 brauche "mehr Energie, mehr Spielfreude, mehr Risiko nach vorne", nicht ohne die zuletzt etwas ins Wanken geratene "defensive Stabilität." Noch irgendwelche Fragen, Löwen?