Karim Matmour im Interview über Kosta Runjaic, Stefan Aigner und den TSV 1860

Im AZ-Interview spricht Karim Matmour über seine Führungsrolle bei 1860, Kapitän Stefan Aigner, Trainer Kosta Runjaic und das Spiel gegen seinen Ex-Klub Kaiserslautern: „Da gibt es nur Fußball.“
| Interview Patrick Mayer
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Siegtorschütze im DFB-Pokalspiel gegen den Karlsruher SC: 1860-Profi Karim Matmour.
sampics/Augenklick Siegtorschütze im DFB-Pokalspiel gegen den Karlsruher SC: 1860-Profi Karim Matmour.

München - Fünf Tore und 17 Vorlagen in 56 Zweitliga-Spielen - die Bilanz von Karim Matmour für den 1. FC Kaiserslautern liest sich nicht schlecht. Zwischen 2013 und 2015 spielte der Algerier für die Pfälzer, ehe es ihn über England zum TSV 1860 nach Giesing verschlug. Vor dem Duell mit seinem Ex-Klub am Montag (20.15 Uhr, im AZ-Liveticker) sprach der 31- Jährige über seine Zeit in Lautern, hochtalentierte Löwen-Youngster und darüber, wie sein Coach die aktuellen Drucksituation meistert.

AZ: Herr Matmour, elf Liga-Spiele, null Tore, zwei Vorlagen – diese Bilanz entspricht doch sicher nicht Ihren Vorstellungen, oder?

Karim Matmour: Ich erwarte mehr von mir selbst – und wir als Mannschaft mehr von uns. Ich habe mein Bestes noch nicht gezeigt. Ich bin aber davon überzeugt, dass wir als Mannschaft und ich persönlich uns noch steigern können.

Matmour gibt sich selbstkritisch

Woran liegt es bei Ihnen?

Es ist nicht einfach für einen Spieler, sich zu zeigen, wenn es in der Mannschaft nicht gut läuft. Wir hatten großes Verletzungspech, auch mich hatte es kurzzeitig getroffen.

Alles für das Comeback! Aigner schiebt Extra-Schicht

Die Fans erwarten von Ihnen aber Führungsqualitäten. Müssen Sie nicht vorangehen?

Das mache ich. Wir versuchen das jeden Tag. Nochmal: Durch die Verletzungen hatten wir nicht alle Spieler zur Verfügung, mussten unser System ändern. Das ist auch für den Trainer nicht ganz einfach.

Wie interpretieren Sie diese Führungsrolle?

Ich bin von Natur aus nicht laut. Ich bin der, der konstruktiv das Gespräch sucht, nenne den Kollegen Fakten. Nur so gibt es eine Entwicklung. Ich habe auch in dieser Woche mit ein, zwei jungen Spielern gesprochen.

Junge Spieler in den Profikader integrieren: Das ist ein großes Ziel von 1860. Wie Florian Neuhaus oder Felix Uduokhai.

Sie sprechen Felix Uduokhai an. Er ist ein Top-Talent. Man hat schon am Anfang der Saison gesehen, dass er eine große Zukunft hat, aber noch ein bisschen Zeit braucht. Er hat diese Qualität, die man als Profi braucht. Er muss jetzt im Kopf alles verarbeiten, verstehen, wie es läuft. Er ist sofort reingekommen und hat seinen Job gemacht. Im Training steigert er sich jeden Tag.

Matmour über Uduokhai:

Wie geben sich die Löwen-Youngster?

Sie sind sehr konzentriert und hören auf das, was wir erfahrenen Spieler ihnen sagen. Sie versuchen, zu verstehen. Ich habe auch schon junge Spieler gesehen, die meinen, dass sie es besser wüssten. Aber die Jungs hier sind gut erzogen.

Einer, der es besser weiß, ist Stefan Aigner. Es wirkt, als hänge die Mannschaft sehr von ihrem Kapitän ab.

Ich bin der Meinung, dass keine Mannschaft der Welt von einem Spieler bestimmt wird. Es sind elf Mann auf dem Platz. Stefan Aigner zeigt jede Minute seine Qualität, fällt deshalb auf. Er war nicht umsonst Stammspieler in der Bundesliga. Er ist dieses Plus, das die Mannschaft im Moment braucht.

Auch gegen den 1. FC Kaiserslautern. Sie haben zwei Jahre für die Pfälzer gespielt. Was ist hängengeblieben?

Die ganze Stadt lebt für den Fußball. Egal, wo du in Kaiserslautern bist, siehst du das Stadion auf dem Berg. Da gibt es nur Fußball. Aber auch bei Sechzig sind die Leute fußballverrückt, obwohl es in München viel mehr Freizeitmöglichkeiten gibt als in Lautern.

Das sagt Löwen-Coach Runjaic über seinen Ex-Klub

Beim 1. FCK arbeiteten Sie schon früher mit Kosta Runjaic zusammen. Wenn im Fußball – wie im Moment bei 1860 – die Ergebnisse nicht stimmen, steht man schnell auf der Abschussliste. Welchen Eindruck haben Sie von Ihrem Trainer?

Dass er ruhig bleibt und konzentriert weiter arbeitet. Er verliert nicht die Nerven. Er bleibt seiner Linie treu, glaubt fest daran, dass wir als Mannschaft folgen. Im Fußball zählen die Ergebnisse. Die ganze Mannschaft steht hinter Kosta Runjaic.

Wie beobachten Sie ihn in dieser schwierigen Situation?

Wenn du Profi-Trainer sein willst, brauchst du einen starken Charakter. Du stehst so viel in der Kritik. Ich kenne ihn, weiß, dass er mental sehr stark ist. Er wird nicht unruhig, hat seinen Glauben, seine Ideen.

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