"Selten in meinem Fußballerleben": Deswegen freut Volland sich über das Ende des 1860-Trainingslagers
Ein bisserl froh waren die Löwen schon, wieder zurück im verschneiten München zu sein. "Ich bin zwar ein Fan von Trainingslagern, aber wenn beim Buffet jeden Tag das gleiche Essen steht, merkt man das schon", meinte Teilzeit-Gastronom und Stürmer Kevin Volland. Auch die Doppeleinheiten, die fast jeden Tag auf dem Programm standen, haben den 33-Jährigen geschlaucht: "Ich habe in meinem Fußballerleben selten so schwere Beine gehabt."
Philipp bekommt Sonderlob von Kauczinski
Bis Montagnachmittag haben die Spieler des TSV 1860 frei. Familienzeit für Volland. Seine Kinder lernen dieser Tage auf den zugefrorenen Weihern Schlittschuhlaufen. Für Trainer Markus Kauczinski stand dagegen die Nachbereitung auf dem Programm. Insgesamt war er zufrieden, die Spieler seien "enger zusammengerückt". Doch welche Profis stachen im Türkei-Trainingslager heraus, welche fielen ab? Die AZ nennt die Gewinner und Verlierer aus Belek.
Die Belek-Gewinner:
David Philipp: Der Angreifer hat gezeigt, dass er die Verletzung von Sigurd Haugen (Kieferbruch) kompensieren kann. "Man merkt, dass er Rhythmus bekommt", freute sich Kauczinski über die Form von Philipp. In den Einheiten konzentriert, im Testspiel eiskalt. Philipp harmonierte beim 4:1-Sieg gegen den FC Winterthur mit Kevin Volland und Patrick Hobsch. Sechzigs neuer Sturmdreizack. Die Belohnung: ein sehenswerter Treffer zur Führung. Daran gilt es nun in der Dritten Liga anzuknüpfen. Der Platz in der Startelf gegen Rot-Weiss Essen (Samstag, 16 Uhr) scheint ihm nahezu sicher.

Maier zeigt in Belek neue Qualitäten
Philipp Maier: Totgesagte leben länger - dieses Sprichwort trifft auf keinen aktuellen Löwen mehr zu als auf den Oberbayern. Unter Kauczinski-Vorgänger Patrick Glöckner noch Bankdrücker und Tribünengast, nun Stütze im Mittelfeld. Ein Kampfschwein. Maier bewirbt sich um einen neuen Vertrag und strotzt dabei nur so vor Selbstvertrauen. Willig und wichtig für den TSV 1860, zumal Tunay Deniz noch länger ausfallen wird.
Samuel Althaus: Konnte sich an der türkischen Riviera an die erste Elf heranpirschen. Kauczinski zählt das Talent mittlerweile zum festen Kaderbestandteil. Im Testspiel gegen den Erstligisten aus der Schweiz ergänzte er sich mit Maier. "Samu hat ein erwachsenes Spiel mit wenigen Fehlern gemacht", fasste es Kauczinski zusammen. Die Aussichten auf das Startelfdebüt gegen Essen sind so gut wie nie. Immerhin fällt Vize-Kapitän Thore Jacobsen wegen einer Gelbsperre aus.

Pfeifer verletzt sich erneut
Raphael Schifferl: Sollte nach seiner Verletzung in Belek an die Mannschaft herangeführt werden, machte wichtige Schritte zum Pflichtspielcomeback. Und wurde zum großen Profiteur des Giesinger Verletzungspechs. Durch die Ausfälle von Kapitän Jesper Verlaat und Sean Dulic (beide Muskelverletzungen) dürfte er vorerst in der Innenverteidigung gesetzt sein.
Die Belek-Verlierer:
Manuel Pfeifer: Wollte sich im Trainingslager zurück in die erste Garde der Löwen spielen, musste aber schon am zweiten Tag seine Mission vorerst abbrechen. Eine Muskelverletzung bremste ihn aus. Pfeifer verbrachte den Rest des Trainingslagers im Fitnessstudio des Teamhotels, reiht sich nun hinter seinen Herausforderern auf der Schiene, Marvin Rittmüller, Kilian Jakob und Clemens Lippmann, ein.

Steinkötter wird von Kauczinski rasiert
Tim Danhof: Spricht Kauczinski über den Konkurrenzkampf auf der Außenbahn, fällt sein Name nicht. Zeigte sich zwar engagiert, spielt aber vorerst keine Rolle beim TSV 1860. Danhof wird es in der Rückrunde schwer haben, auf Einsatzminuten zu kommen.
Justin Steinkötter: Wurde direkt am ersten Abend des Trainingslagers vom Coach rasiert. "Er hat in der Dritten Liga noch keine Fußstapfen hinterlassen", wurde Kauczinski beim Thema Steinkötter deutlich. Ein öffentlicher Wachmacher? Der introvertierte Stürmer bemühte sich zwar in den Einheiten, ihm fehlt es aber weiter an Präsenz auf dem Platz.
Niederlechner wird zum Sorgenlöwe
Florian Niederlechner: Der große Sorgenlöwe. Schon vor der Winterpause mit Ladehemmung auf die Bank verbannt, nun kommt auch noch eine Verletzung dazu. In Belek nicht dabei, hat Niederlechner weiter Boden auf seine Konkurrenten verloren. Kauczinski hat ein neues Sturmtrio gefunden. Auch sein direkter Konkurrent Patrick Hobsch liefert. 2026 könnte ein schweres Jahr für Niederlechner werden.

