Jung-Löwe Schindler: "Ich war völlig baff"

Nach Moritz Leitner und Kevin Volland hat 1860-Trainer Reiner Maurer in Christopher Schindler nun schon den dritten Jung-Löwen in der laufenden Saison zum Einsatz gebracht. Für den 20-Jährigen ging mit dem ersten Einsatz im Profiteam ein Traum in Erfüllung.
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Seine Verletzung vergrößert die Löwen-Not: Christopher Schindler
sampics/Matzke Seine Verletzung vergrößert die Löwen-Not: Christopher Schindler

MÜNCHEN - Nach Moritz Leitner und Kevin Volland hat 1860-Trainer Reiner Maurer in Christopher Schindler nun schon den dritten Jung-Löwen in der laufenden Saison zum Einsatz gebracht. Für den 20-Jährigen ging mit dem ersten Einsatz im Profiteam ein Traum in Erfüllung.

Christopher Schindler tippte und tippte, doch es dauerte eine ganze Weile, ehe er all die SMS in seinem Handyspeicher gelesen hatte. "Wahnsinn", sagte er, "ich habe so viele Glückwunsch-Nachrichten bekommen. Dabei muss ich selbst erst mal realisieren, was passiert ist." Der 20-Jährige hatte soeben sein Debüt bei den Profis des TSV 1860 gegeben.

Für den jungen Fußballer der Löwen ging mit dem ersten Zweitligaeinsatz im Heimspiel gegen Union Berlin ein Wunsch in Erfüllung, "Ich bin jetzt in der 13. Saison im Verein, ich habe immer davon geträumt, mal als Profi eingesetzt zu werden. Jetzt ist es so weit. Ich kann es kaum fassen." Als Löwen-Trainer Reiner Maurer in der Schlussphase des umkämpften Heimsieges einen kopfballstarken Spieler einwechseln wollte und Assistenz-Coach Alexander Schmidt den 1,91 Meter großen Defensivspieler herbeirief, "ja, da ist mir das Herz fast in die Hose gerutscht. Ich war völlig baff", erzählte Schindler später. "Als ich vorher gesehen hatte, wer sich alles mit mir warmläuft, hätte ich nie im Leben damit gerechnet, eingewechselt zu werden."

Zwar rutschte Schindler, der im Sommer in diversen Testspielen schon zum Einsatz gekommen war und unter anderem im Jubiläumsspiel gegen Dortmund von Beginn an gespielt hatte, vor allem wegen der Verletzungen von Daniel Bierofka und Mate Ghvinianidze in den Kader nach, dennoch darf er sich Hoffnungen machen, künftig öfter eingesetzt zu werden. "Ich mache mich deswegen aber nicht verrückt. Jetzt genieße ich erst mal kurz den Moment", sagte er nach seinem Einstand.

Für Schindler, der im vergangenen Jahr am Theolinden-Gymnasium Abitur gemacht hat und danach an der LMU ein Jura-Studium begann, zahlt es sich nun aus, die Lehrbücher schon nach einem Semester beiseite gelegt und sich für den Fußball entschieden zu haben. "Ich traue mir zu, mich bei Sechzig durchzubeißen", sagt er, "aber das geht nur, wenn man sich auch voll auf die Aufgabe konzentrieren kann".

Erst mal aber sucht sich das technisch feine Löwen-Talent, das sich entweder im zentralen Mittelfeld oder in der Innenverteidigung am wohlsten fühlt, eine eigene Wohnung. "Nach 20 Jahren bei den Eltern in Perlach wird's langsam mal Zeit", sagt er. "Ich denke, ich kann mein Leben nun selbst in die Hand nehmen."

Marco Plein

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