Iraki weg: Nur noch Ismaik übrig

Nach Präsident Schneider und Geschäftsführer Schäfer verlässt nun der nächste Funktionär die Löwen: Hamada Iraki, einst Vertrauter von Investor Ismaik.
| F. Cataldo, M. Wessing
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Nach Präsident Schneider und Geschäftsführer Schäfer verlässt nun der nächste Funktionär die Löwen: Hamada Iraki, einst Vertrauter von Investor Ismaik.

München - Vier wackere Gestalten machten sich 2011 auf, die Löwen zu retten – und den deutschen Fußball zu revolutionieren. Vorreiter wollten Dieter Schneider, Robert Schäfer, Hasan Ismaik und Hamada Iraki sein, Vorbilder für andere Klubs, als sie die erste Partnerschaft eines deutschen Fußballklubs mit einem arabischen Investor besiegelten.

Und jetzt? Präsident Dieter Schneider? Abgetreten. Geschäftsführer Robert Schäfer? Abserviert. Vermittler, Statthalter, Aufsichtsrat und Vermarkter Hamada Iraki? Runter von der Bühne. „..., da war es nur noch einer“.

Am Dienstag ist Iraki, der Investor Hasan Ismaik und den TSV 1860 einst zusammenbrachte, dann das Geschehen bei den Löwen bestimmte, ehe er sich mit Ismaik verkrachte, von seinem Amt als Geschäftsführer des 1860-Vermarkters HI2 zurückgetreten. Gleichzeitig kaufte ihm Ismaik seine 45 Prozent der Anteile an der bisher gemeinsamen Firma ab. Iraki soll in etwa die Summe erhalten haben, die er einst investierte – rund 1,8 Millionen Euro. „Hasan Ismaik und ich waren einfach zu unterschiedlich. Es hat zuletzt nicht mehr gepasst“, sagte Iraki der AZ.

Damit ist Iraki, der seine Ämter im Aufsichtsrat und Beirat bereits Ende 2011 zurückgegeben hatte, endgültig Geschichte bei 1860. Die Bedeutung seines Ausstiegs:

Wer folgt Iraki als HI2-Geschäftsführer? Ismaiks Cousin und Statthalter Noor Basha. „Ja, ich werde das machen“, sagte Basha der AZ. Damit ist Basha, seit einigen Wochen schon als Scout bei 1860 angestellt, künftig in einer bezahlten Doppelfunktion bei den Löwen tätig. „Iraki wollte die Anteile schon seit längerer Zeit verkaufen, da er nicht mehr genügend Zeit für 1860 hatte. Aber der Verein verdient mehr Zeit“, sagte Basha. Den Job bei HI2 wird sich Basha, ein studierter Pharmazeut, mit einem weiteren Geschäftsführer teilen, der noch gefunden werden muss.

Was bedeutet das für HI2? „Wir haben einen klaren Plan und wollen Stabilität“, sagte Basha. Wie wichtig die Vermarktungsfirma für 1860 ist, ist ohnehin fraglich. Den Vertrag mit Hauptsponsor VW handelte Schäfer aus, HI2 kassierte nur eine Provision. Zudem ist seit Sommer auch Vermarktungsriese Infront beratend – und gegen Provision – tätig bei 1860.

Was bedeutet Irakis Abschied für 1860? Der meinungsfreudige Iraki war der Letzte bei 1860, der Widerstand gegen Ismaiks Kurs ausübte. Präsident Gerhard Mayrhofer würde sagen: Iraki war der Letzte, der die neue Harmonie zwischen Verein und dem Mehrheitsgesellschafter gefährdete. Ohne Ismaik geht bei den Löwen ohnehin nichts. Nun bekommt er keinen Gegenwind mehr.

 

 

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