"Ich finde, dass mehr drin war": Eberwein findet kritische Worte nach Remis des TSV 1860

Neuzugang Michael Eberwein trifft zum Auftakt historisch und entfacht neue Euphorie beim TSV 1860.
Matthias Eicher
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Auch von einem Cut über dem linken Auge lässt sich Neulöwe Michael Eberwein nicht stoppen.
Auch von einem Cut über dem linken Auge lässt sich Neulöwe Michael Eberwein nicht stoppen. © IMAGO

Manche Ereignisse sind derart historisch, dass sie in voller Länge beschrieben werden müssen – inklusive ihrer Entstehung: Der 2018er-Aufstiegskapitän Felix Weber mit der Spieleröffnung rechts raus zu Rückkehrer Julian Bell, der eine präzise Flanke in den Strafraum schlägt. Neulöwe Michael Eberwein bringt die Kugel mustergültig mit dem Knie unter Kontrolle, narrt damit zugleich seinen Gegenspieler – und trifft eiskalt-unhaltbar für Torwart Jan Mottl volley in die Maschen.

Eberwein: "Es ist immer wichtig, wenn man gut reinstartet"

"Es ist immer wichtig und schön, wenn man gut reinstartet und sich ein gutes Gefühl abholt", sagte Neuzugang Eberwein nach dem 2:2 der neuen Fußball-Firma des TSV 1860 e.V. im ersten Punktspiel der Regionalliga-Saison 2026/27 beim 1. FC Schweinfurt 05 und freute sich über das vollbrachte Werk: "Ich bin froh, dass mir das gelungen ist. Beim ersten Spiel zu treffen für den neuen Verein ist immer ein positives Gefühl."

Nicht nur für Eberwein war's ein erster Streich, auch für die Giesinger: Der Treffer des 30-jährigen Offensivspielers zum zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich bei den "Schnüdeln" wird als Premierentreffer des Zeitalters nach der Loslösung von Investor Hasan Ismaik in die lange, achterbahnfahrtsgleiche Vereinshistorie des Deutschen Meisters von 1996, dem nach 1982 und 2017 gleich zum dritten Mal die Lizenz entzogen worden war, eingehen.

Eberwein kam von Borussia Dortmund II

"Das ist Wahnsinn, hab ich in dieser Form auch in meinem Alter noch nie so erlebt." Eberweins erste Male mit Sechzig. Der gebürtige Dellnhausener aus der Holledau hat schon ein bisserl was erlebt in seinem Fußballer-Leben, darunter seine kind- und jugendliche Ausbildung am Ball beim SV Oberhaindlfing, bei der SG Eintracht Freising und bei den Roten, sowie nachfolgende Karrierestationen bei Fortuna Köln, Holstein Kiel, dem Halleschen FC und Borussia Dortmund II. Von dort ist er gekommen, um die geschichtsträchtige Wiedergeburt der Blauen zu erleben.

"Das ist überhaupt nicht selbstverständlich, dass die Masse an Fans hinter uns steht und eine Aufbruchsstimmung herrscht", staunt der torgefährliche Mittelfeldmann über den weiß-blauen Support von an die 4000 mitgereisten Fans nach Schweinfurt und etwa 1000 Unterstützer am Trainingsplatz beim Mittwochstraining.

Technisch sauber und ungemein wichtig, für Spieler und Klub: Michael Eberwein trifft für den TSV 1860 zum zwischenzeitlichen 1:1 gegen den 1. FC Schweinfurt.
Technisch sauber und ungemein wichtig, für Spieler und Klub: Michael Eberwein trifft für den TSV 1860 zum zwischenzeitlichen 1:1 gegen den 1. FC Schweinfurt. © sampics

Eberwein freut sich auf Heimspielpremiere mit dem TSV 1860

"Man genießt einfach, wenn man sieht, was am Mittwoch los war, was hier los ist", meinte der hoch aufgeschossene Spieler (1,93 Meter) und blickte voraus auf seine Giesing-Premiere, gleichbedeutend mit Sechzigs erstem Heimspiel der Post-Ismaik-Ära am Freitag gegen den FC Augsburg II (19 Uhr, im AZ-Liveticker): "Ich freue mich schon riesig auf das erste Heimspiel am Freitag im Grünwalder."

Ein Wörtchen muss bei all der geschichtsträchtigen Ereignisse aber schon noch über das Endergebnis und die aktuelle Verfassung der Sechzger gesprochen werden. Der ambitionierte Eberwein war der erste Akteur, der nach der packenden Punkteteilung von "Enttäuschung" gesprochen hatte: "Ich finde, dass mehr drin war. In den wenigen Phasen, in denen wir das Spiel nicht unter Kontrolle hatten, hat uns der Gegner sofort bestraft."

TSV 1860 war gegen Schweinfurt "größtenteils spielbestimmend"

Mit Ausnahme der beiden Gegentreffer sei 1860 "größtenteils spielbestimmend" gewesen und habe "die besseren Chancen" gehabt. Eine zutreffende Einschätzung, die höchstens das nicht gegebene Abseitstor der Schweinfurter am Ende unter den Tisch fallen ließ.

Viel wichtiger als das nun nicht mehr beeinflussbare Auftakt-Ergebnis ist, dass sich die Sechzger zu einer schlagkräftigen Einheit formieren. Hierzu gebe es laut Eberwein ein gutes Rezept: "Mit jedem Erfolgserlebnis, mit jedem Spiel wächst man schneller zusammen, deswegen hoffe ich jetzt einfach, dass wir möglichst schnell auch Siege einfahren, denn das schweißt einen zusammen und pusht einen noch mehr."

Wurde von den Mitspielern für seinen Treffer gefeiert: Michael Eberwein.
Wurde von den Mitspielern für seinen Treffer gefeiert: Michael Eberwein. © IMAGO

Dressel lobt Neuzugang Eberwein

Geht es nach Kapitän Dennis Dressel, kommt Eberwein hierbei eine Schlüsselrolle zu: "Der Mann ist eine Top-Verstärkung für uns. Spielerisch, sportlich, aber auch menschlich. Mit dem werden noch viel Freude haben."

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