"Ich erlebe das sicher nicht mehr": FC-Bayern-Boss Dreesen mit Spitze gegen den TSV 1860

Jan-Christian Dreesen, CEO beim FC Bayern, spricht im Presseclub über die Lage beim ewigen Lokalrivalen TSV 1860.
von  AZ
CEO beim FC Bayern: Jan-Christian Dreesen.
CEO beim FC Bayern: Jan-Christian Dreesen. © IMAGO

Seit dem Lizenz-Knall, dem schwarzen Mittwoch, ist der TSV 1860 Dauerthema in der Stadt. Selbst an der Säbener Straße, beim FC Bayern, hat man natürlich verfolgt, was sich in den vergangenen Wochen beim ewigen Lokalrivalen abspielte. 

Dreesen: "Ein Insolvenzverfahren ist kein einfacher Prozess"

Schadenfreude empfindet man laut CEO Jan-Christian Dreesen nicht. "In dieser Denkkategorie denken wir beim FC Bayern nicht und ich sowieso nicht", sagte der Boss des Rekordmeisters am Dienstagmittag im Presseclub München. "Wenn ein Fußballverein in eine Insolvenz oder wirtschaftliche Turbulenzen gerät, ist das für den Fußball und den Standort München nicht gut." 

Entsprechend wünschte Dreesen dem Regionalligaverein von der Grünwalder Straße nur das Beste. "Ein Insolvenzverfahren ist kein einfacher Prozess", betonte er: "Es ist durchaus einiges geboten und wir werden sehen, wo das endet." 

Wollen weiterhin im Grünwalder Stadion spielen: Die Amateure des FC Bayern.
Wollen weiterhin im Grünwalder Stadion spielen: Die Amateure des FC Bayern. © IMAGO

Dreesen über eine Überweisung an den TSV 1860

Ob er dem Verein fünf Millionen Euro überweisen würde, um wirtschaftlich besser dazustehen, wurde er anschließend gefragt. Dreesen musste lachen, meinte dann: "Ich wünsche 1860 München, dass sie wieder auf die Beine kommen, und ich bin optimistisch, dass sie das schaffen werden. Insbesondere, weil sie treue Fans haben, die seit Jahrzehnten eine Leidensfähigkeit zeigen, die unglaublich ist. Manchmal ist es auch gut, wenn man wieder von unten anfangen muss. Dann kann man die Dinge neu sortieren."

Erst dann meinte er zu der Frage: "Den Vorschlag sehe ich etwas kritisch. Bis heute gibt es ja bei uns gelebte Antipathie von Mitgliedern und Fans. Ich glaube nicht, dass Teile unserer Mitglieder das positiv sehen würden. Der FC Bayern hat in der Vergangenheit durchaus einen Beitrag geleistet, wenn da Not am Mann war, aber nur immer in einem Rahmen, der für einen selbst von Nutzen war."

Die Anhänger des FC Bayern ziehen das Mega-Banner über den Marienplatz – unwissend, dass es sich dabei um ein Anti-Bayern-Banner handelt, das offenbar aus der Hand von 1860-Fans stammt.
Die Anhänger des FC Bayern ziehen das Mega-Banner über den Marienplatz – unwissend, dass es sich dabei um ein Anti-Bayern-Banner handelt, das offenbar aus der Hand von 1860-Fans stammt. © Screenshot BR

Dreesen kann über Aktion des TSV 1860 lachen

Dass es nach Jahren nun wieder ein Lokalderby, nur eben in der Regionalliga mit den Amateuren, gibt, freut Dreesen. "Für die zwei Derbys hoffe ich, dass gute Stimmung ist, aber nichts anderes, also keine Auseinandersetzungen", so der Geschäftsführer der Münchner. Eine kleine Spitze gegen den Löwen konnte er sich allerdings nicht verkneifen.

Als er auf das "FC Bauern Hu***söhne"-Banner bei der Meisterfeier im Mai angesprochen wurde, meinte er trocken: "Ich kann darüber lachen. Die Antwort darauf, nicht ganz ernst gemeint: Unsere Fans werden sich revanchieren. Aber es wird so weit nicht kommen. Also ich erlebe das sicherlich nicht mehr." 

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