"Ich definiere Erfolg so": 1860-Präsident Mang rechnet den Löwen seine Aufstiegsformel vor

Beim Kabarettabend der "Unternehmer für Sechzig" zugunsten des Löwen-NLZ rechnet 1860-Präsident Gernot Mang den Profis seine Formel für den Aufstieg vor: "Die Gegner sind machbar, wenn ihr an euch glaubt."
Matthias Eicher,
Florian Weiß
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1860-Präsident Gernot Mang (l.) mit Cheftrainer Markus Kauczinski während des Wintertrainingslagers im türkischen Belek.
1860-Präsident Gernot Mang (l.) mit Cheftrainer Markus Kauczinski während des Wintertrainingslagers im türkischen Belek. © sampics

Wer es mit dem TSV 1860 hält, dem tut eine Prise Humor sehr gut. Manch einer würde sogar sagen, ein kräftiger Schuss Galgenhumor hilft, um die diversen weiß-blauen Gefühlstäler durch- und zu überstehen. Ende November 2010 beschrieb Kabarettist Hannes Ringlstetter den Charakter eines Sechzgers in seinem bis heute legendären Auftritt beim Jubiläumsabend "Lachen mit den Löwen", aus dem Sätze wie "Des werd doch nie was, jetzt steing ma ab", "Jetzt steing ma auf und dann marschier ma durch", "Jetzt kaff ma an Brasilianer" hängengeblieben sind.

Beim Kabarettabend der "Unternehmer für Sechzig" (Uf60) im Hofbräukeller am Dienstagabend vor rund 350 Gästen mit den Comedians Michael Altinger, Claudia Pichler und "Wiggerl" wurde neuerlich gescherzt und gelacht – alles zur Unterstützung des Nachwuchsleistungszentrums (NLZ). Insgesamt kam ein mittlerer fünfstelliger Betrag zusammen. Ex-Nationalspieler Kevin Volland, der mit Junglöwe Lasse Faßmann ebenfalls kurz auf der Bühne stand und mit ihm zusammen über ihre Fußballer-Anfänge erzählten, erntete gegen Ende der Veranstaltung schließlich Applaus, als er Altinger verschwitztes "matchworn" T-Shirt mit einem Löwen drauf für 100 Euro ersteigerte.
Dazu wurden von Fans ein signiertes 1860-Trikot (860 Euro), zwei VIP-Tickets für ein Heimspiel (700 Euro) und ein signierter Spielball (440 Euro) ersteigert.

Altinger: "Als Blauer gegen einen Roten und für einen Grünen stimmen"

Das humoristische Highlight des Abends war Altinger, nachdem Pichler den Saal unter anderem als weiß-blaues Double der Schlagersängerin Nicole ("Ein bisschen Frieden") begeisterte und sich Wiggerl, der einst als Amateurkicker "mit acht Weißbier in der Rüstung ausgeholfen und nach meiner Einwechslung gleich den Ball verstolpert, damit ein Gegentor verschuldet und fünf Minuten später einen Muskelfaserriss geholt hat", sich vergeblich als Aushilfs-Löwe bei Coach Kauczinski anbot.

Gute Laune ob eines gelungenen Kabarettabends, dem Erlös des Abends für das Löwen-NLZ und der starken 1860-Phase in der Liga: Claudia Pichler, Michael Altinger, Kevin Volland und Uf60-Vorstand Peter Lechner.
Gute Laune ob eines gelungenen Kabarettabends, dem Erlös des Abends für das Löwen-NLZ und der starken 1860-Phase in der Liga: Claudia Pichler, Michael Altinger, Kevin Volland und Uf60-Vorstand Peter Lechner. © Matthias Eicher/AZ

Altinger leitete seinen Auftritt wie folgt ein und erntete frenetischen Applaus: "Wunderschön ist es gerade in München. Wer hätte gedacht, dass ein Oberbürgermeister mal stolpert über den FC Bayern? Wenn es in diese Stichwahl hineingeht, kann man als Blauer gegen einen Roten und für einen Grünen stimmen, oder?" Die OB-Stichwahl am Sonntag ist durchaus auch für den Löwen-Kosmos wichtig, schließlich geht es dabei unter anderem darum, wer im Rathaus künftig das Sagen hat und mit wem man sich über die Zukunft des Grünwalder Stadions austauschen wird.

1860-Präsident rechnet den Erfolg vor: "77 Prozent: nicht aufgeben!"

Ernsthafte Worte richtete aber 1860-Präsident Gernot Mang direkt zu Beginn des Abends an die Gäste. Nach dankenden Sätzen unter anderem in Richtung "Unternehmer für Sechzig" (Sicherstellung des 1860-Fahrdienstes mit Kosten von über 100.000 Euro, Sponsoring der U-Mannschaften und handwerkliche Hilfe rund um das NLZ), Hauptsponsor "Die Bayerische" (seit zehn Jahren auf der Löwen-Brust) wandte sich der Oberlöwe an die ebenfalls anwesenden Löwen-Profis.

"Etwas muss ich noch zur Mannschaft sagen", begann er: "Vielleicht könnt ihr euch erinnern: Beim Neujahrsempfang habe ich euch gesagt: Ihr habt es in der Hand, Geschichte zu schreiben. Sechzig Jahre Deutscher Meister. Jetzt sind noch neun Spiele zu spielen. Neun harte Spiele, das weiß ich. Aber neun Spiele, mit denen wir Erfolg definieren können. Ich definiere Erfolg so: ein Prozent Glück, zwei Prozent Talent, zwanzig Prozent eine Mannschaft zu sein, auf und neben dem Platz. Und 77 Prozent: nicht aufgeben! Den Willen haben, um diesen Erfolg über die Bühne zu bringen. Auf Englisch heißt es: 'Never give up!'"

"Jetzt sagt mir mal, warum sollten wir die letzten neun Spiele nicht gewinnen?"

Mang ergänzte motivierend: "Ihr habt fünf Spiele nacheinander gewonnen, im Jahr 2026 nur ein Spiel verloren. Und jetzt sagt mir mal, warum sollten wir die letzten neun Spiele nicht gewinnen? Die Gegner sind machbar, wenn ihr an euch glaubt. Wir glauben an euch und ich bin überzeugt, dass wir noch viel Spaß haben werden."

Vielleicht schon im Duell beim direkten Kontrahenten MSV Duisburg am kommenden Sonntag.

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