Hiobsbotschaft für den TSV 1860 vor dem Stadtderby gegen FC Bayern II

Tunay Deniz verletzt sich im Auswärtsspiel beim FV Illertissen. Trainer Alper Kayabunar: "Er hat Probleme an seinem verletzten Knie auf der rechten Seite."
von  Matthias Eicher
Verletzte sich in der Schlussphase in Illertissen: Tunay Deniz.
Verletzte sich in der Schlussphase in Illertissen: Tunay Deniz. © sampics

Es lief die 89. Spielminute im Regionalliga-Duell der Löwen am Samstag beim FV Illertissen (1:1), da musste Tunay Deniz vom Feld: Der Spielmacher der Blauen fasste sich ans Knie, das bandagiert werden musste. Schnell läuteten die Alarmglocken bei den Löwen, schließlich hatte sich der Spielmacher in der vergangenen Saison 2025/26 im Heimspiel gegen Energie Cottbus (3:0) im November 2025 einen Kreuzbandriss zugezogen und ganze neun Monate gefehlt. Nun folgt der nächste Deniz-Schock – mit bislang unbekanntem Ausmaß...

Deniz hat Probleme am rechten Knie

"Wie ernst es ist, wissen wir ehrlich gesagt noch nicht", sagte Chefcoach Alper Kayabunar vor dem Heimspiel des TSV 1860 gegen die SpVgg Bayreuth (19 Uhr) über die Schwere von Deniz’ Knieverletzung und ließ damit Raum für Spekulationen: Hat der 32-Jährige etwa schon wieder diese Horrorverletzung erlitten?

"Ja, er hat Probleme an seinem verletzten Knie auf der rechten Seite. Wir haben am Sonntag nochmal gesprochen", bestätigte Kayabunar über das schon einmal schwer verletzte Gelenk des Deutsch-Türken, sprach aber nur von "leichten Schmerzen" und verwies auf einen ausstehenden Gang zum Arzt: "Wir müssen die MRT-Untersuchung abwarten." Dazu sagte Kayabunar, dass Deniz relativ sicher gegen Bayreuth ausfalle.

Muss auf Tunay Deniz verzichten: Löwen-Trainer Alper Kayabunar.
Muss auf Tunay Deniz verzichten: Löwen-Trainer Alper Kayabunar. © IMAGO

Kayabunar: "Tunay ist immer besser in Form gekommen"

Nach AZ-Informationen wird Deniz nicht nur gegen Bayreuth fehlen, sondern auch am Sonntag im Derby gegen den FC Bayern II (15 Uhr, AZ-Liveticker), was für 1860 einen herben Verlust darstellt. Doch viele Fans der Blauen und gewiss auch Coach Kayabunar würden einen ein- oder zweiwöchigen Ausfall ziemlich sicher liebend gerne unterschreiben, bliebe Deniz denn nur ein zweites Mal innerhalb eines Jahres von derselben Diagnose verschont.

Keinerlei Zweifel bestehen dagegen wohl im gesamten Löwen-Kosmos, welchen Stellenwert Deniz für Sechzig und die neue Fußballfirma hat. "Tunay ist immer besser in Form gekommen", meinte Kayabunar über den Mann, der seine überragende Stellung als Ballkünstler bislang mit vier Toren und vier Assists unter Beweis stellen konnte, darunter gleich drei Traumtore "und gerade im Spiel mit dem Ball ist er natürlich mit seinen Ideen, muss man auch ehrlich sagen, für uns schwer zu ersetzen, weil er ein sehr spezieller Spieler ist."

Bei den Fans des TSV 1860 beliebt: Tunay Deniz.
Bei den Fans des TSV 1860 beliebt: Tunay Deniz. © IMAGO

Deniz wurde zum Fanliebling des TSV 1860

Und zwar einer, der im vergangenen Sommer als historischer erster Neuzugang der neuen Spielbetriebsgesellschaft in die Vereinshistorie eingegangen ist. Der Verbleib des gebürtigen Berliners trotz des Löwen-Bebens inklusive Absturz in den Amateurfußball und seine damaligen emotionalen Worte haben dazu beigetragen, dass sich die Anhängerschaft und der Kreativ-Kicker seit Sommer gegenseitig nur noch mehr ins Herz geschlossen haben: "Wer nur bleibt, wenn alles gut läuft, liebt den Erfolg. Wer bleibt, wenn es schwer wird, liebt den Verein."

Was etwaigen Ersatz angeht, will es Kayabunar genauso halten wie mit Sechzigs Ambitionen, die vielleicht stärker von einem gesunden Deniz abhängen, als es seinem Trainer lieb sein kann: Von Spiel zu Spiel denken. "Trotzdem haben wir gerade im Zentrum auch andere gute Spieler und müssen schauen, eine Lösung zu finden."

Könnte Tunay Deniz gegen Bayreuth ersetzen: Michael Eberwein.
Könnte Tunay Deniz gegen Bayreuth ersetzen: Michael Eberwein. © IMAGO

Eberwein könnte Deniz gegen Bayreuth ersetzen

Für Bayreuth könnte diese Lösung Michael Eberwein heißen – der torgefährliche Offensivmann ist eben wieder fit geworden. Auf der Sechs stünde neben Kapitän Dennis Dressel wie zuletzt Raphael Wach bereit. Mit Neulöwe Eric Uhlmann böte sich ein weiterer wieder genesener Akteur für die defensivere Rolle an, die auch Deniz bereits bekleidet hat.

Über seine Leiden nach dem Kreuzbandriss hatte Deniz damals ebenfalls bewegende Worte gefunden: "Neun Monate. So viele Gedanken, so viele Emotionen und immer dieses eine Ziel vor Augen: zurück auf den Platz. Es war kein leichter Weg. Aber ich habe nie aufgehört, daran zu glauben, dass dieser Moment wieder kommen wird."

Bleibt zu hoffen, dass die ausstehende Diagnose ungleich glimpflicher wird.

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