Heißblütig auch ohne Pyro: 1860-Zeitenwende verändert auch das Fan-Verhalten

Die Löwen können auch brav, wenn sie nur wollen: Die aktive Fanszene des TSV 1860 hat sich beim Regionalliga-Auftakt am Samstag beim 1. FC Schweinfurt 05 (2:2) vorbildlich verhalten – trotz einer Pyro-Show der Fanszene der "Schnüdel" und eines Notrufs der Deutschen Bahn bei der Bundespolizei, der sich lediglich als Vorsorge-Maßnahme herausstellen sollte.
Im Rahmen des Spiels waren es nach einer Warnung des örtlichen Polizeisprechers nicht die Blauen, sondern die Schnüdel-Anhänger, die auf der Gegengerade Pyrotechnik zündeten – und vom eigenen Stadionsprecher ermahnt wurden. Die an die 4000 mitgereisten Giesinger haben sich dagegen auf lautstarken Support mit frenetischen Gesängen und dem aktuellen Anlass entsprechenden Fan-Utensilien (Doppelhalter und Fahne mit der Aufschrift "Freiheit für Sechzig") verlegt.
Pyrotechnik? 1860-Fans sind vorsichtig – auch wegen Ansage des Verbandes
Nach AZ-Informationen verzichten die Ultras auf die verbotene Zündel-Show, um das zarte Neustart-Pflänzchen ohne Investor Hasan Ismaik nicht mit zusätzlichen Kosten oder 1860 aufgrund der Null-Toleranz-Politik des Bayerischen Fußballverbands (BFV) sogar mit drohenden Punktabzügen zu belasten. Zu Zeiten der "alten", nun vorinsolventen Fußball-Firma (KGaA), an der Sechzigs umstrittener Geldgeber Hasan Ismaik 60 Prozent der Anteile hält, dürften den Ultras die Verbandsstrafen, allein in der Saison 2025/26 knapp 200.000 Euro, relativ egal gewesen sein...

Zwischenfall mit 1860-Fans im ICE, der eigentlich keiner war
Auf der Rückfahrt der 1860-Fans ereignete sich zudem ein Polizeieinsatz. "Gegen 21:20 Uhr informierte die Notfallleitstelle der Deutschen Bahn die Bundespolizei über eine Gruppe von zunächst 15 bis 20 Fußballfans im ICE 681 auf dem Weg nach München, welche im Zug randalieren sollen", teilte die Bundespolizei mit: "Der ICE wurde daraufhin außerplanmäßig am Bahnhof Dachau auf Gleis 4 angehalten."
Nach einer Überprüfung und Befragung durch die Einsatzkräfte ergaben sich jedoch "keine Hinweise auf Sachbeschädigungen oder sonstige Straftaten", es hätten nur einige Fans "im Bordbistro lautstark Fangesänge angestimmt sowie mit den Händen gegen Wände, Scheiben und die Decke geschlagen."