Große Liebe, großes Zittern

Angetrieben von 45300 Zuschauern feiert 1860 einen mühsamen 1:0-Auftakt gegen Regensburg. Maurer schwärmt von „prächtiger Kulisse” – aber: „Wir haben keinen Fußball gespielt! Katastrophal”
| Marco Plein
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Grzegorz Wojtkowiak trifft zum 1:0 gegen den SSV Jahn Regensburg
dpa Grzegorz Wojtkowiak trifft zum 1:0 gegen den SSV Jahn Regensburg

MÜNCHEN Der letzte Schrei stieg derart laut aus der Arena auf, dass man meinen konnte, den Löwen wäre schon jetzt etwas Großes gelungen. Im Grunde war ihnen etwas Großes gelungen, zwar nicht auf dem Rasen, aber drumherum. Im ersten Heimspiel der neuen Saison verschafften die euphorisierten Löwen-Fans ihrer Mannschaft einen fulminante Kulisse: 45300 Zuschauer kamen in die Miet-Arena, sogar der sonst mit einer Plane abgedeckte Oberrang wurde für Fans geöffnet, eine LaOla-Welle schwappte schon früh durch das Stadion.


„Münchens große Liebe” – zum Zweitligastart traf es zu. „Das war supergeil, was sich hier abgespielt hat”, sagte Sportchef Florian Hinterberger. Trainer Reiner Maurer freute sich: „Superstimmung! Prächtige Kulisse.” Nur leider spielte seine Mannschaft nicht prächtig mit.


Die Löwen gewannen gegen den gefährlichen Aufsteiger aus Regensburg knapp 1:0 (8., Eigentor Ziereis), doch die letzten Minuten mit dem von Torwart Kiraly gehaltenen Elfmeter und vielen Chancen für den Außenseiter verkamen zu Münchens großem Zittern. „Wir hatten uns zu viel vorgenommen, der ein oder andere ist mit einem Rucksack über den Platz gelaufen”, sagte Maurer, und Kapitän Benny Lauth, der am 31. Geburtstag nur in den Schlusssekunden einen Schuss abgab, erklärte: „Wir haben viel zu viele Fehler gemacht. Die vielen Zuschauer haben den Druck für uns noch vergrößert.”


Torwart Kiraly: „Die Fans haben heute mitgeholfen. Wir haben diese Unterstützung gebraucht.” Sogar Jahn-Keeper Michael Hofmann meinte: „1860 wurde von der Stimmung getragen. Das war traumhaft.”


Doch mehr Grund zur Freude gab es für 1860 kaum. Die AZ zeigt, wo es bei den Löwen zum Ligastart hakte:

Erwartungen: „Der Erwartungshaltung von außen konnten wir auf dem Platz nicht gerecht werden”, gestand Maurer. Und Hinterberger sagte: „Wir wussten, dass der Anfang nicht leicht wird. Wir können uns bei den Fans bedanken und hoffen, dass sie uns auf dem steinigen Weg begleiten.” Präsident Dieter Schneider war erleichtert: „Geschafft! So darf es aber nicht immer laufen. Wir dürfen nichts schönreden. Wir haben noch viel Luft nach oben.”

Nervosität: Vor allem den drei offensiven Neulingen Ismael Blanco, Moritz Stoppelkamp und Marin Tomasov war die Aufregung im ersten Spiel für 1860 anzumerken. Dem Trio gelang so gut wie nichts, ein Fehlpass folgte auf den anderen. Vom erhofften frischen Kombinationsspiel war nichts zu sehen. „Wir haben keinen Fußball gespielt”, bemängelte Maurer und bemerkte „katastrophale Fehler im Spiel”.

Abstimmung: In der Sommervorbereitung klappte das Spiel der Löwen erstaunlich gut. Doch als es ernst wurde, sah man dem neu bestückten Team an, wie sehr es sich noch einspielen muss. In der Startelf standen alle sechs Sommerzugänge – später kam noch Maximilian Nicu (für den verletzten Daniel Bierofka) dazu. „Wir haben uns schwerer getan als erwartet”, gab Neuling Grigoris Makos zu, der kurz vor Schluss den fast folgenschweren Elfmeter verursacht hatte. „Jetzt bin ich einfach nur erleichtert. Wir brauchen noch Zeit. Wir müssen uns noch aneinander gewöhnen.” Maurer kritisierte: „Wir hatten keine Bindung im Spiel. Die Neuen hatten Schwierigkeiten.” 

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