Geldstrafe für Problem-Löwe Savio Nsereko

Neuerlicher Eklat um den jungen Mittelfeldspieler: Diesmal verschläft er das Vormittagstraining. Trainer Reiner Maurer reagiert milde. Beim Testspiel in Krakau darf der 21-Jährige sich erneut beweisen.
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Seit Tagen vermisst: Savio Nsereko.
sampics/Augenklick Seit Tagen vermisst: Savio Nsereko.

Neuerlicher Eklat um den jungen Mittelfeldspieler: Diesmal verschläft er das Vormittagstraining. Trainer Reiner Maurer reagiert milde. Beim Testspiel in Krakau darf der 21-Jährige sich erneut beweisen.

MÜNCHEN Savio Nsereko hat am Donnerstag nicht trainiert. Das wäre normal, wenn er: a) verletzt wäre, b) Coach Reiner Maurer frei gegeben hätte – oder c) der Profi sich mit gutem Grund abgemeldet hätte. Doch nichts davon war der Fall. Der 21-Jährige kam einfach nicht. Während seine Kollegen pünktlich um 10 Uhr zur Vormittagseinheit erschienen, fehlte Nsereko. Er hatte verschlafen. Und das, obwohl die Änderung des Trainingsplans – ursprünglich war der Donnerstagvormittag frei – der Mannschaft am Mittwoch mitgeteilt worden war. Doch Nsereko tauchte gestern nicht am Trainingsgelände auf.

Es ist nicht der erste Eklat um den Jungstar. Dabei war Nsereko der Hoffnungsträger beim TSV 1860 in diesem Sommer. Der U19-Europameister kehrte vom italienischen Erstligisten AC Florenz zurück zu seinem Heimatverein. Doch seitdem lief es unrund. Großen Worten („Ich gehe davon aus, dass ich spielen werde“) folgten kleine Taten – oder Verfehlungen. Es ging los mit dem Streit um den Elfmeter im Jubiläumsspiel vor Saisonstart gegen Dortmund, danach folgte Nserekos Weigerung nach der 2:3-Pleite im Auftaktspiel in Bochum mit dem Team auszulaufen.

Erstaunlicherweise nahm Trainer Maurer den neuerlichen Aussetzer Nserekos eher gelassen. „Alle Spieler wussten, wann Training ist“, sagte der 1860-Coach, „es steht ja auch in der Kabine angeschrieben. Savio hat es verpennt. Es gibt halt Spieler, die sind unpünktlicher als andere.“ Maurer mühte sich hörbar, keine große Sache daraus zu machen. Zum Freundschaftsspiel am Samstag in Krakau nimmt er Nsereko mit. Ungesühnt bleibt das Vergehen aber nicht. „Es wird eine Geldstrafe geben“, sagte Maurer. „In Krakau kann er eine Halbzeit spielen und sich darstellen. Das andere behandeln wir intern.“

Klingt milde. Gefragt, warum er sich von Nsereko auf Nase herumtanzen lasse, meinte Maurer jedoch: „Da tanze schon eher ich ihm auf der Nase herum, ich sitze am längeren Hebel.“ Und die Strafe fällt wohl hoch aus. Das glaubt Kapitän Daniel Bierofka: „Jetzt muss er halt zahlen und das wird nicht wenig werden“, sagte er. Und weiter: „Er hat sich zuletzt absolut korrekt verhalten. Es ist Pech für ihn, dass es jetzt wieder ihn erwischt.“ Pech? Zuletzt hatte Nsereko gesagt: „Wer keine Fehler macht, lernt auch nicht.“ Da hat einer den Wecker nicht gehört.

Reinhard Franke

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