Funkel macht Druck und kämpft um Osako

Funkel wirbt nach dem 2:2 des TSV 1860 in Aue in eigener Sache – und will den Super-Japaner Osako, der eine Fluchtklausel hat, zum Bleiben bewegen.
| Maximilian Wessing
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Yuya Osako (l.) spielt seit Anfang 2014 für den TSV 1860 München.
dpa Yuya Osako (l.) spielt seit Anfang 2014 für den TSV 1860 München.

Trainer Friedhelm Funkel wirbt nach dem 2:2 des TSV 1860 München in Aue in eigener Sache – und will den Super-Japaner Yuya Osako, der eine Fluchtklausel hat, zum Bleiben bewegen.

München - Wer damit rechnete, dass sich Friedhelm Funkel über den (wegen des über weite Strecken sehr ansehnlichen Spiels seiner Mannschaft eher mageren) Punktgewinn in Aue grämen würde, sah sich getäuscht. Der Löwen-Trainer verlor kaum ein kritisches Wort über das 2:2 im Erzgebirge, im Gegenteil.

"Die Freude über unsere richtig starke Leistung überwiegt", sagte Funkel, der lediglich die Chancenverwertung seiner Mannschaft bemängelte.

Überhaupt ging es dem Coach um mehr als nur um die Analyse des nächsten Unentschiedens während seiner Amtszeit, des achten im 19. Spiel, es ging Funkel um viel mehr: Um die Zukunft des TSV 1860 im Allgemeinen und seine Zukunft bei den Löwen im Speziellen.

Zum ersten Mal überhaupt nutzte Funkel die Gelegenheit, um Druck zu machen auf die Bosse – und um Werbung zu machen in eigener Sache.

Seine Vertragsverlängerung: Funkels Vertrag läuft zum Saisonende aus. Im Falle des Aufstiegs hätte sich der Kontrakt automatisch verlängert – reine Theorie. Funkel holte in seinen 19 Löwen-Spielen sechs Siege, für den Aufstiegskampf reicht das nicht.

Bis Ende März soll über die Zukunft des Trainers entschieden werden. Funkel macht mächtig Druck: "Ich habe dem Verein schon mehrmals gesagt, dass wir Kontinuität brauchen. Das müssen sie jetzt umsetzen", fordert er. "Sie" heißt in diesem Fall: Präsident Gerhard Mayrhofer. "Der Verein muss die Ruhe bewahren, dann wird sich der Erfolg einstellen. Da bin ich mir ganz sicher", so Funkel.

Übersetzt heißt das: Verlängert mit mir! Dass die Löwen nach der Freistellung von Florian Hinterberger vor zwei Wochen noch immer keinen neuen Sportdirektor haben, ist nicht ideal. "Aber das war ja hier schon immer so, dass es etwas länger dauert", sagte Funkel. Auch das durchaus eine kleine Spitze.

Yuya Osako: Vier Tore und eine Tor-Vorbereitung in sechs Spielen – was für eine Quote! In Aue traf der japanische Stürmer in letzter Minute zum Ausgleich, zudem bereitete er die zwischenzeitliche 1:0-Führung durch Wojtkowiak nach einer Ecke per Kopf vor. Der Haken: Osako, im Winter für rund 500000 Euro von den Kashima Antlers gekommen, besitzt eine Flucht-Klausel. Für 1,6 Millionen Euro kann er zu einem Erstligaklub wechseln, solten die Löwen nicht aufsteigen.

Kaum zu glauben, dass Osako sich wirklich noch ein Jahr in der Zweiten Liga antut. Oder? Wenn einer Osakos Flucht von 1860 verhindern kann, dann wäre das Funkel – glaubt Funkel. "Ich werde natürlich versuchen Einfluss zu nehmen, vor allem über seinen Berater", sagte der Coach.

"Ich weiß genau, wie ich mit den japanischen Spielern umgehen muss." Auch Osako sagte: "Ich merke, dass Friedhelm Funkel mir vertraut, und das gefällt mir super. Wie es im Sommer aber weitergeht, weiß ich noch nicht."

Transferaktivitäten und Spielweise: Und sollte Osako doch wechseln? "Dann holen wir eben einen anderen", sagte Funkel – und warb gleich noch mal für sich. "Alle drei Winterzugänge haben voll eingeschlagen!", sagte er. Auch die Spielweise der Löwen hat sich zuletzt deutlich verbessert. "Es ist ein deutlicher Fortschritt erkennbar. Rein von der Leistung her, müssten die Fans animiert sein, wieder ins Stadion zu kommen", meinte der Coach.

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