Fürth verpasst den Löwen eine bittere Ohrfeige

Der TSV 1860 wird daheim vom Tabellenführer Greuther Fürth vorgeführt und verliert 1:4. Die Saison der Löwen droht nun in Langeweile zu versinken.
| Marco Plein
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Das Nachsehen hatte der TSV 1860 München im Spiel gegen Greuther Fürth: Im Bild Guillermo Vallori (r) gegen Fürths Olivier Occean.
dpa Das Nachsehen hatte der TSV 1860 München im Spiel gegen Greuther Fürth: Im Bild Guillermo Vallori (r) gegen Fürths Olivier Occean.

München - Die Löwen hätten ja mit vielem gerechnet in dieser Rückrunde der Zweitligasaison. Dass nach ihrer tollen Erfolgsserie im Winter alle Träume vom Aufstieg derart schnell enden würden, war dann doch nicht zu erwarten gewesen. Innerhalb von nur einer Woche hat die Saison der Sechzger einen Wandel genommen, den sie sich nicht mal in ihren schwärzesten Gedanken hätten vorstellen können. Am Samstag setzte sich der Sturzflug des TSV 1860 durch ein 1:4 in der Fröttmaninger Arena gegen Greuther Fürth auf heftige Art und Weise fort - zuvor hatte es schon aus drei Spielen nur zwei Punkte gegeben.

Der fränkische Tabellenführer hat den Sechzgern aufgezeigt, wie groß der Unterschied zwischen einem Team im Tabellenmittelfeld und einem echten Aufstiegskandidaten ist. Für die Löwen hätte der Mittag schon kaum schlechter beginnen können. Nach 14 Minuten zögerte Antonio Rukavina auf der rechten Seite zu lange mit einem Abspiel und verlor den Ball – die Fürther verlagerten den folgenden Angriff auf ihre eigene rechte Seite, und dort ließ sich Stefan Buck ausspielen; nach der folgenden Flanke kam Fürths Angreifer Olivier Occean vor dem Tor frei zum Schuss – der Goalgetter knallte den Ball ins Netz; 0:1. Doch 1860 erholte sich rasch: Der bis dato glücklose Maximilian Nicu setzte sich auf der linken Seite durch und flankte präzise auf Kevin Volland, der im Strafraum von Franken-Keeper Max Grün gefoult wurde, Elfmeter! Daniel Bierofka ließ sich die Chance nicht nehmen und traf sicher zum Ausgleich.

Doch die Löwen wussten den Rückenwind ihres Tores nicht zu nutzen und fingen sich schnell das zweite Tor ein. Nach einem verlorenen Luftduell von Necat Aygün gegen Occean konnte Rukavina Fürths Wirbelwind Sercan Sararer nicht stoppen – den folgenden Rückpass nahm Stephan Fürstner auf und schlenzte den Ball zum 1:2 ins Tor (27.). Die Löwen-Fans reagierten mit Pfiffen und die Mannschaft mit energischen Angriffen. Doch ein rund fünfminütiges Power Play der Sechzger, das ihren Höhepunkt in einem Lattentreffer von Buck und einem Fallrückzieher von Benny Lauth übers Tor hatte, blieb ohne Treffer. 1860 musste sich beim darauffolgenden Gang in die Kabinen einige Pfiffe gefallen lassen. Und mit Wiederanpfiff wurde für die Löwen alles noch viel bitterer: Erst düpierte Occen den überforderten Aygün beim Kopfball und traf zum 1:3 (46.), dann düpierte der flinke Felix Klaus – Sohn von Löwen-U17-Trainer Fred Klaus – die gesamte 1860-Verteidigung mit einem Solo über mehr als 60 Metern und traf sicher zum 1:4 – die meisten der 29.600 Zuschauer trauten ihren Augen nicht. Die rund 1500 Fans aus Fürth hingegen sangen: „Spitzenreiter, Spitzenreiter...“

In der Folge plätscherte das Spiel nur noch vor sich hin – Fürth tat nicht mehr als es musste, und die Löwen, deren Saison nun in Langeweile zu versinken droht, rannten sich immer wieder fest. Und das, obwohl sie trotz des erneuten Heimdebakels (schon in der Hinrunde hatte man gegen Dresden in der Arena vier Tore kassiert) von ihren Fans bestens angefeuert wurden. Auch wenn Sechzig hoch zurücklag, waren lange nur die Anhänger der Blauen zu hören, die sogar die ausgewechselten Necat Aygün und Daniel Bierofka feierten. Auf den Wunsch aus der Fankurve, eine Laola-Welle anzustimmen, ging der Rest des Stadions dann aber doch nicht ein. Wieso auch? Vielmehr wachten in den Schlussminuten dann doch noch die fränkischen Fans auf und sangen: „Oh, wie ist das schön.“ Recht hatten sie.

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