"Fühlt sich jetzt schon bereit": Maskenmann Haugen drängt auf TSV-1860-Comeback
Weißer Rasen, ein paar aufgeschüttete Häufchen neben dem Platz: Die (Schnee-)Löwen ließen sich durch den neuerlichen Wintereinbruch am Donnerstag nicht beirren, der Fokus ist und bleibt nur auf eines gerichtet: Wie können die nach wie vor dezimierten Blauen oben dranbleiben? Wer taugt zum weiß-blauen Hoffnungsträger, um Sechzig zu Siegen zu schießen?
Kauczinski bremst Hoffnung auf Blitz-Comeback
Vor dem anstehenden Heimspiel des TSV 1860 gegen Kellerkind Alemannia Aachen (Samstag, 14 Uhr, AZ-Liveticker) tummelten sich doch glatt wieder mehr Stürmer auf dem freigeräumten Grün. Allen voran war es der Norweger Sigurd Haugen, dessen Trainings-Comeback die 1860-Fans mit Freude begrüßten. Der Top-Torjäger (sieben Saisontore) hatte gut lachen, bevor er sich die maßgeschneiderte, schwarze Gesichtsmaske aufsetzte und mit seinen Kollegen trainiere, als wäre sein Kieferbruch nicht gewesen.
Chefcoach Markus Kauczinski ist es, der die Hoffnungen auf ein Blitz-Comeback bremst, denn: Löwe Haugen, dessen Maske natürlich nicht ganz ernst gemeint an den ikonischen Maulkorb von Kannibale Hannibal Lecter im weltbekannten Thriller "Das Schweigen der Lämmer" erinnert, kann gegen Aachen in Form von Toren noch nicht wieder zubeißen.

Kauczinski: "Er will mehr, er fühlt sich schon jetzt bereit"
"Er will mehr, er fühlt sich schon jetzt bereit", erklärte der Trainer bereits vor dem Auswärtsspiel beim VfL Osnabrück (1:1), dämpfte aber zugleich die Erwartungen von Spieler wie Anhängerschaft: "Es gibt noch zu viele Unwägbarkeiten. Der Kiefer muss komplett zusammenwachsen." Allein aus medizinischer Verantwortung müsse man "immer wieder röntgen" und sehen, ob Haugen "im Zweikampf befreit hingehen" könne. Dies geschah im Training mit den eigenen Mitspielern freilich noch nicht, doch immerhin gibt eine solche Maske Sicherheit.
Weil Haugen nach AZ-Infos erst in den nächsten ein, zwei, drei Wochen in den Startlöchern steht, muss die Rolle des/der Hoffnungsträger(s) erst einmal anderweitig geschultert werden. Prompt standen mit Florian Niederlechner und Maximilian Wolfram noch zwei andere Angreifer wieder auf dem Rasen: Der 35 Jahre alte Routinier scheint seine muskulären Probleme überstanden zu haben, der 28 Jahre alte Drittliga-Dauerbrenner ist nach seiner Erkrankung wieder fit.

Winkler in der AZ: "Er kann für Sechzig noch ganz wichtig werden"
Was den Ex-Bundesligatorjäger Niederlechner angeht, hatte Ex-Bundesligatorjäger Bernhard Winkler im AZ-Interview mit Verweis auf Niederlechners 45 Bundesliga-Treffer eine "hohe Meinung". Der Ex-Löwe ergänzt über das bevorstehende Comeback des Ex-Herthaners: "Von außen ist natürlich schwer zu bewerten, in welcher körperlichen Verfassung er ist. Aber wenn er schnell wieder fit wird, wofür ich ihm die Daumen drücke, kann er für Sechzig noch ganz wichtig werden."
Wolfram dagegen wurde zuletzt wie 1860-Kollege Morris Schröter mit Drittliga-Rivale Erzgebirge Aue in Verbindung gebracht. Nach AZ-Infos ist ein Abgang nicht ausgeschlossen, bisher aber auch noch nicht auf der Zielgeraden – und das Transferfenster schließt am 2. Februar.

Kauczinski öffnet seinen Spielern die Türe
Bleibt noch Justin Steinkötter. Kauczinski kitzelte den Regionalliga-Knipser, der bei 1860 seine Chance suchte, um im Profifußball Fuß zu fassen, im türkischen Trainingslager mit öffentlicher Kritik. Gegen Essen (1:1) und an der Bremer Brücke wechselte der 55-Jährige den Torjäger jeweils ein, wobei sich der 26-Jährige in Osnabrück mit einem Heber um ein Haar zum Matchwinner gekrönt hätte. Bekommt Steinkötter gegen Aachen noch eine Chance oder schlägt nun Wolframs Stunde?
Chancen, Türen: Kauczinski verwendet diese Wörter gerne, um auf die Missionen seine Spieler hinzuweisen, ihre Möglichkeiten zu bekommen und diese dann auch zu nutzen. "Ich kann die Türe nur aufmachen, durchgehen muss der Spieler", sagte Kauczinski beispielsweise, als er Patrick Hobsch in die Startelf warf, der 31-Jährige prompt traf und seitdem Stamm-Stürmer ist. Wessen Türe wohl am Samstag gegen Aachen aufgeht?
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