Fröhling über Wolf: "Er sollte zum Mann werden"

Sein Antritt leitete die Wende für den TSV 1860 gegen den VfL Bochum ein. Marius Wolf zeigte es allen – auch seinem Trainer.
| Marc Merten
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Marius Wolf traf zum 1:1-Ausgleich gegen den VfL Bochum.
dpa Marius Wolf traf zum 1:1-Ausgleich gegen den VfL Bochum.

München – Nach einem Sprint über knapp 50 Meter war es geschafft: Wolf stand frei vor Bochum-Keeper Andreas Luthe. Und er behielt die Ruhe. Er schickte den Ball ins lange Eck, Luthe blieb ohne Chance, Wolf drehte ab und bejubelte seinen Treffer zum 1:1.

Und wie! Völlig losgelöst rannte er in Richtung Ersatzbank, sprang in die Höhe, reckte die Faust in den Himmel und wurde in der nächsten Sekunde von einem guten Dutzend Arme umringt. „Ich habe mir den Ball vorlegt, bin gelaufen und habe geschaut, was geht. Ich weiß ja, wo das Tor steht. Und da muss er rein. Da habe ich nicht nachgedacht“, schilderte Wolf nach dem 2:1-Sieg seiner Löwen das so wichtige Ausgleichstor. Dass er zur Trainerbank lief und als ersten Torsten Fröhling umarmte, war auch kein Zufall. „Ich habe mit Korbi (Vollmann) vor dem Spiel noch gesprochen und gesagt, wenn ich ein Tor schieße, jubeln wir alle zusammen an der Bank.“

Auch die Umarmung mit Fröhling hatte eine Geschichte. Der Coach hatte Wolf vor dem Spiel noch ein bisschen angestachelt: „Ich habe ihm gesagt, er sei kein Spieler von Anfang an. Nach dem Spiel kam Marius zu mir und hat gesagt: Trainer, ich kann es doch.“ Wolf war gerade in der zweiten Halbzeit mit Siegtorschütze Stephan Hain der entscheidende Mann auf dem Platz.

Ausgerechnet Wolf: Der 19-Jährige war einer der Youngster gewesen, auf denen in den letzten Wochen viel Druck – zu viel Druck – gelastet hatte. Maxi Wittek spielt schon seit Wochen nicht mehr, Korbinian Vollmann hatte seinen Stammplatz gegen Bochum an Valdet Rama abgeben müssen und Julian Weigl hatte es nicht einmal in den Kader geschafft. Wolf hingegen profitierte vom Verletzungspech Krisztian Simons und durfte von Beginn an ran.

Fröhling, die besondere Drucksituation im Kopf, lobte Wolf daher nur zurückhaltend. Denn: Alle jungen Spieler, von Wolf über Weigl bis Vollmann, „merken, dass sie erwachsener werden und Verantwortung übernehmen müssen“. Das erfordert besondere Maßnahmen, auch von Seiten des Trainerteams. Auch bei Wolf: Im Test gegen Rubin Kazan hatte dieser über leichte Schmerzen geklagt. Fröhling habe ihn aber bewusst durchspielen lassen. „Ich habe ihm gesagt: Er soll sich durchbeißen. Er sollte zum Mann werden.“

Gegen Bochum wurde Wolf zum Mann. Das, was Fröhling gegen Braunschweig („Das war kein Männer-Fußball“) vermisst hatte, lebte Wolf über 90 Minuten vor. Schon in der ersten Minute hatte er eine gelungene Situation über rechts. Nach dem Seitenwechsel wurden seine Aktionen immer klarer, besser. Bis zum 1:1-Ausgleich. Und als Stephan Hain in der Nachspielzeit sogar noch den 2:1-Siegtreffer erzielte, brach es aus Wolf noch einmal heraus. „Ein Last-Minute-Sieg pusht immer noch mal etwas mehr“, sagte Wolf anschließend. „Das müssen wir jetzt mitnehmen.“

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