Friedhelm Funkel und seine Alten Herren

Früher stand 1860 vor allem für das Jugendkonzept, sie bauten zahlreiche Spieler aus der Jugend ein. Heute setzt der Cheftrainer auf Routiniers - fast immer sind die Löwen älter als ihre Gegner
| Filippo Cataldo
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Torwart Gabor Kiraly und Benny Lauth: Zwei Stützen der Mannschaft, aber eben beide schon über 30.
Rauchensteiner Torwart Gabor Kiraly und Benny Lauth: Zwei Stützen der Mannschaft, aber eben beide schon über 30.

Früher stand 1860 vor allem für das Jugendkonzept, sie bauten zahlreiche Spieler aus der Jugend ein. Heute setzt der Cheftrainer auf Routiniers - fast immer sind die Löwen älter als ihre Gegner.

München - Im Klub mag es drunter und drüber gehen, die Profis mögen seit zehn Jahren in der Zweiten Liga spielen, die Fans sich nicht immer ganz grün sein, doch die Jugendabteilung der Löwen war immer über alle Zweifeln erhaben. Sie ist der ganze Stolz des Klubs. Prämiert von der DFL, anerkannt im ganzen Land.

Und was haben die Löwen nur für Talente hervorgebracht in den letzten Jahren: Die Nationalspieler Lars und Sven Bender, dazu Bald-Nationalspieler Kevin Volland. Zuvor schon Daniel Bierofka und Benny Lauth. Dazu die Bundesligaspieler Moritz Leitner, Stefan Aigner oder auch Peniel Mlapa. Nebenbei bewahrten die Talente den Klub immer wieder vor dem Ruin.

Netter Nebeneffekt des Jugendstils: Die Löwen stellten mit die jüngste Mannschaft der Liga. Stolz sind die Löwen auch heute noch auf ihre Jugendarbeit, erst letzte Saison gewann die U 21 die erste Meisterschaft der Regionalliga Bayern.

Doch bei den Profis ist vom Jugendstil nicht mehr viel zu sehen. Nur zwei Mal war diese Saison die Löwen-Mannschaft jünger als der Gegner: Beim 0:1 in Paderborn, als Ex-Trainer Alexander Schmidt die mit 26,4 Jahren im Schnitt jüngste Mannschaft der Saison aufs Feld schickte. Und vor zwei Wochen gegen Union Berlin, als die zwei Greisen-Teams der Liga gegeneinander spielten: 28,2 Jahre (1860) gegen 29 Jahre trafen da aufeinander, die etwas jüngeren gewannen mit 2:1.

Gut, Gabor Kiraly, der sportlich unumstrittene und einziger uneingeschränkt erstligataugliche Spieler im Kader, würde mit seinen 37 Jahren den Altersschnitt von jeder Mannschaft nach oben treiben. Doch in Benny Lauth (32), Kapitän Gui Vallori (31) und Moritz Volz (30) gehören drei weitere Stützen der Mannschaft der Ü30-Fraktion an. Der jüngste Stammspieler ist mit seinen 23 Jahren Yannick Stark. Vor allem, seit Friedhelm Funkel die Löwen übernommen hat, geht der Altersschnitt nach oben. „Die erfahrenen Spieler helfen mir, die Mannschaft kompakter werden zu lassen. Darauf kommt es bei uns erstmal an. Erst wenn das gewährleistet ist, können wir auch spielerisch wieder zulegen“, sagte Funkel nach dem Sieg in Bielefeld – dem Auftakt der Erfolgsserie mit vier Siegen hintereinander. Die Pleite gegen Pauli zuletzt soll diese Serie ja nur kurz unterbrechen.

Funkel wird auch weiter auf Erfahrung setzen, die blauen Greise sind schließlich gleichzeitig die laufstärkste Mannschaft der Liga. Immerhin: Beim Spiel am Samstag in Frankfurt wird der Schnitt zwangsläufig etwas nach unten gehen. Für den gesperrten Dominik Stahl (25) werden entweder Stefan Wannenwetsch (21) oder Sebastian Hertner (22) in die Stammelf rücken.

1860-Präsident Gerhard Mayrhofer findet die momentane Altersstruktur nicht schlimm, Funkel wisse schon, was er tue. „Friedhelm fördert die jungen Spieler wie Mike Ott und Julian Weigl (beide 18, die Red.) und er baut sie langsam auf, das ist gut“, sagt Mayrhofer. Die beiden Talente wird Funkel auch mit ins Trainingslager in die Türkei mitnehmen. Aber Mayrhofer sagt auch: „Die Jugendarbeit ist wichtig, sie gehört zur Identität von 1860“. Die möglichen Mehreinnahmen aus dem angestrebten Mitglieder-Anstieg sollen vor allem in die Jugendförderung fließen.

 

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