Fredi Heiß: "Sechzig braucht Verstärkungen"

Der Meisterlöwe Fredi Heiß fordert neue Spieler – einen fürs Mittelfeld, einen für die Außenbahn. Wird der TSV in der Winterpause aktiv?
| Matthias Eicher
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München - Vier Wochen sind es noch bis zur Winterpause. Gestern gab Trainer Daniel Bierofka seinen Löwen frei, um den Kopf nach der 0:2-Blamage bei Wacker Burghausen wieder freizubekommen. Einziger Akteur mit einem Auftritt: Aaron Berzel, der bei München TV in der "Sportarena" nebst der sportlichen Lage Auskunft zur Aktion "Weihnachten im Schuhkarton" zugunsten hilfsbedürftiger Kinder gab.

Gemessen an Menschen in Not sind die Probleme von Bierofka selbstredend verschwindend gering. Dennoch dürfte sich der 38-Jährige eine Winter-Gabe wünschen. Nach der dritten Niederlage in fünf Spielen liegt seine Elf klar im Abwärtstrend und nur deshalb noch acht Zähler in Front, weil Verfolger FC Ingolstadt II spielfrei hatte und die restliche Konkurrenz patzte. Und doch nähren sich die Zweifel: Sind die Löwen auch stark genug für die Relegation? Was wiederrum zur Frage führt: Braucht Sechzig Winter-Verstärkungen?

Ein Meisterlöwe hat in der mehr und mehr aufkommenden Diskussion eine klare Meinung. "Im Hinblick auf die Aufstiegsspiele braucht Sechzig Verstärkungen, ganz klar", erklärte Fredi Heiß der AZ: "Solche Leistungen wie gegen Burghausen reichen nicht zum Aufstieg."

Doch liegt’s einzig am Personal? Heiß stellt mit Verweis auf ein selbst erlebtes Desaster klar: "Solche Spiele passieren im Fußball. Du kannst nicht immer gewinnen. Wir haben auch mal mit einer super Truppe gegen einen unterklassigen Amateurverein verloren, ein Pokalspiel in Oberau." 1960 war das, als feierte der Klub mit 3:2 die Sensation feierte. Ausrutscher somit erlaubt, aber: "Das sollte nicht öfter passieren."

Um die Zahl der Löwen-Patzer zu minimieren, sieht Heiß daher Notwendigkeit, den vorhandenen Kader nachzurüsten. "Ein spielstarker Mann im Mittelfeld" soll’s sein, dazu "einen schnellen Dribbler auf dem Flügel, der Druck erzeugen und Lücken reißen kann". Früher selbst als torgefährlicher Rechtsaußen aktiv, weiß Heiß: "Wenn sich die Gegner hinten reinstellen, brauchst du auf den Außen Qualität."

Die Sechzger haben dort links Nico Karger zu bieten. Dessen starke Bilanz: zehn Tore, aber noch zu viele Auszeiten. Nicholas Helmbrecht (zwei Tore, vier Assists) und Benjamin Kindsvater (0/3) durften sich bisher abwechselnd auf der rechten Seite zeigen, bei dem Duo ist noch mehr noch Luft nach oben. Und: An Zehner Markus Ziereis, eigentlich gelernter Stürmer und ganz vorne nur Backup für Mölders, läuft das Spiel zu oft nur vorbei.
Ein Quasi-Neuzugang, der Sechzigs Baustellen reparieren könne, sei Timo Gebhart. "Sein Ausfall wirkt schwer", erklärt Heiß über den verletzten Spielmacher, "er ist mit seinen Führungsqualitäten und seinem fußballerischen Können unverzichtbar."

Gut möglich, dass er trotz Heiß‘ Forderungen und womöglich auch Bierofkas Wünschen kein Neulöwe kommen wird. Denn der Coach hatte kürzlich bekannt, dass zwar ein gewisses, aber nur kleines Budget vorhanden sei, mit dem man kaum Akteure aus laufenden Verträgen herauskaufen könne und manch höherklassiger Akteur zudem nicht in die Vierte Liga wolle.
Hohe Qualität für wenig Geld – eventuell hilft da wirklich nur ein Wunschzettel.

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