Franz Hell im AZ-Interview: "Es trifft die Falschen"

Im AZ-Interview spricht Allesfahrer Franz Hell über den Fan-Aufstand beim TSV 1860.
| Sebastian Raviol
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Im Streitgespräch mit den Anhängern: Die Profis des TSV 1860 nach dem 0:1 gegen Greuther Fürth.
sampics/Augenklick Im Streitgespräch mit den Anhängern: Die Profis des TSV 1860 nach dem 0:1 gegen Greuther Fürth.

Der Fan des TSV 1860 begleitet die Mannschaft seit Jahrzehnten.

AZ: Herr Hell, die Löwen haben schon wieder verloren. Wie deprimierend war die Auswärtsfahrt für Sie, den Allesfahrer der Sechzger?

FRANZ HELL: Es ist eigentlich die ganze Saison deprimierend. Fürth ist Sechster, wir Vorletzter. Es war nicht ganz überraschend, dass wir verloren haben.

Drei Punkte aus sieben Auswärtsspielen für 1860: Ist es derzeit entmutigend, die Löwen auswärts zu begleiten?

Ich wäre sicher schlechter gestimmt, wenn wir jedes Spiel 4:0 verlieren würden. Aber wir sind nicht chancenlos.

Die Fans ließen ihrem Unmut nach der Pleite freien Lauf. Haben Sie dafür Verständnis?

Zum Teil habe ich dafür Verständnis. Ich meine aber, dass man der Mannschaft am allerwenigsten einen Vorwurf machen kann. Der Gesang "Wir sind Löwen und ihr nicht" hat mir für die Jungs leidgetan. Man kann den Unmut äußern, aber da hat es die Falschen getroffen. Da sollte man die Wurzel des Übels anpacken.

Wer ist Wurzel des Übels?

Der Investor hat in der Saison überhaupt nichts mehr in die Mannschaft gesteckt. Wir haben nur Reservespieler gekauft und unsere besten Spieler verkauft. Letztes Jahr waren wir auf der Sportdirektor-Position unter Gerhard Poschner eh schon unterbesetzt.

Im Sommer haben Sie einen Protest gegen ihn mitorganisiert. Läuft es ohne ihn besser?

Der Protest war zu Recht, wenn man sieht, was alles falsch gelaufen ist. Die fachliche Qualifikation von Noor Basha ist zum Verzweifeln. Der Geschäftsführer ist für meine Begriffe mit der Situation überfordert.

Wie wichtig sind die Fans für die Mannschaft?

Sehr, sehr wichtig. Wenn man jetzt anfängt mit der Zerfleischung der Mannschaft, wird das Problem noch größer.

Von der Seitenlinie lebten Trainer Benno Möhlmann krankheitsbedingt, aber auch Kurt Kowarz als Vertreter weder Team noch Fans Emotionen vor. Eine Schwachstelle?

Auf Möhlmann setze ich sehr große Stücke. Gegen Innsbruck hat er 90 Minuten lang alles kommentiert. Wenn er gesund ist, müsste es einer sein, der Emotionen reinbringen kann und den Leuten den Mut zurückgibt. Kowarz ist ein Torwarttrainer, das ist für die Bundesliga wahrscheinlich zu wenig.

Wie wäre die Unruhe in der Vereinsführung zu lösen?

Indem man gewinnt. Es gibt bei 1860 nur dann Ruhe, wenn der Erfolg da ist.   

 

Lesen Sie hier Teil 2 des Interviews: Hell-Interview Teil 2:

 

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