Fink über Bernegger: "Ein Taktik-Fuchs"

Der TSV 1860 München hat Interesse am Luzerner Trainer, der als Schleifer gilt. „Das stimmt total“, sagt Thorsten Fink, der ihn aus Basel kennt.
| Max Wessing
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Neuer Trainer bei 1860? Carlos Bernegger.
imago / az Neuer Trainer bei 1860? Carlos Bernegger.

München - Sein Image wird er wohl nicht mehr ändern können. Als „Disziplinfanatiker“ wird er häufig betitelt – oder als „harter Hund“. Wie auch immer: Zu Späßen ist Carlos Bernegger auf dem Fußballplatz nicht aufgelegt.

Genau diese eiserne Härte könnten schon bald die Löwen zu spüren bekommen. Denn Bernegger, derzeit Trainer des FC Luzern in der Schweiz, ist heißer Kandidat auf den Trainer-Posten beim TSV 1860 und könnte im Sommer Interimstrainer Markus von Ahlen ablösen, der wieder ins zweite Glied gehen wird. Der doppelte Staatsbürger, er hat einen argentinischen und Schweizer Pass, wollte sich am Dienstag auf der Pressekonferenz des FC Luzern vor der Liga-Partie in Basel nicht zu dem möglichen Transfer äußern: „Ich lebe im Moment und im Hier und Jetzt“, sagte er nur. Nun ja, eine Absage an die Löwen war das nicht.

Thorsten Fink war von 2009 bis 2011 Trainer beim FC Basel, bevor es ihn zum HSV verschlug. Zu der Zeit ebenfalls in Basel beschäftigt: Carlos Bernegger. Der Sohn eines Postbeamten und einer Klavierlehrerin war damals Ausbildungs-Chef der Nachwuchsabteilung in Basel, arbeitete eng mit Fink zusammen. Der Ex-Bayern-Spieler sagt zur AZ über Bernegger: „Er ist ein Taktik-Fuchs mit Leidenschaft und ganz viel Temperament." Und das Image als Schleifer? „Das stimmt total. Er hat die Jungs damals schon richtig zusammengestaucht und wurde häufig laut. Aber: Er hat sie nie tyrannisiert, wollte immer nur das Gute für sie. Er ist ein guter Trainer.“

Laissez-faire würde es bei den Löwen unter ihm also nicht geben. „Bernegger hat seine Linie, die er durchzieht“, meint Fink. „Er muss natürlich auch immer mit einem Sportdirektor harmonieren, aber er ist der entscheidende Mann auf dem Platz.“ Gerhard Poschner, 1860-Sportdirektor, scheint das aber wenig zu stören. Er soll sich bei seiner Trainer-Suche auf Bernegger fokussiert haben.

Dieser wurde 1969 in Argentinien geboren, dorthin flohen seine Eltern vor dem Zweiten Weltkrieg. Er begann neben dem Fußball ein Medizin-Studium, brach aber ab, nachdem ihn St. Gallen lockte. Dort kam er wegen Verletzungen nicht zum Zuge, wechselte zum FC Winterthur. Mit 22 Jahren beendete er seine Karriere und wurde schon mit 23 Jahren Nachwuchskoordinator in Winterthur. 2000 wechselte er dann in gleicher Funktion nach Zürich, wo er auch als Interimstrainer aushalf. Über Basel zog es ihn nach Luzern, wo sein Vertrag noch bis 2015 läuft. Und nun aufgelöst wird wegen 1860?

 

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