"Fansympathien sind kein Kriterium", dennoch öffnet 1860-Trainer Kauczinski Niederlechner die Tür

Vor dem Heimspiel des TSV 1860 gegen Waldhof Mannheim ist die Personalsituation im Mittelfeld angespannt, ein Youngster wird starten. Florian Niederlechner hingegen kann sich nach wie vor keine Chancen auf viel Spielzeit ausrechnen, Trainer Markus Kauczinski öffnet ihm aber die Tür.
Felix Bausch |
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Hat am Samstag gute Chancen auf die Startelf: Damjan Dordan.
Hat am Samstag gute Chancen auf die Startelf: Damjan Dordan. © IMAGO

Wenn es mit dem Aufstieg in die 2. Bundesliga noch etwas werden soll, dann muss der Löwe am Samstag (14 Uhr, live im BR oder im AZ-Liveticker) in heimischen Gefilden gegen den SV Waldhof Mannheim wieder drei Punkte einfahren. Es ist also wieder, bzw. weiterhin gehörig Druck auf dem Kessel.

"Zum Siegen verdammt – aber das ist schon seit zwei Monaten so"

1860-Trainer Kauczinski sieht diesen Druck naturgemäß entspannter, er zeigt sogar ein Faible dafür. "Wir sind zum Siegen verdammt – aber das ist schon seit zwei Monaten so. Für mich ist das nichts Negatives", sagte er am Donnerstag auf der Spieltagspressekonferenz. Und weiter: "Je mehr sich die Dinge zuspitzen, umso fokussierter bin ich, umso mehr kann ich alles andere drumherum ausblenden." 

Er versuche, der Mannschaft diesen Fokus auf einzelne Spiele vorzuleben. Dass seine Mannschaft oft keine fußballerischen Glanzleistungen vollbringt, weiß auch der 56-Jährige, hebt aber vor dem Mannheim-Duell noch einmal die gute Einstellung und Leidenschaft der Löwen hervor. Seine Mannschaft sei "gerüstet und heiß".

Personalsituation im Löwen-Mittelfeld angespannt

Gegen den Waldhof muss Kauczinski ob der dünnen Personaldecke im zentralen Mittelfeld umstellen. Neben den Langzeitverletzten Max Christiansen und Tunay Deniz fehlt jetzt auch noch Vize-Kapitän Thore Jacobsen wegen seiner Gelb-Roten Karte vom 1:2 beim MSV Duisburg. Über den Aussetzer seines Vizekapitäns sagte der Coach: "Er ist in Duisburg über das halbe Feld gelaufen und hat so den Schiri etwas gegen sich aufgebracht. Da müssen wir uns cleverer verhalten. Eigentlich ist er kein unfairer Spieler. Aber ich habe ihm gesagt: 'Mach Dir mal Gedanken'."

Kauczinski, der stets zwei defensive Mittelfeldspieler aufstellt, wird gegen Mannheim nicht von seinem gewohnten Spielsystem abweichen. Daher schlägt am Samstag die Stunde der Junglöwen. Für die Sechser-Position kommen neben dem gesetzten Philipp Maier die Youngster Damjan Dordan (23), Samuel Althaus (20) und Loris Husic (18) infrage, die im Gegensatz zu Abräumer Maier mehr über die spielerische Komponente kommen. Wer wohl den Vorzug bekommt? "Die letzte Entscheidung ist noch nicht getroffen", so Kauczinski. Aufgrund seiner Leistung im Spiel gegen den Jahn dürfte aber Neuhaus die Nase leicht vorne haben.

Könnte gegen Waldhof Mannheim in der Startelf stehen: Samuel Althaus.
Könnte gegen Waldhof Mannheim in der Startelf stehen: Samuel Althaus. © IMAGO

Niederlechner kann sein "Momentum" noch verändern

Auch auf die aktuell heiß diskutierte Personalie Florian Niederlechner kam Kauczinski zu sprechen. Beim 1:0-Erfolg im Halbfinale des Toto-Pokals bei Jahn Regensburg durfte der Sturm-Routinier 17 Minuten ran, zuvor hatte er jedoch zweimal in Folge in der Liga nicht im Spieltagskader gestanden. "Er kämpft und ist ja auch jetzt wieder reingerutscht in den Pokal über eine gute Trainingswoche, über Dinge, die funktioniert haben", so Kauczinski über Niederlechner.

Hofft wieder auf mehr Spielzeit: Florian Niederlechner.
Hofft wieder auf mehr Spielzeit: Florian Niederlechner. © IMAGO/nordphoto GmbH / Hafner

Er bewerte "das immer wieder neu. Fansympathien sind kein Kriterium für mich oder dürfen kein Kriterium sein, sondern ich muss nach dem beurteilen, was ich sehe. Ich muss das so subjektiv fair wie möglich machen, auch den anderen gegenüber. Sonst schaffst du keine Leistungsgesellschaft, keinen Leistungsgedanken in Deinem Training, dann kannst du dein Training vergessen. Das ist für mich elementar für meine Führung, dass ich die Dinge so benenne, wie sie sind. Und dann hat jeder auch die Chance, das zu verändern, so wie andere es schon geschafft haben, ihren Stellenwert und ihr Momentum zu verändern. Andere haben das auch schon bewiesen, dass man einfach dann auch wieder reinrutschen kann und dann muss man irgendwann, wenn so eine Tür aufgeht, muss man da sein, um sie nutzen."

Wenn er das beherzigt, könnte für ihn in der entscheidenden Saisonphase der Löwen wieder mehr Spielzeit herausspringen, gerade wenn Kauczinski wie gegen Regensburg auf zwei Stürmer setzt.

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  • shark vor einer Stunde / Bewertung:

    Hr .Kauczinski bleiben Sie bei ihrer Linie-nur so hat 60 eine Perspektive,insbesondere nächste Saison
    und Hr. Paula rate ich das auch.
    60 sollte sich von Spielern die zu alt,zu langsam und zu verletzungsanfällig sind ,trennen und zwar konsequent
    Wir brauchen Spieler mit Leistung und Entwicklungspotential und keine "Altstars" die nur mit großem Namen glänzen.
    Diese Saison ist mein Ziel für 60 Platz 5 ,verkündet als wir auf Platz 14 standen und nächste Saison der Aufstieg

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