Ex-TSV-1860-Spieler plötzlich in der Landesliga: Neudecker soll das Unmögliche schaffen

Wenn ein Ex-Löwen-Spieler als Landesliga-Chefcoach auf einem schier aussichtslosen Weg zum Klassenerhalt zum Feuerwehrmann werden soll: Richard Neudecker (29) hat den SSV Eggenfelden im niederbayerischen Landkreis Rottal-Inn übernommen.
SSV ist Schlusslicht der Landesliga Südost
"Ich freue mich riesig auf die Aufgabe und bin dem SSV sehr dankbar für das Vertrauen", wird Neudecker, der von 2012 bis 2016 vom Nachwuchstalent zum Profi gereift war sowie zwischen 2020 und 2022 wieder zu 1860 zurückgekehrt ist (83 Profispiele, 13 Tore, 18 Assists), auf der Internetseite seines neuen Klubs zitiert.
Seine besagte neue Aufgabe könnte komplizierter kaum sein: Der SSV hat als abgeschlagenes Schlusslicht der Landesliga Südost erst fünf Punkte auf dem Konto, der Abstand zum rettenden Ufer beträgt nach gut einem Drittel der Saison 2026/27 bereits elf Zähler.

Neudecker: "Bewusst, dass vor uns ein anspruchsvoller Weg liegt"
"Mir ist bewusst, dass vor uns ein anspruchsvoller und sicher nicht immer einfacher Weg liegt. Gleichzeitig bin ich davon überzeugt, dass wir diesen Weg gemeinsam erfolgreich gehen können", sagt Neudecker, der die Trainer-B-Lizenz besitzt, zur schwierigen Mission Nicht-Abstieg.
Der derzeit vereinslose, zuletzt für Drittligist 1. FC Saarbrücken aktive Profi, der für den FC St. Pauli, die Löwen und den FCS knapp 200 Spiele in der Zweiten und Dritten Liga und 16 Einsätze für VVV Venlo in der niederländischen Ersten Liga absolviert hat, befindet sich nach einem Kreuzbandriss im Aufbautraining. Ob er mittelfristig als Spielertrainer angreift oder nochmal eine Herausforderung im Profifußball sucht, ist aktuell noch unklar.

Ex-Löwe glaubt an Klassenerhalt
"Jetzt geht es darum, als Mannschaft wieder Stabilität zu gewinnen, klare Abläufe zu entwickeln und vor allem geschlossen aufzutreten", wird Neudecker zitiert: "Wir werden Schritt für Schritt arbeiten und alles dafür tun, die nötigen Punkte zu sammeln."
Der langjährige Mittelfeldspieler der Sechzger habe "große Lust, mit den Jungs auf dem Platz zu arbeiten" und glaube "fest daran, dass in dieser Mannschaft die Qualität und der Charakter stecken, um die Situation gemeinsam zu meistern".
Stinglhammer: "Bekommen einen absoluten Fußballfachmann"
"Mit Richard bekommen wir einen absoluten Fußballfachmann als Trainer, der eine ganz klare Vorstellung sowie eine sehr klare Ansprache hat", so SSV-Sportchef Joe Stinglhammer: "Die absolut überzeugenden Gespräche mit ihm haben gezeigt, dass er genau weiß, was unsere Jungs jetzt brauchen: Sicherheit, Selbstvertrauen, klare Abläufe und Automatismen. Zudem kennt er das Thema Abstiegskampf aus den letzten Jahren nur zu gut und weiß, wie man diese Herausforderung angeht."