Ex-Löwe Bommer: "Zwischen Maurer und mir gibt es keine Probleme"

Coach Rudi Bommer empfängt in Cottbus Ex-Klub 1860. Hier spricht er über sein Verhältnis zu Maurer, Energie und die Löwen.
| Interview: Markus Merz
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Rudi Bommer, der Coach von Energie Cottbus. 2004 war er für ein halbes Jahr beim TSV 1860.
dpa Rudi Bommer, der Coach von Energie Cottbus. 2004 war er für ein halbes Jahr beim TSV 1860.

AZ: Herr Bommer, Sie haben 1860 im Jahr 2004 nach dem Abstieg aus der Bundesliga übernommen und wurden nur sechs Monate später entlassen. Jetzt kommt es zum Wiedersehen. Sind noch Ressentiments vorhanden?
RUDI BOMMER: Nein. Die Brisanz von damals ist nicht mehr so vorhanden. Es ist ja mit Timo Ochs auch nur noch ein Spieler aus meiner Zeit da.

Dennoch waren Sie damals verärgert, als Sie entlassen wurden und Assistent Reiner Maurer befördert wurde.
Ja, das war schon etwas eigenartig zu jener Zeit. Erst stand er noch mit mir auf dem Platz, dann hat er nur noch Videoanalysen gemacht – und plötzlich war er Trainer.

Sie sollen auch deshalb verärgert gewesen sein, weil Reiner Maurer zum Schluss ihrer Amtszeit neben dem Präsidenten Karl Auer saß und Sie eine Absprache zwischen den beiden vermuteten.
Davon weiß ich nichts mehr. Und das ist ja jetzt auch schon so lange her.

Kürzlich haben Sie Maurer auf einer Tagung getroffen.
Ja, wir haben uns unterhalten. Zwischen uns gibt es keine Probleme. Auch wenn so ein Übergang natürlich nicht immer reibungslos verläuft.

Keinesfalls reibungslos verliefen auch die ersten Monate ihrer Amtszeit in Cottbus.
Das stimmt. Als ich im Dezember des vergangenen Jahres verpflichtet wurde, musste ich mehr oder weniger mit dem vorhandenen Kader und einer total verunsicherten Mannschaft auskommen. Den Klassenerhalt haben wir dann erst am 34. Spieltag geschafft.

Jetzt stehen sie mit Cottbus auf dem vierten Platz.
Wir haben im Sommer eine eingehende Analyse gemacht und den Kader entsprechend verändert. Wir haben gewusst, dass wir uns verstärken müssen. In der vergangenen Rückrunde stand mir lange Zeit in Dimitar Rangelov ja nur ein einziger Stürmer zur Verfügung. Jetzt haben wir gute Alternativen. Daher auch der gute Start.

Zuletzt setzte es allerdings zwei Niederlagen.
Wir haben derzeit mit einigen Verletzten zu kämpfen. Wenn uns Spieler wie Adlung, Stiepermann, Farina oder Hünemeier ausfallen, können wir das nicht so einfach kompensieren. Das würde dem TSV 1860 ähnlich gehen, wenn ein Benny Lauth oder ein Moritz Stoppelkamp verletzt wären. Außerdem haben wir nicht den Aufstieg als Ziel ausgegeben. Wir wollen einen einstelligen Tabellenplatz erreichen.

Aber bei einem Ex-Erstligisten müssen doch nach so einem Start Aufstiegsträume geweckt werden. Zumal im Osten die Sehnsucht herrscht, mal wieder in der ersten Liga zu spielen.
Unsere Fans können das sehr gut einschätzen. Wir wissen, wo wir herkommen. Aber klar ist, wenn wir am 30. Spieltag immer noch da stehen, wo wir jetzt stehen, dann wehren wir uns sicher nicht dagegen.

Da sind Sie damals bei den Löwen auf eine andere Erwartungshaltung gestoßen.

Oh ja! Als es damals nicht lief, stand ich immer auf der ersten oder zweiten Seite der Tageszeitungen. Die hohe Erwartungshaltung wurde enorm geschürt. Aber es waren auch äußerst lehrreiche Monate für mich. Seit meinem Engagement in München bin ich wesentlich ruhiger geworden.

Wobei in Cottbus sicherlich auch ein anderes Arbeitsklima herrscht.

Ja, hier lässt es sich gut arbeiten. Der Verein ist gut geführt. Bei den Löwen herrscht von Haus aus ein höherer Druck. Sechzig muss aufsteigen.

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