Ex-Boss vor Comeback? Gespräche mit 1860 laufen
Rätselfrage: Welcher Ex-Löwe war vor seinem Wirken bei Sechzig beim BVB und danach bei Arminia Bielefeld und dem 1. FC Köln? Na, schon eine Idee? Noch ein heißer Tipp? Es ist kein Spieler. Richtig! Markus Rejek heißt der Mann – und könnte künftig (wieder) eine wichtige Rolle auf Giesings Höhen spielen. . .
Rückkehr des Ex-Geschäftsführers?
Nach exklusiven AZ-Informationen kann sich Rejek, zwischen 1. Februar 2014 und 31. Januar 2017 kaufmännischer Geschäftsführer des TSV 1860, nicht nur eine Rückkehr zu den Löwen vorstellen – es soll bereits Gespräche mit Sechzig gegeben haben.
Die AZ konfrontierte Präsident Gernot Mang mit dem Namen Rejek, der den vakanten Posten neben Sport-Geschäftsführer Manfred Paula als neuer Finanzboss besetzen könnte. "Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir Namen nicht kommentieren und keine Stellungnahme dazu abgeben", erklärte Mang am Dienstag so vage wie professionell über ein mögliches Engagement des 57-Jährigen beim TSV. Ein Dementi war dies allerdings nicht.
Und was meint Rejek selbst dazu? "Ich möchte zum Thema Sechzig aktuell nichts sagen", schrieb der Ex-Boss der Blauen auf AZ-Nachfrage und dementierte etwaige Verhandlungen im Hintergrund damit ebenfalls nicht. Zwei Nachfragen, beide Parteien hüllen sich in Schweigen – auch in dieser Angelegenheit scheint also noch etwas Rätselraten angebracht zu sein. Was läuft da zwischen Rejek und den Löwen?
Finanzielle Schieflage und vakante Schlüsselposition
Fakt ist: Einen neuen Finanz-Fachmann könnte der wirtschaftlich angeschlagene Drittligist dringend gebrauchen – und Rejek einen neuen Job. Der kaufmännische Part der Geschäftsführer-Position ist bei 1860 bereits seit der fristlosen Kündigung von Ex-Boss Oliver Mueller (September 2024) unbesetzt. Ex-Sport-Geschäftsführer Christian Werner hatte die Geschäfte über ein Jahr lang interimistisch fortgeführt, bevor der 44-Jährige Ende September letzten Jahres ebenfalls seines Amtes enthoben wurde. Eine Neubesetzung ist seitdem nicht erfolgt, nicht zuletzt aus finanziellen Zwängen heraus: Die juristischen Auseinandersetzungen mit Mueller sowie Gehaltsfortzahlungen an Werner können Sechzig noch beträchtliche Summen kosten.

Rejek, einst als vormaliger Marketing-Leiter von Bundesliga-Schwergewicht Borussia Dortmund (2010-13) nach Giesing gekommen und nach drei Jahren beim TSV als Geschäftsführer bei Arminia Bielefeld (2017-22) und dem 1. FC Köln (2022-25) tätig, ist seit Februar 2025 vereinslos. Der Mann, der seit 1999 lange Jahre für einen Vereinsrechtevermarkter tätig war, scheint ein Herz für Traditionsvereine zu haben.
Vergangene Konflikte mit Investor Ismaik
Eine brisante Note erhält die Personalie Rejek aufgrund der ungeklärten Investorenlage bei den Blauen: Der gebürtige Mülheimer (Nordrhein-Westfalen) bekam damals zwischen 2015 und 2016 von Investor Hasan Ismaik dessen Statthalter Noor Basha als zweiten Geschäftsführer zur Seite gestellt. Die Gründe, weshalb Rejek damals wieder gehen musste, dürften nicht etwa fehlende Expertise oder eigene, weiß-blaue Fehlentscheidungen gewesen sein, vielmehr die Auseinandersetzungen zwischen 1860 und seinem umstrittenen Geldgeber. Ein weiteres, kaum zu lösendes Problem: Die zu diesem Zeitpunkt schon an den FC Bayern abgetretene Allianz Arena stellte den TSV wegen der toxischen Kombination aus geringer Auslastung und enormer Miet- und Cateringkosten vor eine finanzielle Zerreißprobe.
"Die Löwen werden der letzte große Traditionsverein sein, der lechzend sein neues Zuhause baut. Man hat es damals mit dem FC Bayern getan und weiß jetzt: Das war eine Nummer zu groß", sagte Rejek im August 2015 im AZ-Interview: "Wenn wir alle zusammen die Augen schließen und uns eine Löwen-Heimat vorstellen, sieht die anders aus als die Allianz Arena."
Damals hießen die Optionen Olympiastadion oder Neubau in Riem, heute will 1860 die Sanierung des Grünwalder Stadions forcieren – und das ohne den abwanderungswilligen Ismaik. Ob Rejek für diese scheinbar unmögliche Mission schon ein paar Geldgeber abklappert?
