Löwen mittendrin im Aufstiegs-Showdown: "Schön, dabei zu sein"

"Es ist schön, dabei zu sein", sagt Coach Kauczinski über das Aufstiegsrennen, in dem 1860 das Remis gegen Wehen Wiesbaden zum Punktgewinn erklärt. Nun folgen "nur noch Endspiele" – für die halbe Liga.
von  Matthias Eicher
Trainer des TSV 1860: Markus Kauczinski
Trainer des TSV 1860: Markus Kauczinski © IMAGO/Ulrich Wagner

Als die Löwen noch dabei waren, sich auf den Aufstiegs-Kracher gegen den SV Wehen Wiesbaden einzuschwören, schielte doch glatt der ein oder andere Spieler auf die Duelle der Konkurrenz.

"Ich hab’s gesehen, da stand es 3:1 für Rostock", meinte Marvin Rittmüller über das frühe Samstagsduell der beiden Aufstiegsaspiranten, Kollege Thomas Dähne sagte über die 1:5-Packung von Hansa Rostock gegen Sechzigs nächsten Gegner MSV Duisburg: "Wir haben es gesehen, aber das ist jetzt nichts, was an unserem Spiel etwas verändert hätte." Es dürfte aber für das kommende Wochenende einiges verändern ...

Nach Spieltag 29 haben schon eine Reihe von Dingen etwas andere Formen angenommen für den TSV 1860, wie etwa die Umwandlung der Siegesserie (fünf Siege in Folge!) in eine Ungeschlagen-Serie (sechs Spiele nicht verloren!).

Punkteteilung mit Wehen Wiesbaden

Das große Ganze bleibt jedoch gleich: Sechzig liegt nach dem torlosen, aber intensiven Rasenschach gegen den SV Wehen Wiesbaden in Schlagdistanz zu den Aufstiegsrängen. "Beide Mannschaften haben sich nichts geschenkt. Das war ein leistungsgerechtes Unentschieden und wir können mit dem Punkt leben", sagte Abwehrchef Max Reinthaler im Hinblick auf die Tatsache, dass 1860 weiter unbesiegt ist. Und wie geht’s weiter?

Der Mann, der seinen Vertrag nach AZ-Informationen bereits im vergangenen Sommer vorzeitig um ein Jahr bis Sommer 2027 verlängert hat, blickt aber ebenfalls schon voraus auf das, was Sechzig nun erwartet: der nächste heiße Tanz gegen den nächsten Aufstiegsaspiranten. "In Duisburg wird es ähnlich schwer", stellte Reinthaler vor dem nächsten Kracher am Sonntag (16.30 Uhr, im AZ-Liveticker) klar: "Das sind nun alles Endspiele und wir brauchen die gleiche Einstellung. Die letzten fünf Siege haben uns viel Selbstvertrauen gegeben und wir wollen mehr!" Mehr in Form von Siegen – und Mitte Mai dann Liga zwei!

Rechenspiele im Aufstiegsrennen

Und weil die Sechzger inzwischen etwas mehr aus der Deckung ihres zuvor zumeist gewahrten, weiß-blauen Understatements wagen, rechnete Torwart Thomas Dähne gleich mal vor: "Wir haben in der Tabelle einen Punkt gutgemacht." Was der einmal mehr sichere Rückhalt des TSV, der bereits zum achten Mal zu Null spielen konnte, damit meinte: Neben dem 1:5 der Zebras hat auch der Tabellenzweite Energie Cottbus bei Alemannia Aachen eine empfindliche 1:4-Klatsche erlitten, bereits am Freitagabend.

Was sich also verändert hat, wie Dähne richtig vorgerechnet hat: Der Vorsprung von Duisburg und Cottbus auf 1860 ist jeweils um ein Zählerchen geschmolzen.

Essen mischt vorne mit

Unterschlagen hat der TSV-Torhüter dabei allerdings das 4:2 von RW Essen (bei Hoffenheim II), dem neuen Tabellen-Dritten mit 52 Punkten. Relegationsrang drei liegt damit wie am vorherigen Spieltag drei Zähler voraus, auf den direkten Aufstiegsplatz (Cottbus, 53) zwei hat Sechzig ein Pünktchen aufgeholt. Oder zählt für den TSV inzwischen zuallererst der direkte Aufstiegsplatz, wo man schon so nahe rangerückt ist?

"Wir sind geklettert, wir sind in diesem Bereich, in dem es am Ende acht, neun Mannschaften sind, die um das begehrte Ziel kämpfen", sagte Chefcoach Kauczinski und fand es "schön, dabei zu sein." Und damit wären wir beim Stichwort der nächsten direkten Duelle angelangt: Es ist nämlich nicht nur 1860, das in Duisburg den eingefahrenen Heim-Punkt vergolden kann, um (verunsicherte?) Zebras in der Tabelle zu überholen.

Showdown der Aufstiegsaspiranten

Nein: An allen neun (!) verbleibenden Spieltagen der Dritten Liga stehen sich zwei (aktuelle) Aufstiegsaspiranten gegenüber. Das bedeutet nicht nur knisternde Hochspannung für die Löwen-Spieler, wenn die auf die anderen Schauplätze rüberlugen. Es bedeutet auch, dass sich die Konkurrenz die Punkte immer wieder gegenseitig raubt.

Fazit: Bleibt der TSV stabil und verliert seine Spiele nicht, lässt sich auch mal mit einem Remis Boden gutmachen, wobei die hauptsächliche Währung für das große Ziel natürlich Dreier bleiben müssen. Klar ist bisher nur eines: Der Atem der Löwen bleibt heiß ...

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