Erwartungsdämpfer nach 1860-Sieg: "Die Regionalliga wird verdammt schwierig"

Der TSV 1860 siegt zum zweiten Mal in Folge auswärts, wackelt beim 3:2 in Aubstadt aber gehörig. Kapitän Dennis Dressel verlangt noch Geduld mit der neu zusammengestellten Löwen-Elf.
Ruben Stark
|
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
4  Kommentare
lädt ... nicht eingeloggt
Teilen  AZ als Quelle bevorzugen
Der TSV 1860 jubelt in Aubstadt nach dem Treffer von Arian Calderon zum zwischenzeitlichen 3:1 aus Sicht der Löwen.
Der TSV 1860 jubelt in Aubstadt nach dem Treffer von Arian Calderon zum zwischenzeitlichen 3:1 aus Sicht der Löwen. © IMAGO/Julien Christ

Fans und Mannschaft bildeten ein klatschendes und johlendes Jubelensemble, als der Dreier am Grabfeld eingesackt war. Doch Trainer Alper Kayabunar, der hatte sofort eine eindringliche Botschaft für den TSV 1860, denn trotz des zweiten Auswärtserfolges waren die Nerven beim 3:2-Zittersieg gehörig strapaziert worden. "Wir müssen das Spiel einfach killen", habe er im Kreis nach Abpfiff gesagt, berichtete der Coach später.

Aber es gehört wohl zum Lern- und Entwicklungsprozess der neuen Löwen, dass dieser Killerinstinkt, diese Eiseskälte, wenn es darum geht, einem Gegner wie dem TSV Aubstadt jeden Funken Hoffnung zu rauben, erst entstehen, erst wachsen muss. "Wir haben noch viel Arbeit vor uns, die Fans müssen uns schon noch Geduld geben", betonte daher auch Kapitän Dennis Dressel. Bis zu echter Dominanz ist es also noch ein ganzes Stück des Weges.

Kayabunar nach zweitem Sieg in Serie erleichtert: "Tut richtig gut"

Dabei war der Ausflug nach Unterfranken zunächst planmäßig gelaufen. Emre Erdogan (23.) und Fabio Wagner (45.) sorgten für ein 2:0 – und als Franz Helmer (78.) Aubstadt nach dem Wechsel heranbrachte, hatte Joker-Entdeckung Arian Calderon (83.) rasch die Antwort zum 3:1 parat. Die Aufregung und Unruhe nach Marco Nickels 2:3 (89.) war überflüssig.

Kayabunar ließ aber auch Milde walten. "Es wird nicht viele Mannschaften geben, die hier dreifach punkten", urteilte der Coach, weil Aubstadt bisher ohne Niederlage war. Er setzte mit Blick auf das 3:0 in Memmingen am Freitag zuvor hinzu: "Auswärts nochmal dreimal zu punkten nach dem Memmingen-Sieg, tut richtig gut."

Alper Kayabunar richtet im Kreis einige Worte an seine Löwen.
Alper Kayabunar richtet im Kreis einige Worte an seine Löwen. © sampics

"Bonusspiel" Kiel wartet auf den TSV 1860

So mag zwar manches knarzen und ruckeln, aber die eingeschlagene Richtung stimmt. Nach vier Spielen haben die Giesinger acht Zähler gesammelt und Anschluss an die Tabellenspitze um den FV Illertissen (zehn). Von einem Durchmarsch, findet Dressel, sollte man ohnehin nicht ausgehen. "Die Regionalliga wird verdammt schwierig, die Mannschaft ist neu zusammengestellt. Es braucht einfach Zeit, die fünf, sechs Wochen, die man normalerweise in der Vorbereitung hat", sagte er.

"Jeder Sieg, jeder Dreier tut uns gut, jede Spielminute bringt uns weiter und gibt uns auch Kraft für Samstag", ergänzte Verteidiger Julian Bell. Denn am Samstag (18 Uhr, Sky und im AZ-Liveticker) stehen die Sechzger vor ihrem vorläufigen Highlight, dem DFB-Pokalduell mit Zweitligist Holstein Kiel. "Wir werden alles reinwerfen", kündigte Bell vor dem ersten nationalen Cupauftritt der Löwen seit 2022 an. Von einem "Bonusspiel" sprach Dressel, "wir können da nur gewinnen."

"Wir müssen cleverer werden" mahnt Kapitän Dressel

Im Ligaalltag kann Sechzig nicht nur gewinnen, da sind sie die Gejagten, denen jeder ein Stöckchen zwischen die Beine werfen möchte. Siehe Aubstadt, die bei zweimaligem Zwei-Tore-Defizit nicht aufsteckten. Ballverluste und fehlende Abgeklärtheit begünstigten dies. "Wir müssen cleverer werden, dann wird uns das im Laufe der Saison nicht mehr passieren", merkte Dressel an, während Bell nach dem dritten Ligaspiel mit zwei Gegentoren weitere Schwachstellen klar benannte: "Kommunikation, Abläufe, das sind Schwerpunkte, an denen wir arbeiten müssen."

So lange kommt es für Dressel "auf die Ergebnisse an." Dann werden Fans und Mannschaft noch häufiger klatschend und johlend gemeinsam jubeln.

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
 
4 Kommentare
Bitte beachten Sie, dass die Kommentarfunktion unserer Artikel nur 72 Stunden nach Veröffentlichung zur Verfügung steht.
  • Benedikt am 20.08.2026 13:39 Uhr / Bewertung:

    Wenn ich die letzten beiden Gegner anschaue, habe ich Mut. Diese sind spielerisch wirklich schlecht. Sie suchen nur ihr Heil mit hoch nach vorne schlagen. Das mag derzeit bei den Löwen funktionieren, nicht auf Dauer. Sechzig sollte einen Schifferl oder Reinthaler holen, nachverhandeln,
    die beiden haben meines Wissens noch keinen Vertrag und würden sicher Zugeständnisse machen.
    Ich versthe allerdings Mang, der von Schulden die Schnauze voll hat und sich nicht übernehmen will.

    Antworten lädt ... Kommentar melden
  • MichiK am 20.08.2026 12:33 Uhr / Bewertung:

    Ich prophezeie, dass die FA des TSV 1860 e.V. lange in der Regionalliga bleiben wird, wenn sie nicht gleich den direkten Wiederaufstieg in die 3. Liga schafft. 2018 hat's ja gleich wieder geklappt von der RL in die 3.Liga. Ich glaube aber, dass sich die Fans eher an die Derbys gegen Unterhaching und Bayern II gewöhnen müssen.
    Und was auch noch ein noch nicht abschätzbares Risiko birgt, ist die Kündigung des Kooperationsvertrages. Da bin ich mal gespannt, wie dass rechtlich und finanziell ausgeht.

    Antworten lädt ... Kommentar melden
  • shark am 20.08.2026 09:26 Uhr / Bewertung:

    Das der Aufstieg für 60 kein Selbstläufer wird , war zu erwarten.
    Es gibt eine Menge guter Ansätze nach dem massiven Umbruch und damit Grund zum Optimismus
    Jetzt gilt es die großenSchwachstellen zu verbessern-Stichwort Torhüter, Abwehrchef,Defensive. und für absolute Fitness über 90 Minuten zu sorgen !

    Antworten lädt ... Kommentar melden
merken
Nicht mehr merken
X

Sie haben den Inhalt der Merkliste hinzugefügt.