Erster Löwen-Sieg 2026: Kauczinski warnt vor übermäßiger Euphorie

Der erste Löwen-Sieg 2026 ist eingefahren, die Euphoriebremse allerdings direkt wieder angezogen. 1860-Trainer Kauczinski mahnt.
von  Matthias Eicher
Clemens Lippmann freut sich über sein erstes Tor im Löwen-Dress und zwischenzeitliche 0:3.
Clemens Lippmann freut sich über sein erstes Tor im Löwen-Dress und zwischenzeitliche 0:3. © IMAGO/Eibner-Pressefoto/Damian Kruczyn

Jetzt mal ehrlich, liebe Löwenfans: Wann habt ihr auf die Tabelle der Dritten Liga geschielt? Am Samstag zur Halbzeitpause, als die Löwen im Begriff waren, den TSV Havelse zu schlagen? Oder erst, als sich der 5:0-Kantersieg langsam, aber sicher abgezeichnet hat?

Hat vielleicht schon wieder jemand den Kult-Spruch gebracht, ob der Aufstieg jetzt so gut wie sicher ist und welcher Brasilianer gekauft wird? An dieser Stelle raten wir, in Anlehnung an die Aussagen von Markus Kauczinski, zweierlei.

Überfälliger "Befreiungsschlag" gegen Havelse

"Wir haben lange gewartet. Das Jahr 2026 fängt für uns jetzt erstmal an", sagte der Cheftrainer des TSV 1860 nach dem ersten dreifachen Punktgewinn seiner Mannschaft in der Rückrunde. Ein Auftritt, der laut Torjäger Patrick Hobsch einem "Befreiungsschlag" gleicht und von daher – zurückkommend auf die Einleitung – ruhig erst einmal genossen werden darf. "Auf geht's, Löwen, kämpfen und siegen" – der Schlachtruf hat zum ersten Mal im noch jungen Jahr funktioniert und das ist für die weiß-blaue Anhängerschaft in erster Linie einmal schön.

Der zweite Ratschlag bezieht sich auf den Umgang mit dem Dreier, der in den Augen vieler, wenn nicht aller Beteiligten in die Kategorie "überfällig" einzuordnen ist: "Am Anfang des Jahres hatten wir ordentliche Auftritte gegen stärkere Gegner, heute haben wir endlich mal das Ergebnis eingefahren", freute sich auch Coach Kauczinski, wusste aber sofort die Euphoriebremse zu bedienen.

Kauczinski: Voller Fokus auf Hansa Rostock

Der 55-Jährige ist zwar erst seit 9. Oktober 2025 TSV-Trainer, aber schon lange genug im Geschäft, um zu wissen. In der aktuellen Löwen-Lage verbietet sich Euphorie, vielmehr gilt es, Fassung zu wahren, die Konzentration zu wahren und den vollen Fokus auf den nächsten Gegner zu lenken. Kein Wunder, eher weise Worte, wenn Kauczinski nach vollbrachter Arbeit mahnt: "Erstmal denken wir in einer Woche nur an Hansa Rostock, alles andere ist egal."

Sonntag, 22. Februar, 13.30 Uhr: Münchens große Liebe empfängt Hansa Rostock, im Gegensatz zu Havelse ein echtes Schwergewicht und ebenfalls ein Aufstiegsaspirant: Kauczinskis Einordnung klingt so: "Das ist ein Hammer-Spiel – zwei Mannschaften, die da oben irgendwo mitmischen." Bevor die Blauen rechnen oder sich schon am Anfang einer Serie wähnen, gilt laut dem TSV-Trainer Folgendes: "Wir müssen besser werden. Wir wollen was erreichen, dafür muss man sich steigern." Von daher sei Havelse "ein erster Schritt", dem noch viele weitere Schritte folgen müssen, damit es tatsächlich doch noch klappen könnte mit dem einen, großen Ziel.

1860-Coach Kauczinski warnt vor übermäßiger Euphorie.
1860-Coach Kauczinski warnt vor übermäßiger Euphorie. © IMAGO

Nach 1860-Schützenfest: Folgt weitere überzeugende Leistung?

Fakt ist, dass der TSV im Hannoveraner Eilenriedestadion gegen den stark abstiegsbedrohten Vorletzten der Dritten Liga von Anfang bis Spielschluss eine überzeugende Leistung auf den ramponierten Rasen gebracht hat, erstmals seit sechs Spielen wieder siegen konnte und erstmals seit dem 1:0-Auswärtsdreier beim SSV Ulm 1864 Ende November vergangenen Jahres wieder zu null gespielt hat.

Angeführt vom wirbelnden Top-Torschütze Sigurd Haugen, der den Türöffner gab, zeigte sich auch David Philipp mit zwei Vorlagen als ordentlicher Ersatz für den gesperrten Spielmacher Kevin Volland. Mit Clemens Lippmann und Justin Steinkötter feierten auch noch zwei Sechzger ihre überfälligen Tor-Premieren.

1860 braucht stärkere Leistung gegen Rostock

Fakt ist auch, dass der TSV gegen die siebtplatzieren Rostocker (40 Punkte) nicht nur mehr Gegenwehr gekommen dürfte, er wird auch eine stärkere Leistung brauchen, um ebenfalls als Sieger vom Platz zu gehen.

Also bitte, liebe Löwen: bloß nicht rechnen. Rechenschieber, Taschenrechner, Internet-Tabellenrechner, Handy-Apps – alles einfach mal stehen und liegen lassen. Als kleinen (Nicht-)Service verzichten wir an dieser Stelle nur zu gerne auf den Blick auf die Tabelle. Wie groß der Rückstand auf die Spitzenplätze ist? Wie viele Punkte 1860 gutmachen muss? Das sei alles dahingestellt – und schauen Sie jetzt bloß nicht nach links zu den Tabellen!

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