Erste Bilder, spektakuläre Pläne: So soll das Grünwalder umgebaut werden

Zugegeben, die Erste Liga scheint in diesen Giesinger Wochen sehr, sehr weit weg für den TSV 1860. Und doch ist es bei den Erweiterungsplänen fürs Grünwalder Stadion ein zentraler Aspekt. Dass die Löwen wissen, dass sie – sollte es eines Tages tatsächlich wieder ganz nach oben gehen – auf dem Giesinger Berg sogar Bundesliga spielen könnten.
Und es könnte funktionieren. Das ist das Ergebnis der lang erwarteten Machbarkeitsstudie, die die Sechzger am Freitagabend an der Grünwalder Straße Nachbarn und Fans vorstellten. Es sind ambitionierte Pläne, die der EV vorantreiben will. Immerhin: Wie mehrmals berichtet, stehen Stadtspitze und Stadtrat dem Plan, dass die Löwen das städtische Stadion, das ihnen einst gehört hatte, in Erbpacht wieder selbst übernehmen, sehr offen gegenüber.
Die AZ erklärt die bisher bekannten Details aus der Studie
An diesem Sonntag soll bei der Mitgliederversammlung die Gründung einer Stadionbetreibergesellschaft beschlossen werden. Und nun ist deutlich klarer, mit welchen Ideen die Sechzger ihre Mitglieder überzeugen wollen.
Erste Simulationen zeigen eine Osttribüne, die architektonisch an die heutige Stehhalle angelehnt ist. Eine andere Visualisierung zeigt die Westkurve weiter als Fanblock – aber als eine Gerade direkt hinter dem Tor.

Mindestens genauso spannend für Fans (und Politiker und Nachbarn): die Eckdaten, was laut der Studie am Standort möglich werden könnte. Neben der Erstligatauglichkeit waren die ersten Punkte, die am Freitag zu erfahren waren, folgende:
• Durch PV-Anlage und Einspeisung könnte das Stadion ganz CO2-neutral werden. Ein Punkt, der für die öffentliche Debatte durchaus eine Rolle spielen könnte – und auch bei der grün-geführten Stadtspitze gut ankommen könnte.
• In der Machbarkeitsstudie ist die Rede von 25.000 Zuschauern. Eigentlich sind es sogar 27.000 – weil bei den Löwen mit Bezug auf die Machbarkeitsstudie nun explizit von "zusätzlich" 2000 Business-Seats und Logen gesprochen wird. Diese sind für die Sechzger ein wesentlicher Punkt. Am Standort Giesing gilt seit langem als großer Wettbewerbsnachteil, dass es ganz anders als in modernen Fußballarenen fast überhaupt nicht möglich ist, sehr teure Angebote für Firmenkunden und Co. zu machen – was für die Einnahmen im Profifußball aber sehr wichtig geworden ist.
• Die Westkurve wird auf 13.000 Zuschauer erweitert – und das offenbar mit einem Neubau. Nicht nur, dass eine erste Simulation eine gerade Tribüne (wenn auch mit geschwungenem Dach) hinterm Tor zeigt. Bei den Löwen war am Freitag auch die Rede davon, dass es auf halber Höhe der Tribüne einen Umlauf geben werde "mit Gastroangebot und reichlich Toiletten". Die historische Anzeigentafel aber soll integriert werden.
Schon in den nächsten Wochen sollen die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie dann auch der Stadt übergeben werden – die noch vor wenigen Jahren die Ansicht vertrat, mehr als 12.500 Zuschauer könnten nie wieder auf Giesings Höhen Fußball schauen. Dann doch wieder 15.000 erlaubte und zuletzt von einer Obergrenze von 18.100 sprach. Nun also scheint denkbar, dass der Traum einer modernen Fußballarena am Giesinger Berg wahr wird. Zumindest, wenn man sehr optimistisch ist, was die Finanzierung betrifft.