Eriksson: "Ich freue mich auf die Löwen"

Als die AZ Eriksson am Dienstagmittag erreichte, hatte er noch keinen Kontakt zu 1860. Was der neue Mann sagt, wie es weitergeht: das sind die vier wichtigsten Fragen – und Antworten.
| Filippo Cataldo
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Als die AZ Sven-Göran Eriksson am Dienstagmittag erreichte, hatte er noch keinen Kontakt zu 1860. Was der neue Mann sagt, wie es weitergeht: das sind die vier wichtigsten Fragen – und Antworten.

Belek - "Das war ein sehr netter Start in den Tag. Ich habe mich sehr gefreut, als ich das gelesen habe." Dies sagt der designierte neue Löwen-Trainer Sven-Göran Eriksson.

Gleich nach dem Aufstehen hat der 64-Jährige daheim in Schweden am Dienstag das Internet durchforstet und gelesen, dass der Aufsichtsrat der Löwen sich in der Nacht einstimmig dafür ausgesprochen hatte, ihn, den Lieblingskandidaten von Investor Hasan Ismaik, zum Trainer zu ernennen.

Gemeinsam mit Alexander Schmidt soll Eriksson 1860 so schnell wie möglich zum Aufstieg führen. Die Löwen sollten vom "Weltruhm" Erikssons profitieren, Schmidt und der Schwede sollten sich "gemeinsam befruchten", das Trainergespann sei die "beste Lösung für 1860".

Dies erklärten Aufsichtsrats-Chef Otto Steiner, Präsident Dieter Schneider und Geschäftsführer Robert Schäfer in der Nacht auf Dienstag nach einem fast 7-stündigen Sitzungs-Marathon. Schäfer solle nun Kontakt aufnehmen zu Eriksson, eine Einigung erwartete Schneider "noch in dieser Woche".

Allein, als die AZ den einstigen englischen Nationalcoach nachmittags erreichte, wartete er noch immer auf eine Nachricht aus Giesing. "Der Klub hat sich bei mir noch nicht gemeldet. Darum kann ich Ihnen ehrlicherweise nichts Konkretes mitteilen", sagt er, "ich bin bereit, sie scheinen bereit. Also sollte es doch klappen, oder? Ich freue mich. Ich mag den Klub und die Stadt."

Auch dass er bereits eine Vereinbarung mit Ismaik getroffen habe, bestätigte er. Der Investor hatte vor einer Woche erklärt, dass Eriksson rund 300.000 Pfund im Jahr verdienen solle bei 1860. Der einstige Welttrainer Eriksson macht’s – offiziell – für einen Schnäppchenpreis.

Weil er Ismaik mag, weil er die Löwen mag, vor allem aber, weil er "nicht auf den Fußball verzichten kann", wie er sagt. Die durchaus abwechslungsreiche Geschichte des TSV 1860 sollte damit um eine skurrile Episode reicher sein.

Zwei Trainer, die sich noch nie begegnet sind und anderen Trainerschulen angehören, sollen sich die Arbeit künftig teilen. Irgendwie. "Sie bilden ein Trainerteam", sagte Steiner. Aber wie geht es jetzt weiter bei 1860? Die AZ beantwortet die wichtigsten Fragen.

Wie sollen Schmidt und Eriksson zusammenarbeiten?

"Ich freue mich darauf, wirklich", betont Schmidt. "Ich bin ein aufgeschlossener Mensch. In Leverkusen funktioniert das doch sehr gut. In Unterhaching auch." Tatsächlich agieren die beiden genannten Klubs derzeit ziemlich erfolgreich mit ihren Trainergespannen.

Bei beiden Klubs haben die Trainer sich die Aufgaben aufgeteilt, in Leverkusen etwa ist Sascha Lewandowski vor allem für die tägliche Trainingsarbeit zuständig, Sami Hyypiä vertritt den Klub nach außen und macht die Ansprachen.

Bei Unterhachings Claus Schromm könnte Schmidt sich Tipps holen – die beiden waren bei den Löwen jahrelang Kollegen im Jugendbereich. "Wir müssen sehen, was bei den Verhandlungen herauskommt. Vielleicht soll Herr Eriksson ja auch eher eine Art Berater-Funktion übernehmen", sagt Schmidt. Klingt nach Reibungspotenzial.

Wieso dauerte die Sitzung fast sieben Stunden?

Steiner erklärte in der Nacht, dass man einige Punkte des Kompromissvorschlags habe justieren müssen, um sie in Einklang zu den DFL-Statuten zu bringen. Das mag sein, scheint aber höchstens die halbe Wahrheit. Wie die AZ erfuhr, sollen vor allem Präsident Schneider und sein Vize Franz Maget erst nach sehr kontroversen Diskussionen bereit gewesen sein, Ismaiks Vorschlägen zuzustimmen.

Was wird aus Hinterberger?

Der Vertrag des umstrittenen Sportchefs läuft zum Saisonende aus. Die wahrscheinlichste Variante scheint derzeit, dass er den Vertrag erfüllen darf. "Wir haben heute gar nicht über Hinterberger gesprochen", erklärte Steiner.

Hinterberger selbst sagte: "Klar ist, dass ich mit sehr viel Herzblut dabei bin. Die jetzt getroffene Lösung ist hervorragend für den Verein, weil sie bedeutet, dass wir mit dem geplanten Budget arbeiten können."

Welche Konsequenzen hat die Entscheidung für die Stürmersuche?

Erstmal keine, versichert Hinterberger. "Ich arbeite weiter daran, dass unser Wunschspieler kommt." Aber natürlich werde künftig auch Eriksson in die Entscheidungen eingebunden, sollte der Schwede tatsächlich kommen wollen.

Wann soll der Aufstieg geschafft werden?

Grundsätzlich so schnell wie möglich. Allerdings bleibe der im Mai ausgemachte Dreijahresplan bestehen. Ismaik habe zugesichert, die abgesprochenen Darlehenssummen (13 Millionen Euro bis 2015) zu überweisen.

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