Er wurde von seinem Coach übel zusammengefaltet: Trotzdem ist Haugen der beste Stürmer des TSV 1860
54 Törchen haben sie nur erzielt, das ist lediglich der zwölftbeste Wert der gesamten Dritten Liga, eine geringere Ausbeute als Absteiger TSV Havelse (57) und nicht der einzige, aber ein triftiger Grund dafür, weshalb bei den Blauen in der Saison 2025/26 kein Aufstiegsplatz, sondern nur Rang acht in der Endabrechnung. "Wir konnten außer Siggi keinen zweiten Torjäger etablieren", sagte Chefcoach Markus Kauczinski über Topscorer Sigurd Haugen – und jede Menge weiß-blauer Torarmut. Wie sich die einzelnen Offensiv-Löwen geschlagen haben?
Teil vier der AZ-Saisonzeugnisse – die Torjägerchen.
Volland lebt Sechzig mit all seinen Höhen und Tiefen
KEVIN VOLLAND – Note 3: Der Spielmacher avancierte zum umjubelten Rückkehrer und konnte diese Last insgesamt gerade vor dem Hintergrund seiner langwierigen Knieverletzung bei Union Berlin nie abschütteln. Traumstart mit seiner märchenhaften Torpremiere im ersten Heimspiel beim 3:1-Triumph gegen den späteren Meister VfL Osnabrück, ebenso schnell ließ Volland nach und hatte mit der Intensität in brachialen Dritten Liga zu kämpfen.
Der Ex-Nationalspieler steckte aber nicht auf, vielmehr nahm er die Liga an. Mit viel Biss, mit manchem Geniestreich und einer Menge Nehmerqualitäten. Zu Buche stehen vier Treffer und elf Assists in 32 Spielen - dazu zwei Platzverweise und eine tiefe Fleischwunde. Dieser Mann lebt Sechzig mit all seinen Höhen und Tiefen.

Philipp lediglich Trainingsweltmeister
DAVID PHILIPP – NOTE 4: Der Trainingsweltmeister unter den Löwen. Kann alles am Ball, wenn es nach den Aussagen mehrere 1860-Funktionäre geht. Ließ sein Können und seinen Offensivgeist auch auf dem Rasen durchaus aufblitzen, drei Saisontore und vier Torvorbereitungen in 29 Drittligapartien sind allerdings zu wenig für Zählbares. Bekommt ebenfalls keinen neuen Vertrag mehr.
SIGURD HAUGEN – NOTE 2: Wikinger, Maskenmann, bester Torjäger 2025/26 mit 16 Saisontoren. Damit auch der einzige Angreifer, der vollends überzeugen konnte: Haugen glänzte sowohl vor dem Tor, als auch durch seine enorme Dynamik, seine Tiefenläufe, seine Mentalität. Und das, obwohl er von Ex-Coach Glöckner in der Halbzeitpause der 1:2-Pleite bei seinem Ex-Klub Hansa Rostock nach AZ-Infos übel zusammengefaltet wurde. Die Sechzger-Fans könnten glatt skandieren: "Ohne Siggi wär' hier gar nix los".
Der Norweger schoss 1860 auch zum Halbfinalerfolg im Totopokal gegen Drittliga-Rivale Jahn Regensburg und damit in den DFB-Pokal. Sein Vertrag läuft noch, es droht allerdings ein (Not-)Verkauf, der an vorderster Front eine klaffende Lücke hinterlassen würde.

Kauczinski setzt nach der Winterpause kaum auf Hobsch
PATRICK HOBSCH – NOTE 4: Der Sohn von Ex-Bundesligatorjäger Bernd Hobsch offenbarte in seinem zweiten Jahr bei 1860 nach elf Saisontreffern im Vorjahr, dass das zweite Jahr oftmals schwerer ist. Zumal er sich plötzlich mit deutlich stärkerer Konkurrenz konfrontiert sah. Lieferte seine zumindest solide Bilanz von sechs Toren und fünf Assists in 36 Spielen alle zwischen dem dritten und dem 20. Spieltag.
Die Hobsch-Saison, in der er oftmals Joker und selten Stammspieler war, ging auch deshalb in Sachen Scorerpunkte früh zu Ende, weil Kauczinski nach der Winterpause kaum auf ihn setzte – aber auch kein Aufbäumen mehr kam.
Niederlechner einer der Verlierer der Saison
FLORIAN NIEDERLECHNER – NOTE 5: Im Sommer 2025 neben Volland gefeierter Rückkehrer, ein Jahr später einer der Verlierer der Saison. Legte mit zwei Toren in den ersten beiden Saisonspielen einen Auftakt nach Maß hin, bevor er stark nachließ und seinen Stammplatz verlor. Durch das verpasste Winter-Trainingslager verlor er Substanz und kam erst gegen Saisonende wieder zu längeren Spielzeiten. Drei Treffer und vier Vorlagen sind zu wenig für einen Typen seines Kalibers.

JUSTIN STEINKÖTTER – NOTE 4: Der eigentlich so treffsichere und schnelle Angreifer konnte seine Top-Statistiken eine Liga tiefer beim TSV Steinbach Aiger (20 Tore, sechs Assist) im Löwen-Trikot nicht ansatzweise wiederholen (ein Treffer, ein Assist in 24 Spielen). Immerhin brachte er in der Phase, als er sich unter Kauczinski zum ersten Joker herangekämpft hatte, öfter Schwung ins Spiel.

