Er stand auf dem Abstellgleis: Neuer Abwehrboss des TSV 1860 überzeugt, zahlreiche Enttäuschungen

Der TSV 1860 kassierte in der vergangenen Saison satte 53 Gegentore. Einzig Jesper Verlaat und Max Reinthaler können überzeugen.
von  Matthias Eicher
Max Reinthaler ist der neue Abwehrboss des TSV 1860.
Max Reinthaler ist der neue Abwehrboss des TSV 1860. © IMAGO

53 Gegentore mussten sie ebenso zulassen, wie die Tatsache, dass der Aufstiegszug bereits mehrere Wochen vor Saisonende ohne die Löwen abfährt. Sie hatten nur sechs Spieltage lang einen unter diskussionswürdigen Bedingungen scheidenden Abwehrboss in ihren Reihen - und seinen vom Abstellgleis zurückgeholten Nachfolger, der Sechzig nun in eine mal wieder ungewisse Zukunft führen soll. Teil zwei der AZ-Saisonzeugnisse - die Verteidiger.

Rittmüller hat in der Offensive viel Steigerungspotenzial

MARVIN RITTMÜLLER – NOTE 4: Der Ex-Braunschweiger sei an dieser Stelle aufgeführt, da er auch öfter als Außenverteidiger und insgesamt recht defensiv agiert hat. Zeigte sich in 29 Saison-Einsätzen (ein Tor, ein Assist) engagiert und konnte teils mit solider Verteidigungsarbeit gefallen, leistete sich allerdings auch Patzer und konnte seine Zweitliga-Vergangenheit nicht in beeindruckender Manier zeigen. Gerade in der Offensive mit viel Steigerungspotenzial.

SEAN DULIC – NOTE 3: Der Senkrechtstarter der Vorsaison lief aufgrund einer hartnäckigen Verletzung lediglich 23 Mal in der Innenverteidigung auf (ein Tor, zwei Assists). Der 20-jährige Münchner konnte dabei seine Stärken in der Zweikampfführung, seine Robustheit und seine Schnelligkeit zumeist unter Beweis stellen und sich weiter etablieren. Gilt als eine der heißesten Aktien der Blauen und könnte trotz laufenden Vertrags bis Sommer 2028 verkauft werden (müssen).

Nicht immer sicher: Neuzugang Siemen Voet.
Nicht immer sicher: Neuzugang Siemen Voet. © IMAGO

Voet in der Crunchtime wackelig

SIEMEN VOET – NOTE 3: Der belgische Neuzugang fand als linkes Glied der defensiven Dreierkette sofort Einzug in die Startformation der Blauen. Anfangs mit wechselhaften Leistungen spielte er sich fest und zählte mit seinen klassischen Verteidiger-Qualitäten plus guter Spieleröffnung zu den Stützen des TSV, abzulesen an satten 37 Drittliga-Einsätzen (drei Assists). In der berühmten Crunchtime aber ebenso wacklig wie der Rest vom Sechzger-Schützenfest.

JESPER VERLAAT – NOTE 2: Was für eine Seuchen-Saison für den scheidenden Kapitän. Zuvor als Abwehrchef, Identifikationsfigur und Spielführer ein absoluter Dauerbrenner, zog er sich am sechsten Spieltag einen Muskelbündelriss zu und fiel aufgrund von mehreren Rückschlägen für den gesamten Rest der Saison aus. In den zu bewertenden Einsätzen ebenso überragender Verteidiger wie in den Vorjahren - als einziger Löwe (in den fünf von ihm beendeten Duellen) auf einem Aufstiegsplatz. Sein Abgang könnte dem TSV noch wehtun.

Reinthaler teils mit starken Leistungen

MAX REINTHALER – NOTE 2: Der Südtiroler hat dank des Verlaat-Fehlens eine Art Comeback hingelegt: Von Ex-Coach Patrick Glöckner kaum berücksichtigt, von Nachfolger Markus Kauczinski reaktiviert. Der 31-Jährige dankte es mit stabilen, teils bärenstarken Leistungen, die 1860 nochmals - kurzzeitig - ins Aufstiegsrennen zurückbrachten, bevor sich bei ihm wie 1860 herausstellte, dass es nicht für ganz oben reicht. 23 Spiele, ein Tor, zwei Vorlagen.

RAPHAEL SCHIFFERL – NOTE 3: Der Österreicher erlebte ebenfalls ein ziemliches Wechselbad der Gefühle - mit ähnlichem Ausgang wie bei Verlaat. Der 26-jährige Blondschopf kämpfte sich durch seine Mentalität, durch seine aggressive wie emotionale Art immer wieder zurück auf den Rasen (20 Einsätze). Die Siegesserie vor der Winterpause verpasste er verletzt, von den fünf Siegen in Serie danach trug er viermal seinen Teil bei. Weil es 1860 nicht nur sportliche Überlegungen, sondern auch wirtschaftliche Zwänge gibt, bekam Schifferl keinen neuen Vertrag mehr.

Muss den TSV 1860 verlassen: Raphael Schifferl.
Muss den TSV 1860 verlassen: Raphael Schifferl. © IMAGO

Jakob bringt Können kaum auf den Platz

LASSE FAßMANN – NOTE 3: Das nächste Junglöwen-Juwel? Als der Youngster (19) anfangs aus der Not heraus von Chefcoach Markus Kauczinski reingeworfen wurde, erledigte er seine Sache mit Bravour. Mit zunehmenden Einsätzen kamen allerdings auch die (ganz normalen) Leistungsschwankungen dazu. Insgesamt stand der für sein Alter erstaunlich robuste, aber auch flinke Verteidiger achtmal auf dem Rasen.

KILIAN JAKOB – NOTE 4: Der lange verletzte Rückkehrer agierte wie Rittmüller auf rechts sowohl als Linksverteidiger, als auch auf der linken Schiene. Nicht zuletzt aufgrund seiner langen Zwangspause und insgesamt nur zehn Einsätzen brachte er sein Können als eigentlich recht kompletter Außenbahnspieler kaum auf den Rasen.

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