Entscheidung fällt vor dem Spiel: TSV-1860-Youngster trumpfen auf, einer aber wackelt

Während die Routiniers des TSV 1860 noch Anlaufprobleme haben, gehen die Youngsters um Emre Erdogan voran.
Kilian Kreitmair
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Überzeugt mit seiner Schnelligkeit: Youngster Emre Erdogan.
Überzeugt mit seiner Schnelligkeit: Youngster Emre Erdogan. © IMAGO

Normalerweise ist es im Fußball üblich, dass die Routiniers mit guten Leistungen die Richtung vorgeben. Beim TSV 1860 herrscht dieser Tage allerdings verkehrte Welt: Die Talente übernehmen Verantwortung, gehen mit guten Leistungen voran.

Erdogan kommt bereits auf drei Vorlagen

Gerade das Youngster-Quartett Loris Husic (18), Arian Calderon (18), Raphael Wach (23) und Emre Erdogan (19) überzeugte in den ersten Wochen der neuen Saison. Letzterer legte beim 3:0-Sieg beim FC Memmingen die Führung mit einer perfekt getimten Hereingabe auf Florian Niederlechner auf.

Für Erdogan war es schon der dritte Assist im dritten Regionalligaspiel. Nach dem Erfolg saß er mit seinem Kumpel Husic minutenlang auf der Auswechselbank und genoss den Moment. Ob am Dienstag (19 Uhr) beim TSV Aubstadt die nächste Sternchenstunde folgt?

Von seinen Jungspunden nicht überrascht: Trainer Alper Kayabunar.
Von seinen Jungspunden nicht überrascht: Trainer Alper Kayabunar. © IMAGO

Kayabunar nicht überrascht von der Leistung der Youngsters

Überraschen würde es ihren Trainer Alper Kayabunar nicht. Im Gegenteil. Er kennt seine Talente bereits aus der gemeinsamen U21-Zeit. Kayabunar wurde mit ihnen in der vergangenen Saison Bayernliga-Meister und weiß, was sie drauf haben.

"Bei uns ist es immer der Ansatz, zu kämpfen", meinte Kayabunar auf AZ-Nachfrage: "Die Jungs, die letztes Jahr bei mir waren, kennen das nicht anders." Wobei der Übungsleiter des TSV 1860 sich natürlich schon freut, dass es seine Nachwuchskräfte aktuell so gut machen.

TSV-1860-Coach stolz auf die Jungspunde

"Ich bin stolz auf die ganze Mannschaft, aber natürlich auch auf die Jungs aus meiner Zeit bei der U21, die viel anschieben", so Kayabunar, der gegen die Unterfranken womöglich auf einen seiner Youngsters verzichten muss. Wach ist angeschlagen.

"Er ist in Memmingen umgeknickt und hat anschließend signalisiert, dass es nicht mehr weitergeht", erklärte der Chefcoach, der Wach zu Beginn der zweiten Hälfte ausgewechselt hatte: "Wir werden vor dem Spiel bewerten, wie weit er schon ist." Fest steht jetzt schon, dass Oldie und Abwehrboss Felix Weber ausfallen wird.

Fehlt dem TSV 1860 in Aubstadt: Felix Weber.
Fehlt dem TSV 1860 in Aubstadt: Felix Weber. © IMAGO

Weber fällt mit Rippenverletzung aus

Er hat sich gegen den FCM an der Rippe verletzt. "Es ist nichts Schlimmes, aber er wird nicht in den Bus steigen", verkündete Kayabunar: "Wir gehen davon aus, dass er Ende der Woche wieder mittrainieren kann."

Für ihn wird wohl der nächste U21-Meister, Benedikt Hoppe, in die Startelf rücken. Ob er die Abwehr stabilisiert? Während die Youngsters der Löwen auftrumpfen, haben die Routiniers mit Anlaufschwierigkeiten zu kämpfen. Gerade Weber nach seiner Rückkehr von der DJK Vilzing.

Routiniers des TSV 1860 noch mit Luft nach oben

Aber auch Torhüter Vitus Eicher und Niederlechner sind noch nicht da angekommen, wo sich der Löwe sie leistungsmäßig erhofft. Dem Stürmer, der nach AZ-Informationen für den Löwen besser dotierte Angebote von WSG Tirol und Austria Salzburg ablehnte, fehlt es zuletzt an Präsenz auf dem Platz. Kayabunar nahm ihn in den ersten drei Ligaspielen auch deshalb bereits nach rund 70 Minuten vom Feld.

"Man merkt von Woche zu Woche, dass er fitter wird", so der 40-Jährige: "Deswegen glaube ich, dass er in den nächsten Wochen mehr Einsatzzeit bekommt. Aber wir wollen auch nicht, dass er kaputt wird."

Noch nicht bei 100 Prozent: Stürmer Florian Niederlechner.
Noch nicht bei 100 Prozent: Stürmer Florian Niederlechner. © IMAGO

Kayabunar glaubt an Leistungssteigerung von Niederlechner

Heißt: Niederlechner soll behutsam aufgebaut werden, eine Leistungssteigerung soll nur eine Frage der Zeit sein. Sein Torjägerinstinkt, der ihm in der vergangenen Spielzeit zwischenzeitlich abhandengekommen war, ist zumindest schon wieder zurück.

Zwei Treffer steuerte er in der Regionalliga bereits bei. "Die Tore, die er in den letzten Spielen geschossen hat, waren sehr wichtig", betonte der Chefcoach des TSV 1860: "Er hat sich da im richtigen Moment im Raum bewegt."

Trainer des TSV 1860 warnt vor Aubstadt

Geht es nach den Löwen, soll am Dienstagabend der dritte Treffer folgen. Gerade, weil Aubstadt durchaus ein harter Kontrahent werden kann. "Sie sind ein sehr unangenehmer Gegner, vor allem wenn sie zu Hause spielen", so Kayabunar und konkretisierte seine Worte: "Es ist eine kampfbetonte Mannschaft, die fußballerisch gut ist."

Mit einem Treffer würde er aber nicht nur die Giesinger näher zum zweiten Saisonsieg bringen, sondern auch beweisen, dass es die Kaderälteren immer noch draufhaben. Denn momentan steht es in der internen Wertung 1:0 für die Youngsters.

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