Ein zweiter Jeremies für die Löwen – aus Israel

Almong Cohen (20), eine Entdeckung und Empfehlung von Lothar Matthäus, wird 1860 fürs defensive Mittelfeld angeboten – und schon mit einem prominenten Vorgänger verglichen.
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Von Lothar Matthäus empfohlen: Almong Cohen.
Imago Von Lothar Matthäus empfohlen: Almong Cohen.

Almong Cohen (20), eine Entdeckung und Empfehlung von Lothar Matthäus, wird 1860 fürs defensive Mittelfeld angeboten – und schon mit einem prominenten Vorgänger verglichen.

MÜNCHEN Diese Geschichte beginnt eigentlich schon im Februar. In der Zeit, als die Löwen wieder mal einen Umbruch erlebt haben. Miki Stevic war gerade zum neuen Sportdirektor ernannt worden, der Verein durchlebte mal wieder eine Krisenzeit in der Führung und auf dem Platz. Damals telefonierte Stevic einige Male mit Lothar Matthäus. Man unterhielt sich über die Möglichkeiten eines Wechsel des Rekordnationalspielers, seinerzeit beim israelischen Klub Maccabi Netanya als Trainer angestellt, nach Giesing.

Matthäus war interessiert. Stevic ebenfalls. Selbst 1860-Präsident Rainer Beeck hat Matthäus zu jener Zeit persönlich getroffen.

Nun, aus dem Geschäft ist damals nichts geworden. Stevic verzichtete auf eine Matthäus-Verpflichtung. Der frühere Bayern-Kapitän sei zu rot und dem blauen Anhang schwer zu vermitteln, fürchtete er. Später holte Stevic den weniger belasteten Ewald Lienen als Cheftrainer, um die Mannschaft wieder nach vorn zu bringen. Geblieben aber ist der Kontakt zwischen Stevic und Matthäus. Und der könnte dem TSV 1860 jetzt ein fußballerisches Juwel bescheren.

Nach AZ-Informationen ist den Löwen der israelische Nationalspieler Almong Cohen angeboten worden. Der 20-jährige defensive Mittelfeldspieler war in Netanya so etwas wie Matthäus’ Lieblingsspieler. Ein zweikampfstarker Mittelfeldabräumer mit feiner Ballbehandlung. Wenn Matthäus über Cohen spricht, gerät er schnell ins Schwärmen. Einer für die Bundesliga sei das, findet er. Und sprach von einem „zweiten Jens Jeremies“: genauso bissig und entschlossen, dabei technisch angeblich noch stärker als der echte Jeremies.

Der hat es immerhin fertig gebracht, sowohl bei den Löwen (1995 bis 1998) als auch beim Erzrivalen FC Bayern (1998 bis 2006) zum Kultspieler aufzusteigen, seiner ehrlich-rustikalen Spielweise sei Dank.

Matthäus traut Cohen eine ähnliche Karriere zu wie Jeremies. Den Grundstein dafür soll der 20-Jährige bei einem ambitionierten Zweitligisten in Deutschland legen. Dort rückt er eher ins Blickfeld als in der international unbedeutenden israelischen Liga.

Das Beste für 1860: Cohen, der bei Netanya noch einen Vertrag bis 2010 besitzt, würde die klammen Kassen kaum belasten. Die Transferrechte des Spielers gehören Daniel Jammer. Jenem jüdischen Millionär aus Frankfurt, dem auch Matthäus' Ex-Verein Netanya gehört und der als möglicher Investor bei Zweitligaaufsteiger Düsseldorf gehandelt worden war (was sich inzwischen zerschlagen hat). Jammer würde womöglich sogar einen Teil des Spielergehalts übernehmen.

Cohen wurde also den Löwen angeboten – und angeblich auch Rapid Wien und 1899 Hoffenheim. Stevic sollte sich also bald entscheiden.

Filippo Cataldo, Michael Schilling

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