"Dürfen nicht runter vom Gaspedal": Der Sommer hängt den Löwen noch nach
Die Enttäuschung über das Aus im DFB-Pokal gegen Holstein Kiel (0:2) hatten die Löwen bereits abgelegt, als sie am frühen Mittwochnachmittag mit dem Mannschaftsbus bei Sponsor Angermaier zur traditionellen Wiesn-Einkleidung ankamen. Und das war auch nicht groß verwunderlich.
Der beherzte, mutige Auftritt gegen die zwei Klassen höher spielenden Störche taugte schließlich nicht zum Stimmungskiller, ganz im Gegenteil: Die im Sommer unter schwerstmöglichen Bedingungen und großem Zeitdruck zusammengestellte Mannschaft der Sechzger zeigte eine Leistung, die Mut und Hoffnung macht auf mehr. Nicht nur den Fans im Hexenkessel Grünwalder Stadion, die den neuen, aufopferungsvoll kämpfenden Löwen ordentlichen Rückenwind verschafften.
"Wir müssen so weitermachen wie in den vergangenen Spielen. Mit der gleichen Intensität und Bereitschaft, wir müssen wieder alles reinhauen", meinte Offensivspieler Michael Eberwein und gab sich mit Blick auf das anstehende Ligaspiel gegen den TSV Landsberg am kommenden Sonntag (15 Uhr, Ticker und Live-Stream auf abendzeitung.de) optimistisch: "Dann sollte es auch klappen mit einem Sieg." Dem ersten in dieser Saison auf Giesings Höhen.
Der turbulente Sommer hängt 1860 noch hinterher
Ganz perfekt läuft es bei den Sechzgern freilich noch nicht in der Frühphase dieser Saison. Noch ist die Zahl der Gegentore zu hoch, auch im Offensivspiel greifen bislang nicht alle Rädchen ineinander. Es sind Spätfolgen eines turbulenten Sommers, in dem die neu gegründete Spielbetriebs-GmbH den Kader nur scheibchenweise zusammenstellen und geplante Leistungsträger wie Kapitän Dennis Dressel, Abwehrchef Felix Weber oder Routinier Florian Niederlechner teils erst spät unter Vertrag nehmen konnte. Eine ordentliche Vorbereitung, in der Taktik und Automatismen einstudiert werden, war unter den gegebenen Voraussetzungen schlicht nicht möglich.
So mussten und müssen sich die neuen Löwen im laufenden Betrieb einspielen. Ein Prozess, der noch immer nicht abgeschlossen ist, aber bereits Fortschritte in die richtige Richtung erkennen lässt. "Zum Start haben wir uns mit den beiden Unentschieden schon noch ein bisschen schwergetan", sagt Junglöwe Raphael Wach. Zuletzt sei man aber "in einen guten Lauf gekommen. Auch das Pokalspiel war sehr ansprechend. Darauf wollen wir jetzt aufbauen und uns von Spiel zu Spiel weiter verbessern".

Eberwein: "Dürfen jetzt nicht runter vom Gaspedal"
Immerhin: Nach zwei Englischen Wochen in Folge hat Trainer Alper Kayabunar vor dem Heimspiel gegen Landsberg nun eine komplette Trainingswoche, um mit seiner Mannschaft an den verbleibenden Defiziten zu arbeiten.
"Wir sind auf einem guten Weg. Wichtig ist, dass man im Training Vollgas gibt und nicht weniger macht", so Eberwein: "Jetzt sind die ersten Spiele vorbei und man weiß ungefähr, wo man steht. Trotzdem dürfen wir jetzt nicht runter vom Gaspedal: Wir müssen dranbleiben, weitermachen und am Sonntag hoffentlich die nächsten drei Punkte einfahren."
1860-Gegner Landsberg wartet noch auf ersten Ligasieg
Anders als zuletzt im Pokal gehen die Löwen in der Regionalliga wieder als klarer Favorit in die Partie – zumal Landsberg mit zwei Punkten aus den ersten fünf Spielen auf einen schwachen Saisonstart zurückblickt und noch immer auf den ersten Saisonsieg wartet. Ein Selbstläufer wird die Partie allerdings nicht, wie Junglöwe Wach, der in der abgelaufenen Saison mit der U21 in der Bayernliga zweimal gegen den Aufsteiger gespielt hat (2:0 daheim, 1:1 in Landsberg), betont.
"Landsberg hat gute, ballsichere Zentrumsspieler. Das wird nicht so einfach, wie es vielleicht aussieht, nachdem sie nicht so gut in die Liga gestartet sind", warnt der 23-Jährige: "Natürlich wollen wir die drei Punkte holen. Dafür müssen wir aber hundert Prozent geben."
In diesem Sinne: Bloß nicht aus dem Tritt kommen, liebe Löwen!

